Sicher Einkochen: tödliche Lebensmittelvergiftung vermeiden!

Eine besonders beliebte Methode der Konservierung ist das Einkochen. In diesem Beitrag wollen wir penibel darauf hinweisen, dass Hygiene, Sauberkeit und eine sorgfältige Durchführung der vorgegebenen Arbeitsschritte höchste Priorität haben, um gesundheitliche Risiken auszuschließen. Kaum zu glauben, aber es sterben noch immer jährlich Menschen im deutschen Raum, weil sie selbst eingekochtes Gemüse oder Fleisch gegessen haben, in dem nicht alle Mikroorganismen einschließlich der Bakteriensporen abgetötet wurden!

Im Internet findet man zahlreiche Anleitungen und Rezepte zum Einkochen, auch Einwecken oder Einmachen genannt. Das Synonym „Einwecken“ stammt von der Firma WECK, die seit 1900 ihre Kunden mit Zubehör rund um das Einkochen versorgt. Bei den meisten Rezepten, die wir gefunden haben, wird im Kochtopf, Einkochtopf oder Backrohr eingekocht. Wir kochen selbst hauptsächlich im Wasserbad im normalen Kochtopf ein, was für unsere Erzeugnisse auch in Ordnung ist (v.a. Kompott, Marmelade, Tomatensauce, d.h. Lebensmittel im sauren Bereich mit einem ph-Wert unter 4,6). Diese Methoden eignen sich jedoch nur für säurehaltige Lebensmittel. Bei Lebensmitteln im schwach sauren Bereich ist nur das Einkochen im Dampfdruck-Einkochkessel sicher! Wollt ihr u.a. eiweißreiches Gemüse, Fleisch und Fisch einkochen, solltet ihr also unbedingt einen Dampfdruck-Einkochkessel verwenden, um eine mögliche Lebensmittelvergiftung durch die gefährlichen Botulinum Bakterien und Sporen auszuschließen. Alternativ muss beim Einkochen doppelt erhitzt werden, damit auch die ausgekeimten Sporen eliminiert werden bzw. nach dem Öffnen nochmals gründlich aufgekocht werden.
Der Inhalt sollte nicht mehr gegessen, sondern sofort weggeschmissen werden, wenn sich ein komischer Geruch oder eine komische Farbe bemerkbar machen oder wenn vor dem Öffnen der Vorratsgläser kein Vakuum mehr vorhanden ist. Botulismus kann man im Vorhinein leider kaum feststellen, weil die Bakterien weder Gase bilden (das Vakuum im Glas bleibt bestehen) noch optisch oder am Geruch erkennbar sind. Bevor ihr mit dem Einkochen beginnt, solltet ihr euch also über die geeignete Methode für die jeweiligen Lebensmittel informieren. Die Gläser und alle Utensilien, die beim Einkochen verwendet werden, müssen gründlich gereinigt und gegebenenfalls sterilisiert werden. Beim Einkochen selbst sind Einkochzeit und -temperatur genau einzuhalten (die Zeit startet sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist). Nur so könnt ihr euch noch in einigen Monaten bzw. Jahren über eure selbstgemachten Köstlichkeiten freuen und Schimmel sowie Lebensmittelvergiftungen ausschließen.
Hier findet ihr eine schöne Übersicht über den Säuregehalt der Lebensmittel (ph-Wert) und die Wahl der sichersten Einkochmethode.

Tomatensugo-Steiermarkgarten

Weil es im Internet ohnehin schon zahlreiche Anleitungen und Tipps rund um das Thema Einkochen gibt, wollen wir diese hier nicht wiederholen. Allerdings solltet ihr alle Informationen mit Vorsicht genießen. Heutzutage kann schon jeder alles Mögliche im Internet veröffentlichen und das ohne Haftung. Es lohnt sich also zu vergleichen und gegebenenfalls auch das Wissen von Fachexperten zu nutzen (z.B. Fachbücher, offizielle Seiten). Hier findet ihr viel Wissenswertes rund ums Einkochen, aber auch zu anderen Konservierungsmethoden, schön aufbereitet. Marie studiert ökologische Landwirtschaft, beschäftigt sich intensiv mit den Themen Selbstversorgung und hat sich mittlerweile u.a. ein fundiertes Fachwissen über verschiedenste Konservierungsmethoden angeeignet.
Vorratskammer-Steiermarkgarten

                                                

Liebe Grüße,

Zum Pinnen:
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1 Kommentar:

  1. Hätte ich nicht gedacht, dass Menschen an einer Lebensmittelvergiftung sterben. Ich koche allerdings nur Marmelade ein. Da hieß es schon bei meiner Mutter immer, dass Sauberkeit oberstes Gebot sei. Daran halte ich mich - hoffentlich in ausreichender Form.
    Viele Grüße von
    Margit

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