Salbei

Salbei (lat. Salvia officinalis), auch griechischer Tee, Salf, Zaffe oder Zahnblatt genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler und ist eine mehrjährige, bedingt winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist außer in Australien und der Antarktis fast weltweit verbreitet und eine der artenreichsten Gattungen. Es werden die Blätter verwendet.
Das Kraut enthält unter anderem Zink, Vitamine, ätherische Öle, Salvin, Bitterstoffe, Flavonoide, Östrogenartige Stoffe und Saponine. Das Kraut hat eine antibakterielle, blutstillende, entzündungshemmende, harntreibende, krampflösende und schweißhemmende Wirkung. Es wird hauptsächlich bei Halsschmerzen eingesetzt, aber z.B. auch bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Erkältungen, Fußschweiß, Gicht, Haarausfall, Magenbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Rheuma, Wunden und Zahnfleischentzündungen.
Die Tagesdosis von 6 g sollte nicht überschritten werden, weil seine ätherischen Öle einen Thujon-Gehalt aufweisen. Eine Überdosierung kann zu Herzrasen, Krämpfen und Lähmungserscheinungen führen. Stillende und Schwangere sollten auf Salbei verzichten.

Boden und Standort
Salbei ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen Standort.
Er fühlt sich in einer trockenen, humosen, kalkhaltigen und durchlässigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mischen.
Spätestens nach 5 Jahren sollte Salbei an einer anderen Stelle gepflanzt werden, weil er den Boden stark „verbraucht“.
Man kann Salbei auch hervorragend im Topf kultivieren.
Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Salbei kann in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab März vorkultiviert werden. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchtserde, bedeckt sie nur leicht mit Erde (Lichtkeimer) und hält sie mit Hilfe eines Wasserzerstäubers an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht. Die Keimdauer beträgt bei optimaler Keimtemperatur 7-21 Tage.
Nach den Eisheiligen können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden.
Aussaat im Freien
Eine Direktaussaat im Freien ist ab April möglich. Dabei sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von mindestens 30 cm eingehalten werden.
Pflege
Salbei sollte im ersten Jahr mehr gegossen werden, später nur mäßig und Staunässe muss unbedingt vermieden werden.
Eine Kiesschicht um die Pflanze sorgt für eine ideale Wärmespeicherung. Eine Mulchschicht darf keinesfalls aufgebracht werden, weil dadurch zu viel Feuchtigkeit gespeichert wird und leicht Schimmel auftreten kann.
Salbei sollte, wenn überhaupt, nur wenig gedüngt werden (im Frühjahr oder August mit organischem Dünger). Die Düngung kann zu verringerter Blütenbildung führen.
Salbei neigt zum Verholzen. Auf den verholzten Teilen wachsen keine frischen Triebe mehr und so verkahlt der Strauch nach einigen Jahren. Aus diesem Grund ist ein jährlicher, kräftiger Rückschnitt eine wichtige Pflegemaßnahme. Hierzu eignet sich der Frühling, wenn sich die ersten neuen Triebspitzen zeigen und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Triebspitzen werden bis ca. 10-15 cm über dem Boden bzw. bis wenige cm über dem Holz zurückgeschnitten. Ins Holz sollte man nicht schneiden, denn verholzte Teile treiben nur schwer wieder aus. Das Auslichten ist unter anderem sehr wichtig, damit wieder genug Luft und Licht zur Pflanze kommt (schützt vor dem Befall mit Schädlingen und Pilzen). Im Herbst sollte kein Rückschnitt mehr erfolgen, weil die Pflanze ab dieser Zeit Energie für die Überwinterung sammelt. Durch regelmäßiges Abernten, d.h. Abschneiden neuer Triebe, wächst die Pflanze buschiger aus und die Verholzung kann verzögert werden.
Verwelkte Blüten sollten entfernt werden, um Sämlinge im Garten zu vermeiden (Salbei neigt zur Selbstaussaat).
Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstrecht sich in der Regel von Juni bis August. Es gibt Sorten mit violett blauen Blüten, rosa Blüten, weißen Blüten, aber auch Sorten mit roten, gelbgrünen oder grünweißen Blättern.
Nach der Blüte verringert sich das Aroma in den Blättern und die Pflanze bildet weniger Grün aus. Die Blätter sollten daher mit Beginn der Blüte geerntet werden. Wenn man die Blüten frühzeitig entfernt, kann die Pflanze keine Samen bilden und wächst weiter. Frischer Salbei kann grundsätzlich aber ganzjährig portionsweise geerntet werden.

Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, Ableger/Absenker oder Samen.
Konservieren
Salbei eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Oder noch besser: Man zupft die Blätter nach der Ernte von den Stielen ab und breitet sie großzügig in einem Korb oder einer luftigen Kiste aus. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.
Überwintern
Manche Salbei-Arten können im Freien überwintern, benötigen aber einen Frostschutz (z.B. Reisig, Tannenzweige).
Im Kübel gepflanzter Salbei sollte ins Haus an einen kühlen, aber frostfreien Platz geholt werden. Idealerweise bleibt der Salbei nur so kurz wie möglich im Haus (nur, wenn Frost droht). Im Haus werden die Pflanzen nämlich leicht geschwächt und anfälliger für Krankheiten.
Krankheiten und Schädlinge
Salbei ist grundsätzlich sehr robust. Selten treten echter Mehltau oder Spinnmilben auf.
Verwendung
  • Salbei kann in der Küche verwendet werden z.B. für Speisen mit Kalb, Schwein, Lamm, Huhn, Kartoffeln und Kürbis.
  • Salbeitee wirkt u.a. gegen Halsentzündungen aller Art und Erkältungserscheinungen. Dazu 1 Esslöffel Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Abgekühlt als Gurgellösung verwenden.
  • Slabeimilch: 1 Teelöffel getrocknete Blätter mit 250 ml Milch aufkochen, 3 Minuten ziehen lassen und abseihen. Die Milch empfiehlt sich bei Husten u. v.a. abends vor dem Einschlafen.
  • Salbeibonbons: 200g Zucker im Topf schmelzen bis er dickflüssig wird aber nicht zu braun, 20 fein gehackte Salbeiblätter unterrühren, Zuckermasse als kleine Häufchen auf eingefettetem Pergamentpapier setzen und erkalten lassen.
  • Weiters kann man aus Salbei ätherisches Öl oder eine Tinktur herstellen.

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