Thymian

Thymian (lat. Thymus vulgaris), auch Gartenthymian oder Römischer Quendel genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjährige, meist winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Asien und enthält u.a. Zink, ätherische Öle (insb. Thymol), Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Saponin. Es gibt über 200 verschiedene Arten, die als Gewürz- und Heilpflanzen sehr interessant sind. Es wird der oberirdische Teil der Pflanze verwendet.
Thymian hat eine antibakterielle, beruhigende, blutstillende, desinfizierende, entzündungshemmende, krampflösende, pilztötende, schleimlösende, schweißtreibende Wirkung. Er wird hauptsächlich in der mediterranen Küche eingesetzt, ist aber eine vielseitige Heilpflanze, die fast gegen das komplette Spektrum üblicher Beschwerden helfen kann, wie z.B. bei Beschwerden der Atemwege (Bronchitis, Husten, Erkältung, etc.), Verdauungsproblemen (Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, etc.), Rheuma, Gicht, Nierenentzündungen, Blasenentzündungen, Schlaflosigkeit, Verstauchungen, Gelenkschmerzen, schwer heilenden Wunden, Ekzemen, Pickel und in der Frauenheilkunde (Menstruationsprobleme, etc.). In der Schwangerschaft sollte er nicht in großen Mengen verwendet werden.
Außerdem soll Thymian Ameisen von der Terrasse fern halten.

Boden und Standort
Thymian ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen Standort. Er eignet sich ideal für Steingärten und Trockenmauern.
Er fühlt sich in einer sandigen, nährstoffarmen und durchlässigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mischen.
Thymian ist selbstunverträglich und benötigt daher eine 4-jährige Anbaupause zu sich selbst und anderen Lippenblütlern (z.B. Pfefferminze, Majoran).
Als schlechter Nachbar gilt Majoran.
Man kann Thymian auch hervorragend im Topf kultivieren.
Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Thymian kann in warmen Wohnräumen oder Wintergärten von März bis Mai vorkultiviert werden. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchtserde, bedeckt sie nur leicht mit Erde (Lichtkeimer) und hält sie mit Hilfe eines Wasserzerstäubers an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht.
Nach den Eisheiligen können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden. Dabei sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von mindestens 25 cm eingehalten werden.
Pflege
Thymian sollte man nur wenig gießen, Staunässe ist zu vermeiden.
Eine Kiesschicht um die Pflanze sorgt für eine ideale Wärmespeicherung. Eine Mulchschicht darf keinesfalls aufgebracht werden, weil dadurch zu viel Feuchtigkeit gespeichert wird und leicht Schimmel auftreten kann.
Thymian sollte, wenn überhaupt, nur wenig gedüngt werden (im Frühjahr etwas Kompost und Kalk untermischen). Ab Juli darf nicht mehr gedüngt werden, weil die Triebe sonst nicht mehr richtig ausreifen und frostgefährdet sind.
Thymian neigt zum Verholzen. Auf den verholzten Teilen wachsen keine frischen Triebe mehr und so verkahlt der Strauch nach einigen Jahren. Aus diesem Grund ist ein jährlicher, kräftiger Rückschnitt eine wichtige Pflegemaßnahme. Hierzu eignet sich der April, spätestens Mai, wenn sich die ersten neuen Triebspitzen zeigen und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Triebspitzen werden bis wenige cm über dem Holz zurückgeschnitten. Ins Holz sollte man nicht schneiden, denn verholzte Teile treiben nur schwer wieder aus. Das Auslichten ist unter anderem sehr wichtig, damit wieder genug Luft und Licht zur Pflanze kommt (schützt vor dem Befall mit Schädlingen und Pilzen). Im Herbst sollte kein Rückschnitt mehr erfolgen. Durch regelmäßiges Abernten, d.h. Abschneiden neuer Triebe, wächst die Pflanze buschiger aus und die Verholzung kann verzögert werden.
Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis September.
Geerntet werden kann bei Bedarf. Je nach benötigter Menge werden Triebspitzen oder ganze Stängel abgeschnitten. Thymian kann man sowohl frisch als auch getrocknet verzehren.
Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge oder Ausläufer.
Konservieren
Thymian eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.
Überwintern
Thymian kann im Freien überwintern, benötigt aber einen Frostschutz (z.B. Stroh, Tannenzweige.
Im Kübel gepflanzter Thymian sollte ins Haus an einen kühlen, aber frostfreien und möglichst hellen Platz geholt werden. Idealerweise bleibt er nur so kurz wie möglich im Haus (nur, wenn Frost droht). Im Haus werden die Pflanzen nämlich leicht geschwächt und anfälliger für Krankheiten.
Krankheiten und Schädlinge
Thymian ist grundsätzlich ziemlich robust. Krankheiten und Schädlinge treten meist bei Pflegefehlern auf (z.B. Grauschimmel bei Nässe).
Verwendung
Thymian kann sowohl frisch als auch getrocknet als Gewürz in der Küche verwendet werden, z.B. für Gulasch, Braten, Fisch, Muscheln, Suppen, Soße, Salate, Ratatouille, Kräuterbutter und Kräuterlikör.
Als Tee hilft er bei Erkrankungen der oberen Atemwege wie Reiz- und Keuchhusten, Bronchitis, Mandel- und Rachenentzündungen. Dazu 1 Teelöffel Thymian mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Zum Gurgeln kalt werden lassen.
Bei äußerlichen Verletzungen eignet sich eine Tinktur oder ätherisches Öl.
Bei Hautproblemen kommen Aufgüsse oder Kompressen zum Einsatz.
Ein Dampfbad desinfiziert die Atmungsorgane und hilft bei Hautunreinheiten. Es eignet sich besonders gut bei verstopfter Nase, weil die Wirkstoffe über den Dampf direkt an die Nebenhöhlen gelangen und die Schleimhaut gut durchfeuchtet wird. Außerdem werden die Poren geöffnet und die antibakteriellen Stoffe gelangen an die entzündeten Hautbereiche. Für ein Dampfbad kocht man 1l Wasser in einem großen Topf auf, stellt diesen mit einer entsprechenden Unterlage auf den Tisch, gibt 1/2 Esslöffel Kräuter hinzu und beugt sich, mit einem großen Handtuch über dem Kopf, darüber.
Vollbad: 10 Esslöffel getrockneten Thymian mit heißem Wasser übergießen, 1 Stunde ziehen lassen und abseihen, Sud zum Badewasser geben, 10-20 Min baden, danach mind. 1 Stunde Bettruhe einhalten.

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