Diesen Monat dreht sich hier am Blog alles ums Thema Trocknen und Dörren. Heute wollen wir euch zwei Bücher vorstellen, aus denen wir viel Wissen und Rezeptideen dazu gewonnen haben: „Dörren in Rohkostqualität“ von Ute Ludwig und „Einfach Dörren & Trocknen“ von Michelle Keogh.
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Dörren in Rohkostqualität

Ute Ludwig ist Diplom-Soziologin, Ernährungsberaterin mit Schwerpunkt Rohkost und Bloggerin. Seit 2015 gibt sie praxisnahe Workshops zu den Themen naturbelassene Ernährung, Heilkost und Entgiftung.
Auf den ersten 59 Seiten ihres Buches werden Grundlagen zum Dörren erläutert: Was ist Rohkost? Was ist Dörren und wie funktioniert es? Was sind die Vorteile des rohen Dörrens? Welche Möglichkeiten bietet ein Dörrofen? Worauf muss man beim Kauf eines Dörrofens achten? Welches Zubehör und welche weiteren Geräte rund um das Dörren sind empfehlenswert? Außerdem gibt die Autorin Tipps und Tricks für die Praxis, wie z.B. Vorbereitung des Dörrgutes, Hinweise zu Dörrzeiten und Temperatur sowie Lagerung des Dörrgutes. Auch Tipps und Hinweise zu den verwendeten Zutaten sowie Anleitungen für die Herstellung von Fruchtleder, rohe Mehle und rohe Pflanzenmilch und Trester kommen nicht zu kurz.
Anschließend folgen 174 Seiten Rezepte mit sehr ansprechenden Fotos, eingeteilt in folgende Kapitel:
  • Frühstück
  • Hauptspeisen
  • Brote und Cracker
  • Süßes Gebäck
  • Knabbern, snacken, naschen
  • Gewürze, Kräuter, grünes Pulver
  • Feiern rund um das Jahr
Zu jedem Rezept findet der Leser die Vorbereitungszeit, die Dörrzeit, eine Zutatenliste und eine Step-by-Step-Anleitung. Zu manchen Rezepten gibt es zusätzliche Tipps.
Am Ende des Buches befinden sich weiterführende Links zum Stöbern, ein Autorenportrait und ein Register.
Das Buch ist wunderschön gestaltet, sehr informativ, verständlich geschrieben und die Rezepte mit ihren traumhaften Bildern animieren zum Ausprobieren. Man merkt, dass die Autorin mit Leib und Seele bei der Sache ist und viel Herzblut in dieses Buch gesteckt hat. Es bietet viele Rezept-Inspirationen für den kompletten Speiseplan. Allerdings finden wir die Rezepte und Zutaten teilweise etwas ausgefallen. Vielleicht liegt es daran, dass wir mit der Rohkost-Küche noch nicht so vertraut sind. Außerdem kommen in vielen Rezepten Datteln vor. Diese können wir leider nicht ausstehen, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Buchvorstellung-Dörren-in-Rohkostqualität-Steiermarkgarten

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Einfach Dörren & Trocknen

Michelle Keogh ist Autorin, Köchin und Food-Stylistin. Sie lebt in Australien und war über 20 Jahre lang als Küchen- und Restaurantchefin tätig. Seit sieben Jahren entwickelt sie v.a. Rezepte und arbeitet als Food-Stylistin für Buch- und Zeitschriftenverlage und in der Werbeindustrie. Außerdem hat sie einige Kochbücher selbst geschrieben und an vielen weiteren mitgearbeitet.
Ihr Buch ist in folgende Kapitel gegliedert:
  • Dörren – gesund und preisgünstig
  • Die Basics
  • Obst
  • Gemüse
  • Fruchtleder und Fruchtpasten
  • Jerkys
  • Nüsse und Kerne
  • Cracker und Knäckebrot
  • Kräuter und Gewürze
  • Frühstück
  • Vorspeisen
  • Desserts
  • Hauptgerichte
  • Für Ihre Lieblingstiere
  • Und sonst…
Nach einer kurzen Einführung werden die Grundlagen zum Dörren auf 8 Seiten zusammengefasst. Dann folgen die Rezepte, zu denen jeweils die Vorbereitungszeit, die Dörrzeit, die Endmenge, die Zutaten und eine Step-by-Step-Anleitung zu finden sind. Am Ende des Buches befindet sich ein Register.
Das Buch enthält 100 Rezepte mit Obst, Gemüse, Fleisch, Nüssen und mehr, die leicht nachzumachen sind. Die empfohlene Temperatur zum Dörren liegt i.d.R. über 42°C, d.h. die gezauberten Gerichte gelten nicht als Rohkost.
Buchvorstellung-Einfach-Dörren-und-Trocknen-Steiermarkgarten

