Rosmarin

Rosmarin (lat. Rosmarinus officinalis), auch Marienkraut genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjährige, bedingt winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und enthält unter anderem ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide und Saponine. Es werden die nadelförmigen Blätter verwendet.
Das Kraut hat eine antibakterielle, entspannende, entzündungshemmende, nervenstärkende und krampflösende Wirkung. Es wird hauptsächlich in der mediterranen Küche verwendet, ist aber eine vielseitige Heilpflanze mit breitem Wirkungsspektrum und wird z.B. bei Atembeschwerden, Blähungen, Verdauungsproblemen, Rheuma, Gicht, Herzproblemen, Kopfschmerzen, nervöser Unruhe, Menstruationsbeschwerden, Haarausfall und Ekzemen eingesetzt. In der Schwangerschaft sollte man Rosmarin nicht verwenden, weil dadurch Wehen ausgelöst werden können.

Boden und Standort
Rosmarin ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen Standort.
Er fühlt sich in einer sandigen, wenig humosen und wasserdurchlässigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mischen.
Als guter Nachbar gilt z.B. Salbei.
Man kann Rosmarin auch hervorragend im Topf kultivieren.
Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Rosmarin kann in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab März vorkultiviert werden. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchtserde, bedeckt sie nur leicht mit Erde (Lichtkeimer) und hält sie mit Hilfe eines Wasserzerstäubers an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht. Die Keimdauer beträgt 3-5 Wochen bei einer Keimtemperatur von 18-22°C.
Nach den Eisheiligen können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden. Dabei sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von mindestens 40-50 cm eingehalten werden.
Pflege
Rosmarin sollte im ersten Jahr mehr gegossen werden, später nur mäßig und Staunässe muss unbedingt vermieden werden.
Eine Kiesschicht um die Pflanze sorgt für eine ideale Wärmespeicherung. Eine Mulchschicht darf keinesfalls aufgebracht werden, weil dadurch zu viel Feuchtigkeit gespeichert wird und leicht Schimmel auftreten kann.
Rosmarin sollte, wenn überhaupt, nur wenig gedüngt werden (im Frühjahr oder August mit organischem Dünger).
Rosmarin neigt zum Verholzen. Auf den verholzten Teilen wachsen keine frischen Triebe mehr und so verkahlt der Strauch nach einigen Jahren. Aus diesem Grund ist ein jährlicher, kräftiger Rückschnitt eine wichtige Pflegemaßnahme. Hierzu eignet sich der April, spätestens Mai, wenn sich die ersten neuen Triebspitzen zeigen und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Triebspitzen werden bis wenige cm über dem Holz zurückgeschnitten. Ins Holz sollte man nicht schneiden, denn verholzte Teile treiben nur schwer wieder aus. Das Auslichten ist unter anderem sehr wichtig, damit wieder genug Luft und Licht zur Pflanze kommt (schützt vor dem Befall mit Schädlingen und Pilzen). Im Herbst sollte kein Rückschnitt mehr erfolgen, weil die Pflanze ab dieser Zeit Energie für die Überwinterung sammelt. Durch regelmäßiges Abernten, d.h. Abschneiden neuer Triebe, wächst die Pflanze buschiger aus und die Verholzung kann verzögert werden.
Vertrockneter Rosmarin ist ein Hinweis darauf, dass zu viel gegossen wurde. In diesem Fall sollte man die Pflanze ausgraben und die faulen Wurzeln mit einem scharfen, sauberen Messer wegschneiden (leicht schräge Schnittfläche).
Gelbe Nadeln sind ein erster Hinweis für zu hohe Feuchtigkeit.
Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstrecht sich in der Regel von April bis Juli.
Geerntet werden kann bei Bedarf. Je nach benötigter Menge werden Triebspitzen oder ganze Stängel abgeschnitten. Rosmarin kann man sowohl frisch als auch getrocknet verzehren.
Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, Teilung größerer Stöcke oder Samen.
Konservieren
Rosmarin eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.
Überwintern
Jungen Rosmarin und im Kübel gepflanzten Rosmarin sollte man im Haus an einem kühlen (5-10°C), aber frostfreien und möglichst hellen Ort überwintern. Während der Winterzeit sollte nur selten gegossen werden. Idealerweise bleibt er nur so kurz wie möglich im Haus (nur, wenn Frost droht). Im Haus werden die Pflanzen nämlich leicht geschwächt und anfälliger für Krankheiten.
Älterer, größerer Rosmarin (ab dem 3. Standjahr) kann auch im Freien überwintern, er benötigt aber einen Frostschutz: Den Boden im Wurzelbereich kann man mit Laub und Reisig bedecken und die Pflanze selbst mit Reisig oder isolierenden Matten. Eine ausreichende Luftzirkulation sollte möglich sein, der Schutz sollte luft- und lichtdurchlässig sein (Rosmarin ist immergrün und braucht auch im Winter Sonne).
Krankheiten und Schädlinge
Ein Schädlingsbefall am Rosmarin tritt meist nach einem zu trockenen Winter und einer unsachgemäßen Überwinterung auf. Um Läuse, Fliegen und Milben zu bekämpfen, taucht man den Rosmarin für ca. 15 Minuten unter Wasser (nicht die Wurzeln) und haltet die Luft für mehrere Tage möglichst feucht (z.B. indem man die Pflanze mit einer Klarsichtfolie abdeckt).
Verwendung
Rosmarin steht bei uns regelmäßig auf dem Speiseplan, z.B. bei Rosmarin-Kartoffeln, Zitronen-Rosmarin-Huhn mit Couscous, Lamm-, Schwein-, Rind-, Geflügel-, Fisch- und Blätterteiggerichten.
Das ätherische Öl hat eine belebende Wirkung, sollte aber nur äußerlich verwendet werden, weil es sonst den Magen reizen kann.
Rosmarintee hilft insbesondere bei Verdauungsbeschwerden.
Eine Rosmarin-Tinktur wirkt belebend und kann Gelenkschmerzen und Neuralgien lindern.
Aus Rosmarin und Salz kann man auch ein belebendes Fußbad herstellen.

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