8 Kräuter für jeden Küchengarten - Teil 1

Überlegt ihr welche Kräuter ihr dieses Jahr kultivieren möchtet? Wir haben eine Liste aus 8 Kräutern zusammengestellt, die unserer Meinung nach in keiner Küche fehlen dürfen. Sie können sowohl im Garten als auch im Topf, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank angebaut werden, sind unkompliziert in der Pflege und bereichern jedes Gericht mit ihrer aromatischen Würze. Wir haben Wissenswertes über diese Gewürzkräuter zusammengefasst und geben Tipps, mit denen ein erfolgreicher Anbau gelingt.
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Nachdem der Beitrag länger geworden ist als gedacht, haben wir ihn in 3 Teile geteilt, in denen jeweils 2-3 Kräuter im Detail vorgestellt werden. Heute starten wir mit
  • Basilikum
  • Liebstöckel / Liebstock / Maggikraut
  • Minze
Morgen geht es weiter mit
  • Oregano
  • Petersilie
  • Rosmarin
Am Sonntag folgen
  • Schnittlauch
  • Thymian

Basilikum

Dieses Kraut ist ein absolutes Muss in der mediterranen Küche. Wir verwenden es am liebsten ganz frisch für einen Salat Caprese, Bruschetta und diverse Nudelgerichte. Aber auch zu Pesto verarbeitet schmeckt es sehr lecker. Basilikum-Blätter werden sowohl als Gewürz, als auch in der Heilkunde verwendet.
Basilikum-im-Topf-Steiermarkgarten

Basilikum (lat. Ocimum basilicum), auch Basilienkraut, Deutscher Pfeffer oder Königskraut genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler und ist eine grundsätzlich einjährige, nicht winterharte Pflanze. Sie fühlt sich an einem sonnigen, warmen Standort in einer lockeren, kompostreichen Erde wohl. Wir verwenden Qualitätsblumenerde. Basilikum benötigt konstante Feuchtigkeit, d.h. im Sommer muss bei Bedarf sogar öfters am Tag gegossen werden. Außerdem freut es sich über eine regelmäßige Düngung und wächst buschiger nach, wenn es laufend geerntet wird. Die Pflanzen sollten maximal einmal in drei Jahren an der gleichen Stelle angebaut werden, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Der größte Feind von Basilikum sind Schnecken, daher sollte im Freien ein entsprechender Schneckenschutz erfolgen.
Das Kraut kann grundsätzlich ganzjährig in warmen Wohnräumen oder Wintergärten aus Samen gezogen werden. Die Qualität und das intensive Aroma können aufgrund des mangelnden Lichtes in der kalten Jahreszeit jedoch nicht mit jener vom Sommer mithalten. Der ideale Zeitpunkt für die Anzucht von Jungpflanzen für den Sommer ist ab März, wenn die Tage immer länger werden. Mit Hilfe von speziellen Pflanzenlampen auch früher. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchterde. Die Lichtkeimer werden nicht mit Erde bedeckt und an einem warmen, hellen Ort mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Bei passenden Bedingungen (über 20°C, Abdeckung mit Folie für Treibhauseffekt) keimen die Samen schon nach ein paar Tagen. Sobald die Triebe eine Größe von 5-10 cm erreicht haben, werden jeweils 5-6 Triebe pikiert und in einen 25-30 cm Topf umgesetzt. Lange Wurzeln können gekürzt werden (regt Wurzelwachstum an) und die Triebe werden etwas tiefer eingesetzt als zuvor.
Basilikum-mit-Beschriftung-Steiermarkgarten

Basilikum liebt es sehr warm und verträgt überhaupt keinen Frost. Erst nach den Eisheiligen können die Pflanzen ins Freie gestellt oder gesetzt werden. In einem Freilandbeet sollte ein Reihenabstand von 25 cm eingehalten werden.
Der höchste Aromagehalt besteht direkt vor der Blüte, daher ist dieser Zeitpunkt die ideale Erntezeit. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis September. Triebe mit Blütenansätzen sollten rechtzeitig geschnitten werden, weil das Aroma beim blühenden Kraut extrem abnimmt bzw. manche Sorten dann überhaupt nicht mehr genießbar sind. Grundsätzlich kann aber jederzeit bei Bedarf geerntet werden. Dabei schneidet man jeweils die Spitzen und belässt 2-3 Blattpaare bestehen, die auch später nicht geerntet werden. Dadurch werden die Pflanzen kräftiger und treiben neue Seitentriebe aus, die Blütenbildung wird verhindert und die Pflanze wird buschiger.
Basilikum-Blütenansatz-Steiermarkgarten