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Fazit

Unserer Meinung nach richtet sich das Buch „Einfach Dörren & Trocknen“ eher an Dörr-Anfänger, während „Dörren in Rohkostqualität“ ein umfangreicher Begleiter sowohl für Dörr-Anfänger als auch Dörr-Profis ist. Im Vergleich zwischen den beiden werden die Grundlagen in „Einfach Dörren & Trocknen“ sehr kurz gehalten, dafür enthält es zusätzlich Anfänger-Rezepte zum Dörren von Obst und Gemüse als auch Jerkys (gedörrtes Fleisch, Geflügel und Fisch). „Dörren in Rohkostqualität“ startet mit einem umfassenden Grundlagenwissen rund ums Dörren und präsentiert anschließend verschiedenste Rezeptideen passend zu den einzelnen Mahlzeiten.


Die Bücher wurden uns als Rezensionsexemplare kostenlos voUlmer Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Bei unserer Rezension handelt es sich um unsere eigene Meinung, die in keiner Weise beeinflusst wurde!

"Dörren in Rohkostqualität"
Ute Ludwig
Ulmer Verlag
ISBN 978-3-8186-0372-4

"Einfach Dörren & Trocknen"
Michelle Keogh
Ulmer Verlag
ISBN 978-3-8001-0862-6


Liebe Grüße,
 
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2 Bücher zum Thema Dörren

Diesen Monat dreht sich hier am Blog alles ums Thema Trocknen und Dörren. Heute wollen wir euch zwei Bücher vorstellen, aus denen wir viel W...
Dieses Jahr war unsere kleine Lena bei den Vorbereitungen und dem Dekorieren für Ostern schon voll dabei. Ganz klar, dass diesmal auch etwas Selbstgebasteltes von ihr auf unserem Osterstrauch hängt. Naja nicht ganz selbst gebastelt. Immerhin wird sie im Sommer erst 2 Jahre alt, also hat Mama etwas nachgeholfen :-)
Anhänger-Ostern-basteln-mit-Kindern-Steiermarkgarten

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Osterstrauch-Anhänger-selber-basteln-Kinder-Steiermarkgarten


Frohe Ostern und liebe Grüße, 

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DIY Anhänger für Osterstrauch

Dieses Jahr war unsere kleine Lena bei den Vorbereitungen und dem Dekorieren für Ostern schon voll dabei. Ganz klar, dass diesmal auch etwas...
*Werbung, Kooperation

Seit das Tribest Sedona Classic Dörrgerät* von der Keimling Naturkost GmbH bei mir eingezogen ist, habe ich es fast durchgängig in Betrieb. Bananenchips, getrocknete Apfelspalten, Mango- und Kiwi-Stücke, Fruchtleder, gedörrte Tomatenstücke, Zwiebelpulver, Knoblauchsalz und vieles mehr habe ich damit schon gezaubert. Bald beginnt die Haupterntezeit von Blättern und Blüten für unsere Kräuterprodukte. Auch diese will ich in dem Gerät trocknen. Ein erster Test mit Schnittlauch für unser beliebtes Schnittlauchsalz ist sehr gut verlaufen.
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Wieso dieses Dörrgerät seinen Preis wert ist

