Gemüseanbau - 5 Tipps für eine ertragreiche Ernte

Ihr Lieben, herzlichen Dank für eure netten Kommentare und herzlich Willkommen an alle neuen Leser! Damit ihr Bescheid wisst: Wir werden nicht immer jeden einzelnen Kommentar beantworten bzw. jeden einzelnen Leser willkommen heißen. Wir freuen uns aber immer riesig über jeden Einzelnen und eure Kommentare sind Balsam für die Seele!
Schön, dass ihr euch auf die kommenden Gartenrundgänge freut und gespannt seid, welche selbstgemachten Dinge wir als nächstes zaubern. So viel sei verraten – wir sprühen schon vor Ideen :-) Bis es soweit ist, beginnen zunächst einmal die ersten Arbeiten im Garten…

Je nach Wetterlage starten wir mit dem Gemüseanbau in unseren Hochbeeten Ende Februar oder Anfang März. Die meisten Pflanzen ziehen wir selbst aus Samen, manche kaufen wir aber auch als Jungpflanzen zu, insbesondere wenn wir nicht so große Mengen benötigen.
Ihr wollt auch schon voll durchstarten? Perfekt – hier sind unsere Tipps für eine ertragreiche Gemüseernte.


1. Startkapital Boden:

Damit die ersten Samen alle Nährstoffe bekommen, die sie für ein starkes Wachstum benötigen, gilt es die Beete rechtzeitig vorzubereiten.
Wenn ihr zum ersten Mal Gemüse anbauen wollt, findet ihr hier einen Beitrag über den Aufbau und die Befüllung von Hochbeeten bzw. hier einen Betrag über die Anlage eines Gemüsebeets.
Unsere Hochbeete haben wir im Herbst mit Ästen, Laub, Schnittgut und weiterem Pflanzenmaterial aufgefüllt, das zu dieser Zeit gerade angefallen ist. Jetzt kommt noch eine 2-3 cm dicke Schicht Kompost darauf und der Rest wird mit Gartenerde aufgefüllt.
Den Boden im Gemüsebeet haben wir ebenfalls schon im Herbst grob gelockert. Jetzt wird eine Schicht reifer Kompost und bei Bedarf zusätzlich noch etwas Sand eingearbeitet. Hier beginnen wir mit der Kultivierung frühestens Ende März, weil der Boden im Vergleich zu jenem in den Hochbeeten noch viel kälter ist. Bis dahin hat sich der Boden dann auch gelockert und gesetzt, und wir werden die Oberfläche nur noch mit einem Rechen glätten.
Eine Gründüngung haben wir in der letzten Gartensaison leider verabsäumt. Der Boden eines Gemüsebeets sollte grundsätzlich nie leer stehen. Damit verhindert man die Ausbreitung von Unkraut, der Boden wird durchgängig mit den nötigen Nährstoffen versorgt und tiefgründig gelockert. Dieses Jahr gegen Sommerende wollen wir jedenfalls Gründüngerpflanzen säen.

2. Einen Pflanzplan zeichnen:

Nachdem man sich überlegt hat, welche Gemüsesorten man im eigenen Garten – je nach Geschmacksvorlieben und vorhandenem Platz zur Kultivierung – anbauen möchte, sollte man einen Anbauplan skizzieren. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass unterschiedliche Pflanzensorten unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse haben und sich nacheinander oder nebeneinander gesetzt, positiv bzw. negativ beeinflussen. Einen Beitrag über Pflanzenbedürfnisse (Fruchtwechsel, Fruchtfolge, Mischkultur und gute Nachbarschaften) findet ihr hier.
Außerdem lässt sich die Bewirtschaftung über die gesamte Gartensaison so besser planen. Mit der richtigen Einteilung, passenden Vor-, Haupt- und Nachkulturen sowie Folgesaaten kann man die ganze Saison über frisches Gemüse ernten.

