Radieschen

Das Radieschen (lat. Raphanus sativus) zählt zur Familie der Kreuzblütengewächse (lat. Brassicaceae) und ist eine einjährige, nicht winterharte Pflanze. Es enthält u.a. Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium sowie Vitamin C, einige B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Radieschen helfen beim Abbau von Giften in der Leber, beim Aufbau von Gallenflüssigkeit, bei der Verdauung, unterstützen da Immunsystem und haben eine antioxidative, Cholesterin senkende Wirkung. Auch die Blätter sind zum Verzehr geeignet, z.B. in Suppen, Salaten, Saucen oder Hackfleischgerichten.

Boden und Standort
Radieschen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort und sind sehr gut geeignet für Mischkulturen.
Sie sind Schwachzehrer und fühlen sich in einem durchlässigen, humosen Boden wohl. Wir verwenden normale Gartenerde. Gedüngt werden sollte der Boden – wenn überhaupt – nur vor der Pflanzung mit organischem Dünger (nicht mit Stallmist, sonst besteht die Gefahr, dass die Radieschen „schießen“).
Es ist ein dreijähriger Fruchtwechsel anzustreben, d.h. die Pflanzen sollten maximal einmal in 3 Jahren an der gleichen Stelle angebaut werden.
Als gute Nachbarn gelten z.B. Artischocke, Aubergine, Bohnen, Erbsen, Erdbeere, Karotten, Kresse, Kohl, Lauch, Mangold, Paprika, Petersilie, Salat, Spinat und Tomaten.
Als schlechte Nachbarn gelten hingegen z.B. Gurken, Rucola und Zwiebeln.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Radieschen können in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab Jänner vorkultiviert werden. Man sät die Samen in Saatkistchen mit Anzuchtserde mit einem Reihenabstand von 15 cm dünn aus.  Die Dunkelkeimer werden ca. 2cm tief in die Erde gedrückt und gleichmäßig feucht gehalten. 15°C Bodentemperatur ist für die Keimung optimal. Bei einer Temperatur >20°C kann es zur Keimhemmung oder zum „Schießen“ kommen.

Aussaat im Freien
Die Samen können ab März bis September direkt ins Freilandbeet gesät werden (unter einer Folie ab Ende Februar). Man kann sie entweder breitflächig ausstreuen und später vereinzeln, weil üblicherweise ohnehin nicht alle Samen aufgehen, oder gleich unter Einhaltung eines Pflanzabstandes von 5 cm und eines Reihenabstands von 15-20 cm aussäen. Dabei wird eine Vlies- oder Folienabdeckung empfohlen, weil die Samen so schneller keimen.
Tipp: Durch 14-tägige Folgesaaten ist eine laufende Ernte möglich.

Pflege
Eine gleichmäßige Bewässerung ist notwendig, damit die Pflanzen nicht „schießen“ oder Aufplatzen. Eine Mulchschicht ist ideal um den Boden gleichmäßig feucht zu halten. Außerdem bleibt der Boden dadurch Unkrautfrei.
Auch zu viel Sonne und Hitze können das „Schießen“ der Pflanzen fördern. Daher sollte an heißen Sommertagen ein Schutz mit einem Vlies oder einer leichten Folie erfolgen.
Eine Düngung ist nicht notwendig.

Ernte
Die Reifezeit beträgt im Frühjahr 6 Wochen und im Sommer 4 Wochen. Eine Ernte ist bis November möglich. Man lockert zunächst den Boden seitlich mit einem Spaten und zieht dann das Radieschen am Grün heraus.

Lagerung und Vermehrung
Radieschen sind im Kühlschrank ca. 1 Woche haltbar.
Die Vermehrung erfolgt mittels Samen. Um eigene Samen zu erhalten, lässt man die Radieschen immer weiter wachsen ohne zu ernten. Nach der Blüte sind die Radieschen nicht mehr genießbar, aber man kann die Samen einsammeln, trocknen und in einer Papiertüte an einem trockenen, kühlen Ort aufbewahren (<25°C). Die Samen sind 3-4 Jahre haltbar.

Krankheiten
Krankheiten und Schädlinge sind bei Radieschen meist auf falsche Pflege oder einen schlechten Standort zurückzuführen.
  • Erdflöhe
  • Kohlfliege
  • Blattläuse
  • Kohlhernie
  • Falscher Mehltau

Verwendung
Radieschen passen zu jeder Jause. Wir essen sie am liebsten auf dem Frühstücksbrot gemeinsam mit Butter, Schnittlauch und Salz. Auch als Salatzutat oder zum Knabbern zwischendurch sind sie hervorragend geeignet.

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