Bisher habe ich Kräuter entweder auf natürliche Weise getrocknet (z.B. in Bündeln aufgehängt oder auf Trockenhorden ausgebreitet) oder mit dem Backofen sowie einem kleinen, preisgünstigen Dörrgerät gearbeitet. Diese Methoden funktionieren, führen aber leider nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen:
Die natürliche Trocknung dauert so lange, dass unnötig viel Farbe, Aroma und wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen. Im Vergleich zu den Kräutern, die ich im Backrohr bzw. Dörrgerät getrocknet habe, habe ich eine schlechtere Qualität festgestellt. Einen ausführlichen Beitrag über die natürliche Trocknung im Vergleich zum Dörren findet ihr hier.
Mit dem Backofen trockne ich sehr ungern Kräuter, weil man die niedrigen Temperaturen, die man zum schonenden Kräutertrocknen benötigt (max. 38°C), nicht genau regeln kann. Die Temperatureinstellung meines Backofens beginnt bei 50°C und ist nicht stufenlos regelbar. Außerdem muss der Ofen zumindest einen Spalt geöffnet sein, damit feuchte Luft austreten kann. Dadurch verbreitet sich der (nicht immer angenehme) Geruch in Küche und Esszimmer und ist tagelang nicht wegzubekommen.
Bei meinem alten, preisgünstigen Dörrgerät werden die Dörrgitter übereinander gestapelt und die warme Luft von unten nach oben durch die Gitter geblasen. Dieses Modell bietet mir mittlerweile viel zu wenig Trockenfläche und die Ergebnisse sind höchst unterschiedlich.
Außerdem will ich künftig nicht nur unsere Kräuter, sondern auch einen Teil der Ernte durch das Dörren konservieren. Gedörrte Tomatenstücke, Kürbisspalten, Knoblauchpulver, Apfelringe u.s.w. stehen schon lange auf meiner To-Do-Liste. Also habe ich mich auf die Suche gemacht nach einem qualitativ hochwertigen Dörrautomaten mit einer Gesamttrockenfläche von ca. 1 m2, bei dem ich die Temperatur ganz genau regeln kann und der mit einer Zeitschaltuhr ausgestattet ist. Bei Keimling* bin ich fündig geworden und freue mich nicht nur, das für mich perfekte Gerät entdeckt zu haben, sondern auch einen neuen Kooperationspartner gewonnen zu haben.
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Details zum Sedona Classic Dörrgerät

Das Sedona Classic Dörrgerät bietet mit seinen 9 Einschüben genügend Platz um die Kräuter-, Früchte- und Gemüseernte zu dörren. Sollte einmal weniger Rohware zum Verarbeiten anfallen, kann man eine Trennplatte einsetzen und mit nur einem der zwei unabhängigen Dörrbereiche arbeiten und dadurch Energie sparen. Die gewünschte Temperatur zwischen 30°C und 68°C lässt sich stufenlos regeln, wodurch Vitamine und Nährstoffe bestmöglich erhalten bleiben. Die Dörrzeit lässt sich mit einer digitalen Zeitschaltuhr am Gerät einstellen, d.h. das Gerät schaltet sich nach der eingegeben Zeit von selbst aus. Die warme Luft fließt horizontal und verteilt sich somit gleichmäßig von hinten nach vorn über jeden Einschub. In der Nacht kann man auf einen Nachtmodus stellen, in dem das Gerät leiser arbeitet. Das Gerät ist einfach zu reinigen (neuere Modelle verfügen teilweise sogar über ein Krümelfach). Weitere Details zu den Sedona Rohkost Dörrgeräten findet ihr hier im Onlineshop von Keimling*: Sedona Dörrgerät
Sedona-Rohkost-Dörrgerät-Steiermarkgarten

Dörrfolien

Jedem, der sich dieses oder ein ähnliches Dörrgerät anschaffen will, kann ich nur raten, diese Dörrfolien* mit zu bestellen. Sie eignen sich besonders um klebrige und feuchte Masse zu trocknen. Ich habe sie vor allem für die Herstellung von Fruchtleder im Einsatz. Die Masse wird auf die Dörrfolie gestrichen und das fertige Fruchtleder lässt sich nach dem Dörren ganz leicht ablösen. Die Dörrfolien sind einfach zu reinigen und können immer wieder verwendet werden. Zum Testen habe ich die Fruchtleder-Herstellung auch mit einem normalen Backpapier versucht. Das Papier hat sich durch die Feuchtigkeit schnell gebogen und damit auch die Fruchtmasse. Das fertige Fruchtleder konnte nur sehr schwer abgezogen werden und das Backpapier war nach der ersten Anwendung nicht mehr weiter zu gebrauchen.
Dörrfolie-vs-Backpapier-Steiermarkgarten