Die Pflanze kann sehr einfach über Stecklinge vermehrt werden. Einen eigenen Beitrag zu dieser Methode findet ihr hier. Alternativ kann man auch Samen einer Pflanze sammeln, indem man sie blühen lässt. Die Samen sollten gut ausgereift sein, daher wartet man bis die Blüten verwelkt, vollständig getrocknet und die Samenkapseln braun sind. Dann haben sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe vollständig in den Samen gespeichert.
Bei den geeigneten Konservierungsmethoden scheiden sich die Geister. Nur in einem sind sich alle einig: Ganz frisch gepflückt schmeckt Basilikum am besten und aromatischsten. Trocknen ist möglich, aber unserer Meinung nach verliert das Kraut dabei sehr an Aroma. Einfrieren klein geschnittener Blätter funktioniert ebenfalls, aber auch hier bleibt das besondere Aroma nicht so gut erhalten. Bei beiden Methoden ist das konservierte Kraut mindestens 1 Jahr haltbar.
Das Kraut ist grundsätzlich einjährig. Man kann es aber ab September, wenn die Temperaturen ca. unter 12°C fallen, ins Haus holen und auf der Fensterbank weiterpflegen. Auch hier ist auf eine gleichmäßige Wasserversorgung zu achten.


Liebstöckel / Liebstock / Maggikraut

Liebstöckel hat den Spitznamen „Maggikraut“ aufgrund seiner intensiven Würze mehr als verdient. Es ist DAS Kraut zum Würzen von Suppen. Geringe Mengen sind ausreichend, weil es seine Wirkung erst beim Kochen entfaltet. Die Blätter finden Anwendung als Gewürz, Wurzel und Samen verwendet man in der Heilkunde.
Liebstöckel-Steiermarkgarten

Liebstöckel (lat. Levisticum officinale) zählt zur Familie der Doldenblütler und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Sie fühlt sich an einem sonnigen bis halbschattigen Standort in einer tiefgründigen, humosen Erde wohl. Wir verwenden ein Gemisch aus Gartenerde und Komposterde im Beet. Für die Kultivierung im Topf ist Qualitätsblumenerde geeignet. Mehrjähriger Liebstöckel kann bis zu 2 m hoch werden und wächst sehr buschig, daher braucht er viel Platz (mindestens 50 cm Pflanzenabstand). Das Kraut ist selbst-unverträglich und sollte aus diesem Grund maximal einmal in vier Jahren am selben Standort angebaut werden. Es benötigt konstante Feuchtigkeit, die in einem Beet mit Hilfe von Mulchen in der Regel ausreichend erhalten bleibt. Beim Anwachsen und an heißen Sommertagen sollte zusätzlich gegossen werden, ebenso im Topf. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Zu Austriebbeginn im März/April freut sich überwinterter Liebstöckel über eine ordentliche Gabe gut verrotteten Kompost oder sonstigen organischen Dünger. Er ist sehr anfällig für Blattläuse, die sich gerne an den frischen Triebspitzen oder Blüten ansiedeln. Solange es nicht so viele sind und die Pflanze trotzdem uneingeschränkt wächst, kann man darüber hinwegsehen. Sobald die Pflanze aber beginnt zu leiden, kann Seifenlauge Abhilfe schaffen (1 Esslöffel Schmierseife und 1 Liter Wasser in einen Zerstäuber füllen und damit die Läuse besprühen, einige Male wiederholen).
Die Aussaat von Liebstöckel erfolgt klassischer Weise im Spätherbst oder im Frühjahr ab April direkt im Freilandbeet. Ca. 15°C ist die ideale Keimtemperatur. Durch Anzucht auf der Fensterbank ab März kann man sich einen Saisonvorsprung verschaffen.
Die Erntezeit erstreckt sich von April bis September, wobei die jungen und zarten Blätter im Frühling am besten schmecken. Sie enthalten weniger Bitterstoffe als im Hochsommer. Außerdem hat das Kraut vor der Blüte den höchsten Aromagehalt. Durch Abschneiden der Triebe knapp oberhalb der Erdoberfläche wird der Neuaustrieb gefördert. Allerdings sollte man der mehrjährigen Pflanze ab etwa Juli etwas Ruhe gönnen und keine frischen Triebe mehr ernten. Dadurch gibt man ihr die Möglichkeit der normalen Entwicklung und Einlagerung von Nährstoffen in das überlebensnotwendige Rhizom.
Liebstöckel-Maggikraut-Steiermarkgarten

Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Teilung. Idealer Zeitpunkt für die Teilung ist der Frühling vor dem ersten Austrieb der Pflanze oder der Spätherbst vor dem ersten Frost. Man gräbt das Kraut aus, teilt die Wurzel etwa in der Mitte mit einem Spaten und pflanzt die einzelnen Teile wie gewohnt ein.
Liebstöckel ist winterhart. Im Winter sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und im unterirdischen Rhizom werden Nährstoffe für den Neuaustrieb im folgenden Frühling eingelagert.
Als Konservierungsmethoden eignen sich sowohl Einfrieren als auch Trocknen. Zum Einfrieren werden die Blätter zunächst klein geschnitten und je nach Belieben in einem Behälter oder mit Wasser bzw. Öl in Eiswürfelbehältern portionsweise eingefroren. Das Trocknen funktioniert am besten indem man die frisch geernteten Stiele zu Bündeln zusammengebunden und Kopfüber an einem luftigen, trockenen, warmen Ort aufhängt. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. Bei beiden Methoden ist das konservierte Kraut mindestens 1 Jahr haltbar.

Minze

Dieses Kraut darf in keinem Küchengarten fehlen, weil es im Sommer diverse Getränke und Gerichte – insbesondere Nachspeisen – aufpeppt. Es gibt eine große Auswahl an Sorten mit verschiedensten Geschmacksrichtungen.
Minze zählt zu den pflegeleichtesten Kräutern überhaupt und passt eigentlich in die Kategorie „Unkräuter“, weil sie sogar wächst und immer wieder neu austreibt, wenn man sie komplett vernachlässigt.
Zu dieser Pflanze haben wir hier bereits einen sehr ausführlichen Beitrag veröffentlicht.
Minze-Steiermarkgarten

Nicht verpassen, morgen geht es weiter mit
  • Oregano
  • Petersilie
  • Rosmarin

Liebe Grüße,
 

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Kommentare:

  1. Ja, diese Kräuter habe ich auch immer frisch im Garten! Ich freu mich schon so darauf, wenn es endlich im Garten wieder losgeht!
    Ich wünsche Euch ein zauberhaftes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Liebe Claudia,
      wir freuen uns auch schon sehr!
      Danke ebenfalls und liebe Grüße,
      Carina und Petra

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  2. Mein Rosmarin im Topf ist wirklich gigantisch. Er war jetzt extrem gefroren, bekam dann noch eine heftige Dachlawine ab und sieht jetzt schon wieder wie aus dem Ei gepellt aus. Basilikum dagegen ist bei mir immer etwas mimosenhaft.
    Viele Grüße von
    Margit

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    1. Liebe Margit,
      wow, gratuliere zu deinem Rosmarin! Basilikum braucht viel Sonne und Wärme, viel Wasser und regelmäßige Düngergaben - dann wächst er prächtig.
      Liebe Grüße,
      Carina und Petra

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  3. Liebe Carina, liebe Petra,
    Oh schön, eine Serie über Kräuter finde ich toll. Ich hatte im letzten Jahr solche Probleme mit dem Liebstöckel. Ich denke, es war ihm zu trocken. Ich werde es in diesem Jahr nochmal mit einem anderen Standort probieren, denn ich werde meine Kräuterbeete vergrößern. Man kann davon ja nie genug haben...
    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Liebe Steffi,
      danke, das freut uns. Das mit deinem Liebstöckel kann sein - er mag es nicht zu trocken. Außerdem braucht er nährstoffreiche Erde und viel Platz. Viel Erfolg! Und nein: Man kann wirklich nie genug Kräuter haben :-)
      Liebe Grüße,
      Carina und Petra

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  4. Bei dem Versuch Basilikum anzubauen, hatte ich bisher immer nur durchschnittlichen Erfolg. Nachdem ich euren Beitrag gelesen habe, vermute ich, dass ich einfach falsch gegossen habe. Ihr schreibt, Basilikum benötigt konstante Feuchtigkeit. Ich glaube ich habe definitiv zu wenig gegossen. Das werde ich dieses Jahr besser im Auge behalten und hoffentlich mehr ERfolg haben. Vielen Dank für die tollen Infos :).

    Liebe Grüße, Laura

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    1. Liebe Laura,
      leicht möglich - je nach Topfgröße muss man Basilikum an heißen Sommertagen sogar 2x täglich gießen, er benötigt viel Wasser. Wir wünschen dir viel Erfolg!
      Liebe Grüße,
      Carina und Petra

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  5. Gut, dass ihr die Kräuter vorstellt, dann verpasse ich den Zeitpunkt für die Aussaat nicht.
    L G Pia

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    1. Liebe Pia,
      danke, bald geht es los. Mit Pflanzenlampen o.ä. passendem Licht für die Anzucht auch schon früher.
      Viel Spaß und Erfolg dabei!
      Liebe Grüße,
      Carina und Petra

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