3. Das passende Saatgut:

Will man Saatgut aus dem Vorjahr verwenden, empfiehlt es sich eine Keimprobe zu machen. Wir geben dazu ein paar Lagen Küchenpapier auf einen großen Teller, streuen je Gemüsesorte ca. 20 Samen darauf und befeuchten sie. Danach bedecken wir den Teller mit einer Klarsichtfolie und stellen ihn an einen warmen Ort, z.B. auf die Fensterbank. Das Papier muss immer feucht bleiben, die Samen dürfen aber nicht im Wasser schwimmen und es sollte immer wieder – zumindest täglich – gelüftet werden. Keimen nach 1-2 Wochen (bei der Keimdauer sollte man sich nach den Verpackungsangaben richten) ca. 75% der Samen, verwenden wir sie ganz normal wieder. Keimen nur mehr 50%, säen wir das Saatgut konzentrierter in den Beeten. Keimen weniger als 50%, kaufen wir neues.
Beim Kauf von neuem Saatgut muss sich jeder selbst entscheiden, worauf er Wert legt – Bio, Standard, Zertifiziertes Saatgut, pilliertes Saatgut, Saatbänder, u.s.w.

4. Zeitplan:

Je nach Gemüsesorte variiert der perfekte Zeitpunkt bzw. Zeitraum für die Aussaat. Manche Sorten wie Tomaten, Paprika und Kürbisgewächse benötigen sogar einige Monate Vorlaufzeit bevor sie ins Freiland gesetzt werden können. Zu den Frühstartern in unseren Beeten zählen Radieschen, Salat, Karotten, Lauch, Wurzelpetersilie und Erbsen. Diese werden wir in den kommenden Wochen säen. Feldsalat hat im Hochbeet überwintert.
Wir vermerken in unseren Kalendern auch gleich passende Zeitpunkte für Folgesaaten. Radieschen säen wir z.B. alle 4-6 Wochen und garantieren damit eine laufende Ernte über den ganzen Sommer.
Wir können mit der Kultivierung in unseren Hochbeete schon zeitig starten, weil wir sie als Frühbeete verwenden. Dazu decken wir sie mit einer Folie oder einem Vlies ab und ermöglichen so eine frühere Kultivierung. An warmen Tagen muss unbedingt gelüftet werden, sonst werden die Pflänzchen kümmerlich und anfälliger für Krankheiten. Das Gemüsebeet wird erst später bepflanzt, wenn sich der Boden schon besser erwärmt hat.
Bei der Aussaat richten wir uns zusätzlich nach dem Mondkalender. Zumindest berücksichtigen wir folgende Grundregel: Wurzelpflanzen, wie z.B. Karotten, Radieschen, Sellerie, Wurzelpetersilie und Zwiebeln (Pflanzen, die ihre Früchte unterirdisch ausbilden) säen wir bei abnehmenden Mond, alle anderen bei zunehmendem Mond (Pflanzen, die ihre Früchte oberirdisch ausbilden). Kopfsalat ist die Ausnahme. Dieser wächst zwar nach oben, wird aber auch bei abnehmendem Mond gesät. Immerhin beeinflusst der Mond sogar Ebbe und Flut, also wird schon was dahinter stecken, oder?!

5. Ein bisschen Pflege, Füße hoch und genießen:

Wer die vorigen Punkte beachtet, muss nach der Aussaat in der Regel nicht mehr viel Zeit für die Gemüsebeete aufwenden.
Gießen: Wir haben eine automatische Bewässerung installiert, dadurch werden die Pflanzen gleichmäßig und mit Tröpfchen bzw. einem feinen Wasserstrahl versorgt.
Mulchen, Mulchen, Mulchen: Der moderne Gärtner weiß, dass Mulchen viele Vorteile und Zeitersparnis mit sich bringt. Es ist Unkrautbremse und Wassersparer zugleich, und versorgt den Boden – je nach Mulchmaterial – mit Nährstoffen.
Rechtzeitig Ernten: Die meisten Gemüsesorten werden nicht besser, je länger man sie im Beet stehen lässt. Sie platzen, schießen und werden weniger genießbar. Besser sofort ernten, sobald sie reif sind und dadurch auch wieder Platz für Folgesaaten schaffen.
Zum "Fine Tuning" zählen Düngen, Anhäufeln u.s.w.