Fruchtleder-auf-Backpapier-Steiermarkgarten

Fruchtleder-auf-Dörrfolie-Steiermarkgarten

Fazit

Für mich war die Anschaffung des Sedona Classic Geräts die absolut richtige Entscheidung. Es ist bedienerfreundlich, sehr gut im Gebrauch und liefert tolle Ergebnisse. Ursprünglich war ich nur auf der Suche nach einer neuen, besseren Lösung zum Kräuter Trocknen. Je mehr ich mich jedoch mit dem Thema Dörren und Rohkost beschäftigt habe, desto mehr habe ich gelernt, welche tollen Möglichkeiten ein Dörrautomat bietet. Nicht nur, dass man damit verschiedenste Lebensmittel trocknen und Gerichte zaubern kann, die gedörrten Endprodukte sind auch noch voll von wertvollen Nährstoffen, Vitaminen und Enzymen.
Im Onlineshop von Keimling findet ihr sowohl verschiedenste Geräte für alle individuellen Ansprüche, als auch leckere Rezeptideen. Mit einem Dörrofen kann man nicht nur Kräuter, Obst und Gemüse trocknen, sondern auch Früchte nachreifen lassen, herrliche Fruchtleder zaubern, Brote und Kekse backen, Speisen erwärmen, überbacken und ein Knuspertopping machen. Außerdem bietet Keimling noch viele weitere Produkte rund um Vegan- und Rohkost.


Liebe Grüße,
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Sedona Classic Dörrautomat

*Werbung, Kooperation Seit das Tribest Sedona Classic Dörrgerät * von der Keimling Naturkost GmbH bei mir eingezogen ist, habe ich es f...
Konservieren durch Trocknen ist eine der ältesten Methoden zum Haltbarmachen von Lebensmitteln. Durch Wärme und Luftzirkulation wird ihnen Wasser entzogen. Die meisten Bakterienarten vermehren sich nicht mehr ab einem Wassergehalt von 35 % und weniger. Schimmelpilze stellen ihre Tätigkeit ab einem Wassergehalt von unter 15 % ein. Somit fehlt den Mikroorganismen die Lebensgrundlage und der Verderbsprozess kann verhindert werden.

In diesem Beitrag haben wir das Wichtigste über diese Konservierungsmethode zusammengefasst:
1. Grundlagen zum Trocknen und Dörren:
Was ist Trocknen? Was ist Dörren? Wie funktionieren die beiden Methoden und was benötigt man dazu? Worauf muss man für eine erfolgreiche Trocknung und eine gute Endqualität achten? Tipps & Tricks
2. Lagerung von Trockengut:
Wie und wo wird Getrocknetes gelagert, damit es möglichst lange haltbar ist?
3. Trocknen & Dörren Vor- und Nachteile
4. Rezepte und Anregungen:
Gesunde Snacks für zwischendurch, Fruchtleder, Kräutersalze, Blütenzucker und vieles mehr
5. Fazit

Trocknen-und-Dörren-Steiermarkgarten

1. Grundlagen zum Trocknen und Dörren

Unter dem Konservierungsverfahren „Trocknen“ versteht man eine natürliche Trocknung. Im Vergleich dazu handelt es sich beim „Dörren“ um eine künstliche Trocknung.

