Tee-Zubereitung

Heilpflanzentees sollten immer frisch zubereitet werden. Wenn man die Blätter und Samen erst direkt vor der Anwendung zerkleinert, können sie ihre Inhaltsstoffe bis dahin besser speichern. Durch das Zerkleinern kurz vor Gebrauch können sich die ätherischen Öle optimal entfalten.
Dosierung:
Wir verwenden in der Regel 1-2 normale, nicht gehäufte Teelöffel getrocknete Pflanzenteile pro 250 ml Wasser ( 1 Tasse). Bei frischen Kräutern kann die doppelte Dosis verwendet werden.
Für Kinder unter 14 Jahren werden die Angaben im Allgemeinen halbiert.
Bei Kleinkindern werden die Angaben ihrem Alter und Körpergewicht entsprechend geviertelt, bei Säuglingen geachtelt: 1 Teelöffel wird bei 60 kg Körpergewicht verwendet und dementsprechend nur 1/4 Teelöffel bei 15 kg.
Die Tagesmenge von 2-3 Tassen sollte üblicherweise nicht überschritten werden.
Eine Heilkräuterkur dauert meist 3-6 Wochen. Danach sollte man 1-2 Wochen Pause machen, bevor man mit einer weiteren Kur beginnt.

Je nach Pflanzenart gibt es verschiedene Zubereitungsformen, damit sich die Inhaltsstoffe optimal entfalten können:

Überbrühung / heißer Aufguss (Infus):
Dies ist die häufigste Art der Zubereitung. Die Pflanzen werden mit heißem (nicht mehr kochendem) Wasser überbrüht und sofort mit einem Deckel bedeckt, damit die ätherischen Öle nicht entweichen. Dann lässt man den Tee bei geschlossenem Deckel 5-10 Minuten ziehen. Anschließend den Deckel "abklopfen" damit die auf der Unterseite befindlichen ätherischen Öle ins Teewasser fallen. Zum Schluss über ein Sieb oder einen Filter abgießen.

Kaltwasserauszug (Mazerat):
Diese Zubereitungsform findet Anwendung bei schleimhaltigen Kräutern wie z.B. Malve, Eibisch, Leinsamen, Baldrian oder Spitz-Wegerich. Die Schleimstoffe werden bei kochend heißem Wasser nämlich abgebaut und verlieren ihre Wirkstoffe. Manche Pflanzen zieht man auch kalt aus, damit keine unerwünschten (Gift-)Stoffe gelöst werden, wie z.B. das giftige Viskotoxin von Mistelblättern.
Man legt 1 Teelöffel Kraut in 1 Tasse kaltes Wasser und lässt es 1-5 Stunden unter gelegentlichem Umrühren ziehen. Danach abgießen.
Der Nachteil dieser Methode ist die hohe Keimbelastung, denn schon nach wenigen Stunden können Schleimpflanzen zu schimmeln beginnen oder es bilden sich krankmachende Keime. Aus diesem Grund sollte immer nur eine Tasse angesetzt werden und unmittelbar nach Mazeration getrunken werden. Bei Belieben kann man den Tee nach Mazeration auch kurz im Wasserbad erwärmen.

Abkochung (Dekokt):
Diese Zubereitungsform erfolgt bei harten Wurzelstücken, Rinden, getrockneten Früchten oder Drogen mit schwer löslichen Bestandteilen, damit sich die Wirkstoffe aus dem harten Zellverband lösen.
Zunächst 1 Teelöffel des Krauts im Mörser zerkleinern, dann mit 1 Tasse kaltem Wasser im Topf ansetzen, aufkochen lassen und 5-30 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. Danach kurz stehen lassen und abfiltern.

Absud:
Bei dieser Methode werden die Kräuter kurz in Wasser aufgekocht und dann lässt man sie einige Minuten ziehen.

Am besten trinkt man den heißen Tee schlückchenweise im Sitzen, das verbessert die Aufnahme der Inhaltsstoffe im Körper.

Kräuter aus dem Vorjahr können für ein Bad verwendet werden. Dazu füllt man 1-2 Handvoll Kräuter in einen alten Strumpf, bindet diesen zu und gibt ihn in das Badewasser.

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