Schonend Trocknen

Frisch geerntet sind die meisten Kräuter qualitativ am hochwertigsten. Es gibt aber verschiedene Konservierungsmethoden um sich einen Vorrat für den Winter anzulegen. Eine davon ist das Trocknen. Allerdings sind nicht alle Kräuter zum Trocknen geeignet - einige verlieren dadurch komplett ihr Aroma, andere gewinnen jedoch sogar an Aroma dazu (z.B. Oregano). Geeignet sind unter anderem Arnika, Beifuß, Bohnenkraut, Estragon, Frauenmantel, Kamille, Königskerze, Lavendel, Majoran, Malve, Minze, Oregano, Ringelblume, Rosmarin, Salbei, Schafgarbe, Schlüsselblume, Thymian, Ysop, Zitronenmelisse und Zitronenverbene.


Der richtige Erntezeitpunkt spielt eine Rolle, um aromatische und inhaltlich besonders wertvolle Kräuter zu erhalten. Idealerweise erntet man ...
·         an einem sonnigen, trockenen Tag
·        nicht nach Regen oder starker Trockenheit
·   Pflanzen mit ätherischen Ölen bei Blühbeginn (z.B. Bohnenkraut, Lavendel, Minze, Salbei, Thymian und Zitronenmelisse) oder zur Vollblüte (z.B. Arnika, Frauenmantel, Kamille, Königskerze, Malve, Schlüsselblume) kurz vor der Mittagszeit, wenn die Pflanzen vollständig vom Morgentau getrocknet sind
·      Blüten mit einem hohen Gehalt an Flavonen (gelbe Pflanzenfarbstoffe) am frühen Nachmittag gegen 14 Uhr (z.B. Ringelblume)
Man kann aber nichts falsch machen, wenn man die Kräuter zu einem anderen Zeitpunkt erntet. Die Inhaltsstoffe sind nachweislich immer vorhanden, nur vielleicht in geringerer Menge.
Wir ernten einen Teil der Kräuter zum Trocknen erstmals im Juni. Zu diesem Zeitpunkt sind sie in der Regel schon ordentlich angewachsen, haben einen hohen Gehalt an ihren wertvollen Inhaltsstoffen und wachsen schnell wieder nach.

Die geernteten Kräuter sollte man nur waschen, falls unbedingt notwendig und in diesem Fall mit Küchenrolle trocken tupfen. Durch das Waschen verlieren sie nämlich an Qualität und neigen leichter zum Schimmeln. Stattdessen sollte man sie nur leicht abklopfen bzw. abschütteln. Bei Bedarf kann man den jeweiligen Kräuterstrauch kurz vor der Ernte auch leicht mit Wasser abbrausen, trocknen lassen und dann ernten.

Nun zum Trocknen:
Je schneller der Trocknungsvorgang verläuft, desto mehr Inhaltsstoffe können die Kräuter speichern. Idealerweise dauert er nicht länger als 3-4 Tage. Die Kräuter sollten so wenig wie möglich zerkleinert werden, weil das die Zellstruktur verletzt, wodurch wiederum ätherische Öle und andere Inhaltsstoffe austreten können.
Am besten geeignet ist ein warmer (aber nicht > 30°C), schattiger, luftiger und windgeschützter Ort. Nicht in der direkten Sonne! Hier gehen die Inhaltsstoffe verloren. Bei uns funktioniert das Trocknen am schattigen Balkon am besten.
Überall ist zu lesen, dass man die Kräuter zum Trocknen zu kleinen Sträußen zusammenbinden und kopfüber aufhängen soll. Grundsätzlich kann man es so machen, man sollte sich jedoch überlegen welchen Teil des Krauts man in weiterer Folge aufbewahren will. Die Wirkstoffe strömen während des Trocknungsvorgangs nämlich zum Stängel zurück. Aus diesem Grund zupfen wir Blätter oder Blüten ab, wenn wir nicht das gesamte Kraut benötigen, und breiten diese nicht zu dicht nebeneinander in Weidenkörben und Kartonschachteln mit Durchzugslöchern aus. Kartonschachteln bekommt man gratis in jedem Supermarkt und man kann sie ganz einfach übereinander stapeln, was Platz spart. Wer will, kann sich auch seinen eigenen Kräutertrockner bauen: Holzrahmen bauen und Fliegengitter anbringen. Werden mehrere Rahmen übereinander gelagert, sollte jeweils ca. 10-15 cm Raum zwischen den einzelnen Ebenen sein, damit die Luft zirkulieren kann.
Die Kräuter sind fertig getrocknet, wenn sie rascheln und sich leicht zerbröseln lassen.

Kommentare:

  1. Ich habe bislang mit getrockneten Kräutern keine so gute Erfahrung gemacht und friere daher nun das Meiste ein :) Die Tipps sind wirklich gut, vielleicht starte ich doch noch einen Versuch.

    LG Kathrin

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  2. Liebe Carina,
    Das Kräuter trocknen betreibe ich noch nicht im großen Stil und meist habe ich die Büschel kopfüber aufgehängt. Dein Tipp betreffend Rückzug der Wirkstoffe ist daher sehr wertvoll! Auch das mit den Schachteln finde ich eine gute Idee! Denn es braucht keinen Kräuter-Trockenturm um 50 Euro um auch in der kalten Jahreszeit etwas von den tollen Wirkstoffen zu haben!
    Alles Liebe,
    Julia

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