Trocknen

Beim Trocknen werden also weder technische Einrichtungen noch künstliche Energiequellen eingesetzt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Trocknung ist ein staubfreier Ort, an dem eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit herrscht. Die Luft sollte warm, trocken und in stetiger Zirkulation sein. Andernfalls verläuft die Trocknung sehr langsam bzw. gar nicht und die Lebensmittel beginnen zu schimmeln. Aus diesem Grund sollte nicht an Regentagen getrocknet werden, an denen eine höhere Luftfeuchtigkeit besteht. Ebenso ist das Trocknungsgut im Freien über Nacht in der Regel einer zu hohen Luftfeuchtigkeit ausgesetzt. Bei der Lufttrocknung muss das Dörrgut ohnehin regelmäßig kontrolliert werden, weil die Umgebungstemperatur meist nicht konstant ist.
Getrocknet wird idealerweise im Schatten, weil direktes Sonnenlicht zum Ausbleichen der natürlichen Farbe sowie zu einer starken Reduktion von Aroma und anderen Inhaltsstoffen führt.
Insbesondere Kräuter werden gerne in Bündeln kopfüber an einer Schnur getrocknet. Allerdings wissen nur die Wenigsten, dass dies keinesfalls eine ideale Trocknungsmethode für Kräuter ist, weil der Trocknungsvorgang über mehrere Tage, wenn nicht Wochen dauern kann und dabei viel an Aroma und Wirkstoffen verloren geht. Bis die innersten Stellen des Bündels getrocknet sind, sind die Blätter an der Außenseite des Bündels in der Regel schon stark übertrocknet.
Etwas bessere Ergebnisse bringt das Trocknen auf Trockenhorden. Diese kann man einfach selber bauen, indem man ein Fliegengitter aus Kunststoff mit Heftklammern auf einem Holzrahmen befestigt. Fliegengitter aus Metall sollten nicht verwendet werden, weil es zu einer chemischen Reaktion zwischen der Fruchtsäure mit den Metallen kommen kann, die zu Geschmacksverlusten führt. Es können auch mehrere solcher Trockenhoren übereinander gestapelt werden, zwischen denen idealerweise ein Abstand von 25-30 cm liegt, damit die Luft ungehindert zirkulieren kann. Damit kann man eine große Menge an Rohware trocknen und spart trotzdem Platz. Bei vielen Kräutern empfiehlt es sich, die Blätter vor dem Trocknen von den Stängeln abzutrennen und nebeneinander auf einer Trockenhorde aufzulegen, weil sich die Trocknungszeit dadurch stark verkürzt und die wertvollen Inhaltsstoffe und Aromen besser im Kraut erhalten bleiben. Dazu zählen insbesondere Kräuter mit größeren Blättern wie zum Beispiel Eibisch, Melissen und Minzen. Außerdem wandert der Großteil der Inhaltsstoffe beim Trocknen in die Stängel zurück und diese werden meist nicht weiterverwendet.
Kräuterbündel-trocknen-Steiermarkgarten

Bei der natürlichen Trocknung kommt es meist zu Einbußen von Geschmack und Aroma sowie zum Verlust wertvoller Inhaltsstoffe, weil die Trocknungstemperatur und deren Verlauf während des Trocknungsprozesses nur schwer beeinflusst werden kann. Zum Beispiel sind auf Dachböden an sonnigen Tagen die Temperaturen schnell zu hoch, während sie an Regentagen zu niedrig sind und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit herrscht.

Auch wir haben unsere Kräuter lange Zeit in Bündeln oder auf Trockenhorden bzw. in luftigen Kartonschachteln getrocknet. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass die schonendste Trocknung durch Dörren erfolgt. Dabei werden die Kräuter mit einer konstanten Temperatur von maximal 38°C in kürzester Zeit (je nach Kraut i.d.R. maximal 24 Stunden) getrocknet. Somit bleiben Farbe, Aroma und Inhaltsstoffe bestmöglich erhalten.

Theoretisch können auch Obst und Gemüse, in Scheiben oder Stücke geschnitten, natürlich getrocknet werden. In Hinblick auf Optik, Aroma und Inhaltsstoffe ist dies aber überhaupt nicht zu empfehlen. Die Lufttemperatur im Schatten ist in der Regel zu niedrig, um diese Lebensmittel in akzeptabler Zeit zu trocknen und sie beginnen eher zu schimmeln und verderben. In der Sonne erleiden diese Lebensmittel große Farb-, Geschmacks- und Inhaltsstoffe-Verluste. Alleine Pilze eignen sich gut für eine Trocknung in der Sonne. Nach einem heißen Sommertag mit viel Sonne können sie im Dörrgerät bei 40-60°C fertig getrocknet werden.
Kräuter-natürlich-trocknen-Steiermarkgarten

