Sprossen


Spätestens im Februar sind eingelagertes Gemüse und eingefrorene bzw. getrocknete Kräuter aus der vorjährigen Gartensaison meist aufgebraucht und die Natur bietet noch keine frischen Alternativen. Es ist also der ideale Zeitpunkt um sich mit Hilfe von Sprossen dennoch den nötigen Vitamin- und Nährstoffkick zu gönnen.
 
Die Sprossen-Anzucht ist sehr einfach: Die Samen über Nacht in Wasser einweichen, dann gut durchspülen und je nach Sprossenart 1,5 bis 7 Tage an einen warmen Ort (Temperaturen ab 20°C) ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen. Zwei Mal täglich spülen. Eine Anzucht auf der Fensterbank ist ebenfalls möglich, bei direkter Sonneneinstrahlung muss allerdings öfter gespült werden, damit die Sprossen nicht austrocknen.
Für die Anzucht kann man z.B. einen Glaskultivator mit Gewebefilter und Gummiband verwenden. Solche Kultivatoren können im Internet bestellt oder auch selbst gebastelt werden. Das Glas wird mit Sprossen und Wasser gefüllt, geschlossen, das Wasser abgegossen und das Glas in einer 45-Grad-Neigung mit der Öffnung nach unten hingestellt.
Alternativ kann man auch einfach Watte, Toilettenpapier oder Küchenrolle als Saatunterlage verwenden. Diese wird auf einen Teller gelegt, mit Samen bestreut und mit einem Wasserzerstäuber gleichmäßig feucht gehalten. Die Samen dürfen niemals austrocknen, sollen aber auch nicht im Wasser schwimmen.
Einweich- bzw. Spülwasser enthalten wertvolle Mineralien und können als Gießwasser für Pflanzen verwendet werden.
Indem man essfertige Sprossen kurz in ein kaltes Wasserbad legt, schwimmen Samenhülsen an die Oberfläche oder setzen sich am Boden ab. Sie können aber auch mitgegessen werden.
Zum Abtrocknen gibt man die Sprossen auf eine Küchenrolle oder in eine Salatschleuder.
In einer Frischebox oder einem Glasbehälter sind Sprossen im Kühlschrank mindestens 2 Wochen haltbar. Der Boden wird zuvor mit einer Serviette oder Küchenrolle ausgelegt.
Man sollte nur Saaten verwenden, die für die Sprossenkultur gedacht sind!

Ich habe mir bei Hofer folgendes günstiges Anzuchtset gekauft:

Hier werden die Sprossen (nicht ganz 1 Esslöffel) auf das Gitter gegeben und der Behälter mit Wasser gefüllt, so dass die Sprossen voll mit Wasser bedeckt sind. Am nächsten Tag wird das Wasser abgegossen und der Behälter mit frischem Wasser befüllt, so dass dieses gerade am Gitter anstößt (die Sprossen sollen nicht ganz mit Wasser bedeckt sein, weil sie auch Luft zum Keimen brauchen). Dieser Vorgang wird zweimal täglich wiederholt, bis die Sprossen verzehrbereit sind. Man kann ihnen richtig beim Wachsen zusehen.

Beispiel Alfalfa / Luzerne (lat. Medicago sativa):
Die Sprossen enthalten u.a. Vitamin C, B2, B12 und Kalzium, stärken das Immunsystem, wirken unterstützend bei der Entgiftung des Organismus, regen den Stoffwechsel an, verbessern den Milchfluss bei Stillenden, lindern rheumatische Beschwerden und Diabetes. Der Keimprozess dauert 5 Tage.
Alfalfa-Sprossen können auch gut mit Gewürzsorten wie Fenchel, Kümmel, Kresse, Rucola oder Senf kombiniert werden. Dazu nimmt man 2 Teile Alfalfa- und 1 Teil Gewürzsprossen.
 




 
Beispiel Radieschen:
Die Sprossen enthalten u.a. Vitamin A, B1, B2, C sowie Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium. Weiters sind Senföle enthalten, die dem Radieschen nicht nur den typisch scharfen Geschmack verleihen, sondern auch als Antioxidans wirken, das den Körper entgiftet. Radieschen-Sprossen eignen sich für die Frühjahrskur.
Der Keimprozess dauert 4 Tage.
 



 
Wieso sind Sprossen so gesund?
Samen bestehen aus Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß. Wird das Saatgut ins Wasser gelegt, quillt es auf und eine Kette von Reaktionen wird ausgelöst: Während dem Keimprozess aktivieren Hormone die Bildung von Enzymen, die die Nährstoffe in ihre Einzelbausteine zerlegen und neu aufbauen, damit sie für die Sämlinge verwertbar sind. Eiweiße, Mineralstoffe und Vitamine der Sprossen vermehren sich um ein Vielfaches. Die natürlichen Schutzstoffe gegen Bodenschädlinge werden durch das Keimen in ausgereifte Sprossen abgebaut.
Sprossen sind nach der Wachstumszeit zwischen 1,5 bis 7 Tagen am nahrhaftesten. Durch zu lange Sprießzeiten verringern sich die Inhaltsstoffe, weil die Pflanze Nähr- und Vitalstoffe für ihr Wachstum selbst verbraucht.

Bei der Verwendung von Sprossen in der Küche sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Bei uns kommen sie z.B. als Topping von Salaten und Aufstrichen auf den Teller.


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