Teemischungen zusammenstellen

Kräuter können sich in ihren Wirkungen ergänzen, sich gegenseitig geschmacklich und optisch aufwerten. Grundsätzlich kann man einfach Kräuter mit einer passenden Wirkung miteinander kombinieren. Bei ungünstigen Kombinationen ergibt sich aber eventuell ein merkwürdiger Geschmack oder es wird nicht das Optimum der Wirkstoffe herausgeholt oder größere Mengen entmischen sich beim Lagern (kleine oder schwere Teilchen setzen sich unten ab). Bei wahlloser Kombination sehr starker, potentiell giftiger Kräuter bzw. solcher mit Nebenwirkungen kann es auch vorkommen, dass die Wirkstoffe nicht harmonisieren.

Aus diesen Gründen sollte Folgendes beachtet werden:

Die verschiedenen Pflanzenteile sind nicht gleich schwer (Blüten und Blätter sind leichter als Wurzeln), daher empfiehlt sich eine Mengenangabe in Gewichten anstatt in Volumen. Am präzisesten ist eine Angabe der Mengen in Gramm. Als Gesamtmenge finden meist runde Summen, z.B. 50 g oder 100 g Verwendung. Alternativ kann die Mengenangabe auch in "Teilen" erfolgen, z.B. "Mische zu gleichen Teilen."

Für eine Teemischung sollte man maximal 7 Kräuter verwenden, in der Regel reichen schon 3-4 Kräuter aus. Bei einer Mischung von mehr als 7 Kräutern ist nämlich nicht mehr genug vom einzelnen Kraut vorhanden und die Wirkung kann sich somit nicht voll entfalten.

Als Hauptmittel (Remedium cardinale) verwendet man 1-3 Kräuter je Teemischung. Diese bestimmen die Hauptwirkung und sind meist in relativ großen Mengen in der Mischung vorhanden.

Entweder will man eine ganz bestimmte Wirkung erzielen und verwendet aus diesem Grund Hauptkräuter, die die gleiche Wirkung haben (in gleicher Art und Weise, mit gleichen Inhaltsstoffen) wie z.B. Anis, Fenchel und Kümmel gegen Blähungen.

Oder man will eine breitere Wirkung erzielen und verwendet daher Hauptkräuter, die sich in ihrer Wirkung ergänzen wie z.B. bei einer Erkältung: Lindenblüten fürs Schwitzen, Mädesüss gegen Fieber und Schmerzen und Thymian gegen Husten.

Die meisten ungiftigen Kräuter mit guter Heilwirkung eignen sich als Hauptkräuter.

Ergänzungskräuter:

Geschmacksverbesserung: viele wohlschmeckende Kräuter haben eine gute eigene Heilwirkung wie z.B. Minze in einem Verdauungstee, Melisse in einem Beruhigungstee und Fenchel in einem Husten- oder Blähungstee.

Optische Verbesserung: Hier ist die Wirkung nebensächlich, daher verwendet man diese Kräuter in Teemischungen meist nur in sehr geringer Menge, z.B. Hagebutten, Hibiskusblüten, Johanniskrautblüten, Kamillenblüten, Klatschmohn, Kornblume, Lavendelblüten, Malvenblüten, Ringelblumenblüten, Rosenknospen.

Stabilisierung: Flauschige, ein wenig wollige Pflanzenteile verhindern die Entmischung von Teemischungen und bindet die Pflanzenteile in der Gesamtmischung. Hierzu eignen sich z.B. Beifuss, Ehrenpreis, Gänsefingerkraut, Hamamelis, Himbeerblätter, Huflattich, Salbei und Spitzwegerich. Diese Kräuter machen 10-20 % der Teemischung aus.

Nachdem die entsprechenden Kräuter ausgewählt wurden, werden sie in einer Schüssel oder einem großen Schraubdeckelglas gründlich durchgemischt. Anschließend die gleichmäßige Teemischung ins endgültige Glas füllen.

Die Lagerung erfolgt idealerweise in einer luftdichten, dunklen Dose oder einem Glasgefäß.

Die Zusammenstellung der Kräuter sowie Zubereitungsform, Art der Anwendung und Menge der Anwendung sollten aufgelistet werden.




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