Dörren

Beim Dörren kommen technische Einrichtungen und künstliche Energiequellen zum Einsatz. Die Luft wird erwärmt und der Rohware damit die Feuchtigkeit entzogen. Für eine möglichst schonende Trocknung sollte die Trocknungsdauer so kurz wie möglich und gleichzeitig die Temperatur nicht zu hoch sein. Zum bestmöglichen Erhalt von Farbe, Aroma und Inhaltsstoffen muss der ideale Kompromiss zwischen Trocknungsdauer und Trocknungstemperatur gefunden werden. Das Dörren von Lebensmitteln und Speisen unter 42°C ist eine der schonendsten Arten zum Konservieren und gilt als Rohkost-Qualität. Die wertvollen Inhaltsstoffe bleiben weitgehend erhalten und liegen im getrockneten Produkt in konzentrierter Form vor. Alleine Vitamin C und B-Vitamine werden teilweise zerstört. Bei zu heißer Temperatur gehen weitere hitzeempfindliche Vitamine und wertvolle Enzyme verloren. Bei Temperaturen ab 50°C verändern sich die Fruchtzucker und verwandeln sich in eine aufdringliche Süße.
Im Handel gibt es verschiedenste elektrisch betriebene Dörrgeräte zu kaufen. Bei den meisten Geräten wird warme Luft von unten durch übereinander stapelbare Gitter geblasen. Bei hochwertigen Geräten lässt sich die Temperatur stufenlos regeln. Bei einigen Geräten wird die warme Luft von oben nach unten oder horizontal durch die Dörrgitter geblasen. Manche Geräte verfügen zusätzlich über eine eingebaute Zeitschaltuhr, durch die sich die Geräte nach der eingestellten Zeit automatisch abschalten. In einem folgenden Beitrag werden wir euch den Dörrautomaten vorstellen, mit dem wir bis dato die besten Ergebnisse erzielt haben.
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung eines Solartrockners. Im Internet finden sich einige Bauanleitungen dazu. Diese Methode ist sehr energiesparend, allerdings ist man abhängig von Sonnentagen.
Auch im elektrischen Brotbackofen oder Haushaltsbackofen können Lebensmittel getrocknet werden. Hierbei können niedrige Temperaturen leider nicht genau eingestellt werden, weil viele Backöfen erst bei einer Temperatur von 50°C beginnen. Außerdem sollte die Backofentür während des Trocknungsprozesses zumindest einen Spalt geöffnet werden, damit die feuchte Luft aus dem Ofen entweichen kann. Lochbleche eignen sich besonders gut, weil hierbei die notwendige Luftzirkulation gegeben ist.
Dörrautomat-Steiermarkgarten

2. Lagerung

Getrocknete Lebensmittel sollten nach dem Abkühlen in luftdichten Gefäßen aufbewahrt werden. Dadurch wird verhindert, dass sie nachträglich Feuchtigkeit anziehen. Ideal ist ein dunkler, kühler Raum (max. 15°C). In den ersten Lagerwochen sollte das Trockengut regelmäßig überprüft werden. Bei Auftreten von Kondenswasser in der Innenwand der Gefäße muss noch nachgetrocknet werden. Verschiedene getrocknete Lebensmittel und Speisen sollten getrennt voneinander verpackt werden, weil sie unterschiedliche Feuchtigkeitsgehalte aufweisen. Bei einer gemeinsamen Lagerung im selben Behälter würde es zu einem Feuchtigkeitsausgleich und somit Schimmel kommen.
getrocknete-Früchte-in-Gläsern-lagern-Steiermarkgarten

Lagerung-Gedörrtes-Vorratskammer-Steiermarkgarten

3. Trocknen & Dörren Vor- und Nachteile:

Vorteile:
  • Geringer Platzbedarf für Lagerung und Transport, weil das Trockengut durch den Wasserentzug während des Trocknungsprozesses stark an Volumen und Gewicht verliert
  • Kein Energieverbrauch für die Lagerung
  • Energiesparende Konservierung, wenn Abwärme (z.B. vom Küchen- oder Brotbackofen) oder Sonnenenergie genutzt wird
  • Viele wertvolle Inhaltsstoffe bleiben erhalten
  • Getrocknete Lebensmittel eignen sich sehr gut als Energielieferant zum Mitnehmen (in der Arbeit, beim Sport, in der Schule,…)
  • Die Rohware muss vor dem Trocknungsprozess vorbereitet werden (geputzt, geschält, zerkleinert,…), so dass diese Arbeiten bei der späteren Zubereitung entfallen und direkt beim Kochen Zeit eingespart werden kann.
  • Im Vergleich zu Trockenfrüchten aus dem Handel, die meist denaturiert und mit Chemikalien wie Schwefeldioxid, Sulfiten oder anderen Konservierungsstoffen behandelt werden, kann man in den eigenen vier Wänden Lebensmittel von einmaliger Qualität herstellen.

Nachteile:

  • Möglicher Vitaminverlust (v.a. Vitamin B und C), insbesondere bei hohen Trocknungstemperaturen
  • Arbeitsaufwand unmittelbar vor dem Trocknungsprozess, weil die Rohware vorbereitet werden muss (geschnitten….)
  • Es können keine konkreten Angaben zur Dauer des Trocknungsprozesses gemacht werden. Diese unterscheidet sich nicht nur bei den unterschiedlichen Produkten, sondern auch bei unterschiedlichen Sorten oder sogar bei demselben Produkt zu unterschiedlichen Erntezeitpunkten. Der Trocknungsprozess sollte daher überwacht werden.