Habt ihr noch weitere Tipps zum Gemüseanbau? Welche Erfahrungen habt ihr bereits gemacht? Haben wir etwas vergessen?

Wir wünschen euch einen erfolgreichen Start uns Gartenjahr!
Liebe Grüße,

P.S.: Jetzt ist noch die ideale Zeit um Sprossen zu ziehen! Diese sind teilweise schon nach 1 Woche verzehrbereit und stecken voller Vitamine und wertvollen Nährstoffen. Einen Beitrag zur Sprossenanzucht findet ihr hier. So vergeht die Zeit bis zur ersten Gemüseernte gleich schneller. 

Verlinkt bei: Gartenglück, ANL




Kommentare:

  1. Euer Gemüse sieht köstlich aus...ich bin ja keine Gemüsegärtnerin, aber Sprossen hab ich grad auch in meiner Box stehen. ;-)
    Ein nettes Wochenende wünscht euch Marita

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  2. Das ist ja toll, so viel eigenes Gemüse. In meinem alten Garten habe ich den Gemüseanbau eingestellt, weil ich zum Teil nur einmal in der Woche dort bin. Gemüse braucht aber mehr Aufmerksamkeit. Am Haus habe ich versucht, ein wenig Gemüse in Gefäßen anzubauen... bin aber leider gescheitert! Entweder bekam es irgendwelche Schädlinge oder es wuchs einfach nicht... alles in allem kein Erfolg. Ich habe dann irgendwann entnervt aufgegeben. Schade!
    Viele Grüße von
    Margit

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  3. Vielen Dank für die tollen Tipps! Mich fuchsen im Moment einige Paprikasamen. Sie wollen einfach nicht aufgehen.

    LG Kathrin

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    1. Liebe Kathrin,
      mir ist es letztes Jahr genau so ergangen. Keine Ahnung was mit den Paprikasamen los ist, ich dachte, dass sie - so wie Tomatensamen - mindestens 3-5 Jahre gut keimen. Vor lauter Warten habe ich erst Ende April neue gezogen und bin im Mai mit sehr mickrigen Pflänzchen da gestanden.
      Daher habe ich diesmal eine Keimprobe gemacht und neues Saatgut gekauft. Grundsätzlich sollte es diesmal klappen. Mit Paprika und Tomaten starte ich allerdings erst im März. Leider habe ich nicht so ein tolles Gewächshaus wie du.
      Liebe Grüße,
      Carina

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  4. Hallo Carina und Petra,
    früher hatte ich einen großen Gemüsegarten, heute nur noch ganz klein, da gibt's nicht viel zu Planen. Manchmal, wenn ich diesen Beitrag hier lese z.B., vermisse ich ihn. Die Sprossenzucht am Fensterbrett betreibe ich aber immer sehr gerne. Auch mit Kräutern klappt es gut. Ich wünsche Dir ein erfolgreiches Gartenjahr mit reichlich Ernte.
    Alles Liebe
    Monika

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  5. Super Tipps für den Gemüseanbau! So kann man sich auf eine gute Ernte einstellen. Ich selber habe nur einen Kräutergarten, der mir aber auch viel Freude macht.
    Liebe Grüße
    Loretta

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  6. Good tips & colorful photos. I have it like Loretta: only a herb garden but pick there daily flavors to my kitchen. Still a lot to use in the freezer. Happy planning!

