8 Kräuter für jeden Küchengarten - Teil 2

Heute geht es weiter mit der Beitragsreihe „8 Kräuter für jeden Küchengarten“, in der ihr Wissenswertes und Anbau-Tipps für ausgewählte Küchenkräuter erfährt. Alle 8 Gewürzkräuter eignen sich sowohl zur Kultivierung im Garten als auch im Topf, sie sind pflegeleicht und bringen unverzichtbare Aromen in die Küche.
Gestern wurden im 1. Teil der Beitragsreihe folgende 3 Kräuter vorgestellt:
  • Basilikum
  • Liebstöckel / Liebstock / Maggikraut
  • Minze
Heute dreht sich alles um
  • Oregano
  • Petersilie
  • Rosmarin
Morgen folgen
  • Schnittlauch
  • Thymian

Oregano

Oregano ist aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken. Wir schätzen es besonders in Kombination mit Tomaten (v.a. auf der Pizza), mit Hackfleisch (z.B. Lasagne, Moussaka) und bei Ofenkartoffeln (hier ist Oregano eine leckere Alternative zu Rosmarin). Oregano-Blätter werden sowohl als Gewürz, als auch in der Heilkunde verwendet.
Oregano-Steiermarkgarten

Oregano (lat. Origanum vulgare), auch Dost oder Wilder Majoran genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Sie ist eine typische mediterrane Pflanze und fühlt sich daher an einem sonnigen, warmen Standort in einer sandigen, wenig humosen und wasserdurchlässigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mischen. Oregano im Beet muss nur beim Anwachsen gegossen werden. Im Topf benötigt er regelmäßige Wassergaben. Staunässe ist zu vermeiden. Eine Kiesschicht um die Pflanze sorgt für die ideale Wärmespeicherung. Eine Mulchschicht darf keinesfalls aufgebracht werden, weil dadurch zu viel Feuchtigkeit gespeichert werden würde und leicht Schimmel auftreten könnte. Das Kraut benötigt keinen oder nur wenig Dünger (eventuell einmal jährlich im April Kompost oder organischer Gemüsedünger). Regelmäßiges Schneiden und Abernten fördert das Triebwachstum. Das Kraut ist sehr robust und kaum anfällig für Krankheiten oder Schädlinge. Diese treten in der Regel nur durch Pflegefehler auf (zu feuchte Erde).
Oregano-Steiermarkgarten

Oregano kann man in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab Februar vorkultivieren. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzucht- oder Blumenerde. Die Lichtkeimer werden nicht oder nur ganz leicht mit Erde bedeckt und an einem warmen, hellen Ort mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Die Keimzeit beträgt bei einer Keimtemperatur von 20°C ca. 4-7 Tage und kann durch eine Abdeckung mit Folie beschleunigt werden (erzeugt Treibhauseffekt). Sobald die Pflänzchen eine Höhe von 5-10 cm erreicht haben, werden sie pikiert, vereinzelt und an die Mittagshitze gewöhnt.
Die Jungpflanzen können nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt werden. Dabei sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von mindestens 30-35 cm eingehalten werden.
Wie die meisten Kräuter entfaltet auch Oregano das intensivste Aroma kurz vor der Blüte. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juli bis September. Grundsätzlich kann aber jederzeit bei Bedarf geerntet werden.
Oregano-Blüte-Steiermarkgarten

Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Stecklinge. Eine genaue Anleitung dazu findet ihr in diesem Beitrag.
Oregano ist eines der wenigen Kräuter, das getrocknet intensiver schmeckt als in frischem Zustand. Zum Trocknen werden frische Stiele entweder zusammengebunden und Kopfüber aufgehängt oder schön locker z.B. auf einem Backblech mit Backpapier ausgebreitet. Als Trockenraum eignet sich ein luftiger, warmer Ort. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt, kann man das konservierte Kraut mindestens 1 Jahr verwenden.

Petersilie

Dieses Kraut ist neben Schnittlauch eines der wichtigsten Gewürze in der deutschen Küche. Es wertet zum Beispiel Suppen, Saucen, Kartoffel-, Fisch und Eiergerichte auf. Man sollte Petersilie nicht mitkochen, sondern erst am Schluss über das fertige Gericht streuen bzw. einrühren, weil sie beim Kochen an Aroma verliert. Petersilie-Blätter werden sowohl als Gewürz, als auch in der Heilkunde verwendet.
Petersilie-Steiermarkgarten

