Schnecken

Meiner Meinung nach sind Schnecken die hartnäckigsten und ekeligsten Schädlinge im Garten. Gerade, wenn ich denke, dass ich weit und breit alle Schnecken entfernt haben, taucht wieder eine auf. Insbesondere nach Regen oder in der Nacht schlupfen sie aus ihren Verstecken hervor.

Nachtschnecken legen im Jahr bis zu 500 Eier, die sich unter günstigen Bedingungen nach 2-4 Wochen entwickeln und deren Nachkommen nach weiteren 6 Wochen fortpflanzungsfähig sind. Erwachsene Schnecken halten Temperaturen bis minus 10°C aus, die Eier sogar Temperaturen bis minus 20°C. Das heißt, dass diese Schädlinge die in Österreich relativ milden Winter überleben.
Zu Beginn meiner „Gartelkarriere“ war unser Garten ein reines Schneckenparadies – selten gemähter Rasen und somit hohes, dichtes Gras, Steinmauern und ähnliche perfekte  Unterschlüpfe. Jahrelang konnten die Quälgeister tun und lassen was sie wollen und sich exponentiell vermehren. Nachdem es geregnet hat, musste man bei jedem Schritt aufpassen, dass man auf keine Schnecke tritt, so überfüllt war der Garten mit ihnen. Meine ersten Paprikasetzlinge haben nur einen Tag überlebt, nachdem ich sie ins Freie gesetzt haben. Sie waren den Schnecken hilflos ausgesetzt, die sie über Nacht bis auf den Stiel komplett abgefressen haben. Sogar auf meine Tomaten sind sie losgegangen, obwohl man eigentlich denkt, dass Schnecken keine Tomaten mögen. Damit war sofort klar – gegen diese Plage muss etwas getan werden…

Vorbeugen kann man Schnecken z.B. mit Barrieren wie trockenen Wegen oder speziellen Zäunen.
  • Als trockene Wege direkt um die Gemüsebeete eignen sich Schotterwege, Asche, Sand, Steinmehl, Kalk, Sägemehl, Eierschalen und ähnliches.
  • Schneckenzäune aus Metall sind für mich persönlich die effektivste Vorbeugung. Das Metall ist zu glatt für die Tiere und selbst wenn sie es über diese erste Hürde schaffen, können sie die scharfen, nach unten geneigten Kanten oben an den Zäunen nicht überwinden. Bei dieser Methode sollte man allerdings darauf achten, dass keine Blätter oder andere Pflanzenteile über die Zäune hängen, weil diese von Schnecken als Leiter benutzt werden könnten.
    Ich habe die Zäune gleich beim Bau des Hochbeets angebracht und so sind die Hochbeete bis dato Schneckenfrei – mit Ausnahme von zwei Mini-Schnecken, bei denen ich vermute, dass sie als Eier über die Erde ins Hochbeet gelangt sind. Aus diesem Grund sollte man die Situation gerade am Anfang, wenn man neue Erde ins Hochbeet gefüllt hat, etwas genauer beobachten.
  • Salathauben aus Plastik funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Schneckenzäune. Man stülpt diese insbesondere über Sämlinge und Jungpflanzen und schützt sie damit nicht nur vor Schnecken, sondern auch vor Kälte und Starkregen. Dabei sollte der untere Rand sorgfältig mit Erde bedeckt werden, damit die Schnecken nicht durchkriechen können. Alternativ kann man Plastikblumentöpfe oder Plastikflaschen mit abgeschnittenen Böden verwenden.
  • Auch Mischkulturen eignen sich dazu um Schnecken zu vertreiben. Die Tiere meiden z.B. Kapuzinerkresse, Phacelia, Thymian, Rosmarin, Holunder und Tomaten.

Bekämpfen kann man Schnecken unter anderem mit folgenden Mitteln.
  • Schneckenkorn: Je nach Mittel lockt es Schnecken durch einen süßlichen Geruch an, die es dann fressen und daran sterben. Schneckenkorn sollte aber nur mit Vorsicht verwendet werden, weil das Gift auch für Haustiere wie Hunde und Katzen schädlich ist. Außerdem ist es schlecht für den Boden (setzt sich im Boden fest und wird in weiterer Folge durch die Pflanzen aufgenommen).
  • Kaffee soll Schnecken angeblich den Hunger verderben und sie dadurch vertreiben. Ich habe damit noch keine nachweislich wirkenden Erfahrungen gemacht.
  • Bierfallen: Man gräbt halb volle Bierflaschen im Boden ein. Schnecken werden vom Geruch angelockt, fallen hinein und ertrinken. Der Nachteil bei dieser Methode besteht darin, dass auch die Schnecken aus Nachbars Garten angelockt werden.
  • Wem es nicht zu sehr ekelt, der kann die Tiere einsammeln (am besten früh morgens oder abends, wenn sie aus ihren Verstecken gekrochen sind) und sie mit heißem Wasser übergießen. Das bringt ihnen einen schnellen Tod. Alternativ kann man auch Salz verwenden, dabei erleiden sie aber einen qualvollen Tod.

Tote Schnecken sollte man aufsammeln, weil sie ihren Artgenossen als Nahrung dienen.
Mittel wie Schneckenkorn oder Bierfallen sollten nicht direkt neben dem Pflanzenbeet, sondern an der Grundgrenze zum Einsatz kommen. Die Tiere werden ja eben von diesen Mitteln angelockt und somit holt man sich vielleicht auch noch Nachbar´s Schnecken in den eigenen Garten.

Besonders beliebt bei Schnecken sind Salat, Petersilie, Erdbeeren, Studentenblumen (Tagetes), Rittersporn, Dahlien, Funkien und viele mehr.


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