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  7. Ihr steckt ja schon mächtig in der Planung! So weit bin ich mit dem Gemüsegarten und seiner Planung noch nicht. Das geht meist eher spontan, muss ich gestehen. Aber frische Sprossen stehen bei mir auch auf der Fensterbank. Ein bisschen Grün braucht man ja.
    LG und ein schönes Wochenende
    Melanie

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  8. Liebe Carina und Petra!
    Man spürt schon richtig eure Freude :-) Ihr habt alles geschrieben, mir fällt dazu nichts mehr ein ;-)
    Ich kann es auch kaum abwarten, bei uns liegt noch Schnee aber ich hoffe, daß es bald los geht.
    Ich schicke Euch ganz liebe Grüße und wünsche Euch beiden noch einen schönen Sonntag!
    Andrea

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  9. Danke für den Tip mit der Keimprobe. Das wusste ich bisher noch nicht.
    Bevor's bei uns mit dem Gemüseanbau losgeht, muss ich allerdings bis mindestens Mitte März noch warten.
    LG Sigrid

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  10. Danke für diesen tollen Post zum Gemüseanbau!
    BEi uns ist dieses JAhr Pause, das Hochbeet muss erst neu gestaltet werden, und ih hätte auch gern einen festen Boden darunter, denn im alten kamen immer die Nacktschnecken durch ...*seufz*
    Auf der Terrasse habe ich Töpfe mit Kräutern, Tomaten und Chilis, und ab und zu auch Topf-Kopfsalat ;O)
    ღ Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche ღ
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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    1. Liebe Claudia,
      als Schneckenschutz kann ich dir ein Metallblech bestens empfehlen. Dieses kostet zwar etwas mehr als andere Schneckenzäune, aber durch die Abkantung nach unten ist es für Schnecken unmöglich ins Beet zu gelangen. Auf dem Bild oben mit den Hochbeeten siehst du wie es aussieht. Wir haben diese Metallbleche gleich beim Aufbau unserer Hochbeete mit montiert und hatten in den letzten Jahren nur 2 Schnecken im Beet, deren Eier wahrscheinlich schon in der Erde waren.
      Mit deinen Topfpflanzen auf der Terrasse wünsche ich dir jedenfalls viel Erfolg!
      Eine schöne Woche und liebe Grüße,
      Carina

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  11. Zunächst einmal herzlichen Dank für deinen lieben Besuch beim Rostrosen-Blog, liebe Carina! Und nun möchte ich euch noch sagen, dass mich dieser Beitrag ziemlich begeistert, da ich heuer unbedingt vorhabe, mehr Gemüse anzubauen als bisher. Habt ihr nicht Lust, diesen Beitrag bei meiner Aktion ANL zu verlinken? Das Linkup gibt es ab 14.1. in meinem Blog, es geht dabei um Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Lebensqualität in ALLEN Lebensbereichen, ob das nun Garten, Einrichtung, Kleidung, Hobby etc. betrifft - mehr darüber könnt ihr HIER lesen: http://rostrose.blogspot.co.at/2016/01/die-spielregeln-von-anl-in-aller-kurze.html
    Ich würde mich freuen, wenn ihr dabei seid - auch mit anderen passenden, gerne auch älteren Beiträgen!
    Herzliche Rostrosenmontagsgrüße,
    Traude


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  12. Hallo Ihr Beiden,
    das hört sich alles super gut an.
    Die Idee mit den Sprossen werde ich am Wochenende umsetzen. Das geht schnell und ein wenig Frische aufs Brot ist doch auch lecker.
    Habt einen schönen Tag und lieben Gruß
    Nicole

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  13. Oh, das ist ein toller Blog. Habe ihn gerade durch Zufall entdeckt. Ich freue mich auch schon auf die neue Saison. Leider habe ich nur wenig Platz aber die eigene Ernte ist einfach etwas ganz besonders.
    Ich freue mich schon auf viele weitere Tipps!
    LG Natascha

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