Sellerie

Sellerie (lat. Apium graveolens), auch Eppich oder Schoppenkraut genannt, zählt zur Familie der Doldenblütler (lat. Apicaceae) und ist eine zweijährige, teilweise winterharte Pflanze. Sie stammt vermutlich aus dem Mittelmeerraum und enthält u.a. Ballaststoffe, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium sowie Carotinoide, Vitamin C, E und Vitamine der B-Familie. Sellerie wirkt blutreinigend, harntreibend, kreislaufstärkend, menstruationsfördernd und nervenstärkend.
Knollensellerie (lat. Apium graveolens var. rapaceum) ist ein Wurzelgemüse und wird vorwiegend als Suppeneinlage verwendet. Sowohl die Knolle als auch das Grün sind zum Verzehr geeignet.
Schnitt- und Stangensellerie zählen zur selben Pflanzenfamilie, haben lange, fleischige Blattstiele, eine kleine Wurzelknolle und werden z.B. für Gemüseschmorgerichte und Salate verwendet.
In der Pflanzenheilkunde werden das Kraut, die Frucht und die Wurzel als Heilmittel verwendet.

Boden und Standort
Sellerie bevorzugt einen sonnigen, aber nicht zu warmen Standort.
Er ist ein Starkzehrer und fühlt sich in einem lockeren, humosen und nährstoffreichen Boden wohl. Wir verwenden Gemüseerde oder Gartenerde, die wir mit Kompost verbessern.
Es ist ein dreijähriger Fruchtwechsel anzustreben, d.h. die Pflanzen sollten maximal einmal in 3 Jahren an der gleichen Stelle angebaut werden. Die Selbstunverträglichkeit innerhalb der Familie fördert nämlich Pilzkrankheiten.
Als gute Nachbarn gelten z.B. Aubergine, Bohnen, Fenchel, Gurken, Kamille, Knoblauch, Kohl, Lauch und Tomaten.
Als schlechte Nachbarn gelten hingegen z.B. Artischocke, Kartoffeln, Mais und Salat.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Sellerie sollte man schon Anfang März in warmen Wohnräumen oder Wintergärten vorkultivieren. Man setzt die Samen in Saatkistchen mit Anzuchsterde im Abstand von 2 x 2 cm. Die Lichtkeimer werden nur leicht angedrückt und an einen warmen, hellen Ort mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Die optimale Keimtemperatur beträgt 16°C-22°C und sollte 15°C nicht unterschreiten. Auch bei Trockenheit und Lichtmangel drohen die Pflanzen zu „schießen“.
Nachdem sich die ersten 2-3 Blätter gebildet haben, werden die Pflänzchen auf einen Abstand von 4-5 cm pikiert.
Damit die Pflänzchen stärker und widerstandsfähiger werden, sollten sie nur sparsam gegossen werden. Nach den Eisheiligen können sie ins Freiland gesetzt werden.

Pflanzung im Freien
Beim Einpflanzen sollte ein Pflanzabstand von 30-40 cm und ein Reihenabstand von 40 cm eingehalten werden. Das Herz der Pflanze sollte oberhalb des Bodens sein, weil die Entwicklung der Knollen durch das Vertrocknen der oberen Wurzeln angeregt wird. Die Pflanzen werden fest angedrückt und kräftig angegossen.

Pflege
Sellerie sollte regelmäßig gegossen werden, insbesondere von Mitte August bis Anfang Oktober.
Der Boden sollte immer wieder gelockert werden, damit sich kein Unkraut ausbreitet.
Regelmäßig anhäufeln.
Eine Düngung sollte zweimal während der Kulturzeit mit einem kalihaltigen und stickstoffreichen Dünger erfolgen. Ab Juni kann man Sellerie wöchentlich mit Pflanzenjauche, z.B. Brennnesseljauche, gießen.

Ernte
Die Ernte erfolgt ab Mitte August, spätestens Ende Oktober, idealerweise bei Trockenheit. Man lockert zunächst den Boden seitlich mit einem Spaten und zieht dann den Sellerie an dem Grün heraus.

Lagerung und Vermehrung
Nachdem das Grün entfernt wurde, wird der Sellerie ungewaschen (Gefahr von Pilzen) an einem kühlen, dunklen Ort z.B. im Keller gelagert. Er eignet sich aber auch hervorragend zum Einfrieren.
Blütenstände bilden sich erst im 2. Kulturjahr. Wer also nicht so lange auf frische Samen warten will, kauft sie im Gartencenter. Die Samen bleiben 2-3 Jahre keimbar.

Krankheiten
  • Selleriefliege
  • Blattfleckenkrankheit
  • Wühlmäuse

    Verwendung
    Knollensellerie eignet sich als Suppenbeilage, gemeinsam mit anderem Suppengemüse wie Karotten, Lauch und Wurzelpetersilie.
    Die Blätter können bei chronischen Lungenleiden auch als Tee zubereitet werden. 1 Teelöffel Sellerieblätter oder zerstoßene Selleriesamen mit 250 ml kaltem Wasser übergießen, zum Kochen bringen und dann abseihen. Lauwarm schlückchenweise trinken.

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