4. Rezepte und Anregungen:

Nicht alle Lebensmittel eignen sich gleichermaßen zum Trocknen bzw. Dörren. Oregano und Mango schmecken uns in getrocknetem Zustand sogar noch besser als frisch geerntet. Das aromatische Basilikum hingegen verliert beim Trocknen viel von seinem typischen Geschmack und sollte besser anders konserviert werden. Oft entscheidet der persönliche Geschmack, daher einfach ausprobieren!
Beim Dörren haben wir unter anderem mit Minzen, Salbei, Thymian, Zitronenverbene, Holunderblüten, Kamillenblüten, Kornblumen, Ringelblumen, Äpfeln, Paprika, Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Kräuter trocknen wir im Dörrgerät mit maximal 38°C bis sie beim Angreifen rascheln und zerbröseln, wenn wir sie zwischen den Fingern zerreiben. Obst, Gemüse und Beeren dörren wir bei maximal 42°C in Rohkostqualität solange bis sich beim Zerschneiden keine Wassertröpfchen mehr bilden (teilweise auch länger, wenn wir ein knackigeres Endprodukt wünschen). Einzig Lavendel trocknen wir zur Schonung der wertvollen ätherischen Öle auf natürliche Weise an der Luft. Dazu binden wir die geernteten Blütentriebe locker zu Bündeln zusammen und lassen diese an einem warmen, luftigen Ort im Schatten trocknen. Lavendel ist kaum anfällig für Schimmelbefall und trocknet sehr schnell.
Getrocknete Lebensmittel sollten innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden, weil ihr Vitamin- und Nährstoffgehalt mit der Zeit immer mehr abnimmt. Das gilt generell für alle Konservierungsmethoden.

Mit unseren getrockneten Kräutern stellen wir hauptsächlich Kräutersalz her. Einen eigenen Beitrag dazu findet ihr hier.
Kräutersalz-Steiermarkgarten

Außerdem werden Blüten und Kräuter gerne zu Blütenzucker verarbeitet. Einen eigenen Beitrag dazu findet ihr hier. 
Blütenzucker-in-Phiolen-Steiermarkgarten

Auch für unsere selbstgemachten Naturkosmetik-Produkte, wie z.B. Badesalz-Säckchen, verwenden wir getrocknete Kräuter und Blüten. Einen Beitrag dazu findet ihr hier.
Rosen-Badesalz-Säckchen-Steiermarkgarten

Mit Obst und Gemüse lassen sich leckere Fruchtleder herstellen...
Fruchtleder-Himbeere-Banane-Steiermarkgarten

Fruchtleder-Mango-Banane-Steiermarkgarten

Fruchtige Snacks für zwischendurch und vieles mehr...
Trockenfrüchte-Steiermarkgarten

getrocknete-Apfelspalten-Steiermarkgarten

getrocknete-Pilze-Steiermarkgarten

getrocknete-Zwiebeln-Steiermarkgarten

5. Fazit

Trocknen bzw. Dörren ist eine unserer liebsten Konservierungsmethoden. Im Vergleich zu anderen Methoden (wie z.B. dem Einkochen) bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe weitgehend erhalten, Getrocknetes ist sehr lange haltbar (womöglich sogar unbegrenzt), es kann gut und platzsparend gelagert werden und zu zahlreichen leckeren Köstlichkeiten verarbeitet werden.
Sowohl mit einem selbstgebauten Infrarot-Trockner als auch mit dem Dörrautomaten erzielen wir sehr gute Ergebnisse. Seit Anfang dieses Jahres arbeiten wir mit einem hochwertigen Dörrautomaten, den wir euch in einem separaten Beitrag vorstellen wollen. Mit diesem Gerät werden wir noch viele weitere Lebensmittel wie zum Beispiel Beeren, Pilze, Wurzelgemüse, Kürbisstücke und Zitrusfrüchte dörren. Wir sind schon sehr gespannt auf die Ergebnisse, von denen wir euch selbstverständlich berichten werden.




Liebe Grüße,
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