Petersilie (lat. Petroselinum crispum), auch Peterle genannt, zählt zur Familie der Doldenblütler und ist eine grundsätzlich zweijährige, bedingt winterharte Pflanze. Sie ist das pflegeintensivste Kraut unserer 8 vorgestellten Küchenkräuter. Sie fühlt sich an einem halbschattigen Standort in einer lockeren, kompostreichen Erde wohl. Wir verwenden ein Gemisch aus Gartenerde und Komposterde im Beet. Für die Kultivierung im Topf ist Qualitätsblumenerde geeignet. Sie benötigt konstante Feuchtigkeit, Staunässe sollte vermieden werden. Petersilie im Topf kann hier und da gedüngt werden. Sie ist selbstunverträglich, daher sollte sie erst nach 3-4 Jahren wieder an denselben Platz gepflanzt werden wie Mitglieder der Familie der Doldenblütler (z.B. Karotten, Dill, Fenchel). Sie ist ein wahrer Leckerbissen für Schnecken. Aus diesem Grund sollte im Freien ein entsprechender Schneckenschutz vorgenommen werden. Außerdem ist sie anfällig für Mehltau und Wurzelfäule. Diesen Krankheiten kann man mit dem passenden Standort und den richtigen Pflegemaßnahmen entgegenwirken.
Petersilie ist relativ schwer zu züchten und zählt zu den „Zicken“ unter den Kräutern. Nur wenn sie mit den Anzuchtbedingungen voll und ganz zufrieden ist, wird sie zu einer kräftigen Jungpflanze heranwachsen. Grundsätzlich kann man sie ganzjährig auf der Fensterbank ziehen. Der ideale Zeitpunkt ist jedoch ab Anfang März im Frühbeet bzw. auf der Fensterbank oder ab Ende April bzw. im Sommer (Juli, August) direkt im Freilandbeet. Je wärmer der Boden, desto besser. Nach dem Aussäen heißt es zunächst einmal Warten. Die Petersilie lässt sich nämlich gerne Zeit beim Keimen und so muss man schon einmal einen Monat Geduld aufbringen bis sich der erste Keimling blicken lässt. Während dieser Zeit muss die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden, damit die Samen nie austrocknen.
Alternativ kann man sich eine Jungpflanze kaufen und diese ab Ende April ins Freie setzen oder stellen. Vorgezogene Jungpflanzen sollten vor dem Umzug ins Freie unbedingt abgehärtet werden, damit sie keinen Temperaturschock erleiden. Dazu tagsüber einfach immer länger ins Freie stellen und langsam an die Temperaturen, die Sonne und den Wind gewöhnen.
Petersilie-im-Beet-Steiermarkgarten

Geerntet werden kann jederzeit bei Bedarf. Man sollte immer nur die äußeren Blätter ernten und die inneren Herzblätter stehen lassen, weil die Pflanze daraus immer wieder neu austreibt. Am besten knapp über dem Boden abschneiden, damit sie buschig nachwächst.
Die Vermehrung erfolgt durch Samen, was sich – wie oben beschrieben – oft als Geduldsprobe erweist.
Petersilie schmeckt ganz frisch am intensivsten. Aber auch beim Einfrieren bleibt das Aroma sehr gut erhalten. Dazu werden die Blätter zunächst klein geschnitten und dann je nach Belieben in einem Behälter oder mit Wasser bzw. Öl in Eiswürfelbehältern portionsweise eingefroren. Trocknen ist ebenfalls möglich. Man kann die frisch geernteten Stiele zu Bündeln zusammenbinden und Kopfüber an einem luftigen, trockenen, warmen Ort aufhängen. Oder man zupft die einzelnen Blätter von den Stielen und breitet sie schön locker z.B. auf einem Backblech mit Backpapier aus. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. Bei beiden Methoden ist das konservierte Kraut mindestens 1 Jahr haltbar.

Rosmarin

Dieses Kraut zählt zu den Klassikern in der mediterranen Küche. Wie wäre es mit Rosmarin-Kartoffeln, Zitronen-Rosmarin-Huhn mit Couscous oder Rosmarin-Balsamico-Schweinfeilet? Wenn euch schon das Wasser im Mund zusammenrinnt, solltet ihr schnell zu diesem ausführlichen Beitrag über Rosmarin springen, den wir letztes Jahr veröffentlicht haben.
Rosmarin-Steiermarkgarten


Morgen geht es weiter mit dem letzten Teil der Beitragsreihe und folgende Kräuter werden im Detail vorgestellt:
  • Schnittlauch
  • Thymian


Liebe Grüße, 

Zum Pinnen:
8-Kräuter-für-den-Küchengarten-Pin-Steiermarkgarten

Kommentare:

  1. Schon bei diesen schönen Bildern möchte ich in die Küche rennen und was frisches kochen. Interessant. Lg aus Wien

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    1. Liebe Frau Mayer,
      wir freuen uns auch schon sehr auf die frischen Kräuter, die es bald wieder geben wird.
      Liebe Grüße,
      Carina und Petra

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