Viele Pflanzen können sehr einfach über Stecklinge vermehrt werden. Dazu zählen unter anderem mediterrane Kräuter wie zum Beispiel Bohnenkraut, Currykraut, Estragon, Johanniskraut, Lavendel, Oregano, Rosmarin, Salbei und Thymian. Wie genau es funktioniert, erfährt ihr hier in einer detaillierten Step-by-Step-Anleitung.


Schritt für Schritt Anleitung:

1.    Einen ca. 10 cm langen Zweig mit einer sauberen, scharfen Schere oder einem Messer knapp unterhalb eines Blattknotens abschneiden (üblicherweise eignen sich grüne Triebe besser als verholzte).
2.    Die unteren Blätter entfernen, obere Blattpaare bestehen lassen.
3.    Einen Tag lang in ein Glas mit Wasser stellen, so dass die untersten 3-5 cm des Stecklings im Wasser stehen.
4.    In eine nährstoffarme Erde stecken. Am besten eignet sich dazu Anzuchtserde oder ein Gemisch aus Gemüseerde und Sand.
5.    An einen hellen, warmen Standort ohne direkte Sommermittagssonne stellen.
6.    Gleichmäßig feucht halten, nicht zu nass.
7.    Die Wurzelbildung kann beschleunigt werden, indem man den Topf mit Klarsichtfolie bedeckt. Das erzeugt nicht nur einen Glashauseffekt, sondern bringt auch eine angenehme Begleiterscheinung - gut angegossen muss kaum mehr gegossen werden, weil die Feuchtigkeit zirkuliert. Bei Verwendung einer Abdeckung sollte unbedingt täglich gelüftet werden.
8.    Je nach Pflanze und Temperaturen bilden sich die ersten Wurzeln schon nach einer Woche und nach 4-8 Wochen beginnen die Stecklinge zu wachsen.
9.    Sobald die Stecklinge neue Blätter ausbilden und beginnen zu wachsen, sollte man sie langsam an die Sommermittagssonne gewöhnen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt man sie zu pflegen wie erwachsene Pflanzen.
     
      

Ihr seht also - eigene Kräuter zu vermehren funktioniert sehr leicht und ohne großen Aufwand. Man schneidet einen Trieb ab und stellt ihn in ein Glas mit Wasser bzw. steckt ihn in einen Topf mit Anzuchtserde bis er Wurzeln schlägt. Idealer Zeitpunkt ist der Frühling, wenn die Pflanzen frische Triebe bilden und beginnen zu wachsen. Alternativ kann man es auch noch im Herbst versuchen, aber damit habe ich leider keine guten Erfahrungen gemacht. Die Stecklinge haben nicht gut gewurzelt und außerdem muss man bedenken, dass man sie bei dieser Variante bis zum nächsten Frühjahr im Haus überwintern muss.

Viel Erfolg dabei und liebe Grüße,

Zum Pinnen:

Stecklinge-Pin-Steiermarkgarten

Trotz des widerlichen Gestanks verwende ich Brennesseljauche laufend in meinem Garten, weil meine Pflanzen sie lieben. Sie ist DER Bio-Dünger. Meine Tomaten, Paprika, Kürbisse und weitere Starkzehrer mit hohem Stickstoffbedarf bekommen nichts anderes als Wasser und Brennesseljauche und gedeihen prächtig.
Brennesseljauche-Steiermarkgarten

Die Herstellung ist sehr einfach. Man benötigt dazu lediglich Gartenhandschuhe, eine Gartenschere, einen Plastiktrog oder Holzbottich und Wasser.

Schritt für Schritt zur fertigen Jauche

1. 1 kg Brennnesseln schneiden (Ich wiege die Menge nicht genau ab, sondern schneide ca. so viel bis mein Plastiktrog fast ganz voll ist). Gartenhandschuhe schützen vor dem Brennen.
2. Brennnesseln in einen großen Plastiktrog oder Holzbottich geben (Kein Gefäß aus Metall verwenden! Damit entstehen chemische Reaktionen).
3. An einen sonnigen Platz stellen, am besten irgendwo am Gartenrand, weit weg vom Sitzplatz, weil die Jauche mit der Zeit extrem zu stinken beginnt.
4. Mit 10 l Wasser aufgießen (Auch hier wiege ich nicht genau ab, sondern verwende soviel, dass die Brennnesseln eben mit Wasser bedeckt sind).
5. Abdecken, damit keine Tiere hineinfallen können (bei einer Bekannten ist ohne Abdeckung schon einmal eine Maus ertrunken).
6. 2-3 Wochen gären lassen (je nach Wetterlage, in der Sonne verläuft der Gärungsprozess schneller). Täglich umrühren.
7. Bei Bedarf etwas Steinmehl oder stark duftende Pflanzen wie Lavendel unterrühren, um den Gestank zu verringern.
8. Die Jauche ist fertig, wenn sie dunkel gefärbt ist und keine Blasen mehr aufsteigen.

Ich gebe die übrig gebliebenen Reste der Brennnesseln zum Kompost und lagere die fertige Jauche abgedeckt im Trog im Schatten. Zur Entnahme tauche ich meine Gießkanne in die Jauche und fülle sie dann mit Wasser auf.
Brennnesseln-Steiermarkgarten

Brennnesseljauche-in-Trog-Steiermarkgarten

Verwendung als Dünger

Die fertige Jauche mit Wasser verdünnen und die Pflanzen damit gießen:
  • bei großen, älteren Pflanzen im Mischverhältnis 1:10
  • bei Setzlingen und Jungpflanzen im Mischverhältnis 1:20
Während des Gärungsprozesses werden Stickstoff und Spurenelemente der Brennnessel herausgelöst, die von den damit gegossenen Pflanzen aufgenommen werden. Die enthaltene Kieselsäure festigt die Zellwände der damit gegossenen Pflanzen.
Aufgrund des Gestanks empfehle ich die Verwendung von Brennnesseljauche nur für Pflanzen im Garten. Wen der Gestank nicht stört, kann sie natürlich auch für Zimmerpflanzen verwenden.

Brennesselbrühe gegen Blattläuse

Für die akute Bekämpfung von Blattläusen wird Brennnesselbrühe verwendet. Die Herstellung erfolgt ähnlich wie für die Brennnesseljauche: 1 kg Brennnesseln mit 10 l Wasser aufgießen und zudecken, nur 1 Tag stehen gelassen. Nach 12-24 Stunden kann man sie bereits verwenden. Als wertvoller Wirkstoff gilt hier das Nesselgift. Die Brühe in einen Zerstäuber füllen und 3 Tage hintereinander unverdünnt auf die Pflanzen sprühen. Damit habe ich allerdings nicht so tolle Ergebnisse erzielt wie mit Seifenlauge - diese gilt für mich als ultimatives Mittel gegen Blattläuse.



Liebe Grüße,
Zum Pinnen:
Brennnesseljauche-Pin-Steiermarkgarten