Paprika

Paprika (lat. Capsicum), auch als Chili, Pfefferoni oder Spanischer Pfeffer bezeichnet, zählt zur Familie der Nachtschattengewächse (lat. Solanaceae) und ist eine mehrjährige Pflanze, die bei uns aber einjährig kultiviert wird, da sie nicht winterhart ist. Sie stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und enthält u.a. Ballaststoffe, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium sowie Vitamin A, C (mehr als Zitrusfrüchte), E und Vitamine der B-Familie. Paprika hat eine antioxidative Wirkung und reduziert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er ist sehr Sorten- und Artenreich und in verschiedensten Formen, Farben, Größen und Schärfen anzutreffen. Der Fruchtpaprika wird als Rohkost oder zum Kochen verwendet, hingegen werden Gewürzpaprika, Pfefferoni und Chilis vorwiegend als Gewürz verwendet und zu Paprikapulver gemahlen.

Boden und Standort
Paprika ist sehr kälteempfindlich und benötigt daher einen sonnigen, warmen und geschützten Standort.
Er ist ein Mittelzehrer und fühlt sich in einem lockeren, humusreichen Boden wohl. Wir verwenden Gemüseerde oder Gartenerde, die wir vor dem Auspflanzen mit Kompost und gegebenenfalls Hornmehl verbessern.
Paprika kann man 2-3 Jahre am selben Standort kultivieren.
Als gute Nachbarn gelten z.B. Gurken, Karotten, Kohl und Tomaten.
Als schlechte Nachbarn gelten hingegen z.B. Aubergine, Erbsen, Fenchel und Rote Bete.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Paprika wird in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab Anfang/Mitte März vorkultiviert. Man setzt die Samen in Saatkistchen mit Anzuchtserde im Abstand von 2 x 2 cm. Die Dunkelkeimer werden ca. 1 cm tief in die Erde gedrückt und an einem warmen, hellen Ort (>25°C) mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Um ein Treibhausklima zu erzeugen, werden die Saatkistchen mit einer Folie abgedeckt. Nach 3-4 Wochen bilden sich die ersten Keimlinge.
Sobald die Pflänzchen die ersten richtigen Paprikablätter gebildet haben und ca. 10 cm hoch sind, werden sie pikiert und bei 18-20°C in 9er Töpfen weiterkultiviert. 2 bis 3 Stunden vor dem Pikieren sollten die Pflänzchen ordentlich gegossen werden. Beim Pikieren lockert man die Erde und zieht die Pflänzchen z.B. mit Hilfe einer Pinzette aus der Erde. Paprika wachsen viel langsamer als Tomaten und bleiben deutlich kleiner. Dennoch benötigen sie mit zunehmender Größe eine Rankhilfe, z.B. Bambusstäbe.

Pflanzung im Freien
Nach den Eisheiligen können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden. Davor sollte man sie abhärten. Wenn man die frostempfindlichen Pflanzen zu früh ins Freie setzt, reagieren sie mit einem Wachstumsstopp.
Zwischen den Pflanzen und Reihen sollte ein Abstand von je 40-50 cm eingehalten werden.

Pflege
Paprika braucht viel Wasser und sollte regelmäßig gegossen werden. Staunässe vermeiden.
Das Ausbrechen der Königsblüte steigert den Ertrag. Sie bildet sich in der Gabelung zwischen dem Haupttrieb und dem ersten Seitentrieb (erste Blüte).
Ab Beginn der Blütenbildung ist eine regelmäßige Düngung notwendig. Dazu kann man alle 14 Tage bzw. zwischen Mitte Juni und Ende August 2-3x organischen Gemüsedünger, Brennnesseljauche oder eine geringe Menge Flüssigdünger anwenden.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit ist in der Regel von Mai bis Juni.
Um eine ertragreiche Ernte zu fördern bzw. um reines Saatgut zu erhalten (alle Paprika- und Chili-Sorten lassen sich leicht untereinander kreuzen), kann bei der Bestäubung nachgeholfen werden. Dies kann durch Schütteln der Pflanze erfolgen oder indem man die Blüte vorsichtig mit einer Pinzette öffnet und mit einem feinen Pinsel den Blütenstaub auf den Blütenstempel überträgt. Für die späteren Samenentnahmen sollten die bereits bestäubten Blüten gekennzeichnet werden (z.B. mit einem Faden).
Bei im Freien stehenden Pflanzen erfolgt normalerweise eine ausreichende Befruchtung durch Insekten und Wind.
Die Paprika-Schoten färben sich von grün über gelb/orange bis rot. Je roter sie werden, desto süßlicher werden sie im Geschmack.
Die Ernte kann ab Ende Juli/Anfang August bis Oktober/Anfang November (vor dem Frost) erfolgen. Dazu werden die Paprika mit einem scharfen Messer oder einer Schere abgeschnitten. Eine regelmäßige Ernte fördert Fruchtbildung auf den Seitentrieben.

Überwinterung
Es gibt die Möglichkeit Paprikapflanzen im Haus zu überwintern, um den Ertrag zu steigern, insbesondere bei jenen Pflanzen, die eine sehr lange Vegetationszeit haben und bei denen im 1.Jahr kaum mit einer Ernte zu rechnen ist.
Dazu stellt man sie entweder in einem beheizten Wohnraum an ein Fenster oder an einen kühlen (10°C), hellen Raum ohne Zugluft. Bei beiden Varianten sollte die Pflanze regelmäßig auf Schädlinge untersucht werden. Spinnmilben entwickeln sich bei trockener Luft sehr schnell, daher sollte man die Pflanze öfter mit destilliertem Wasser besprühen, v.a. an der Unterseite der Blätter.
Die Pflanze selbst sollte während der Winterzeit nur wenig gegossen werden. Je wärmer die Temperaturen, desto mehr muss gegossen werden.
Im Februar sollte man die Pflanze kräftig zurückschneiden, in einen etwas größeren Topf umtopfen und wieder wärmer stellen (langsam daran gewöhnen).

Lagerung und Vermehrung
Paprika sollte nicht im Kühlschrank gelagert werden, sondern am besten an einem kühlen, dunklen Ort, z.B. im Keller oder der Speisekammer.
Die Vermehrung erfolgt mittels Samen. Dazu belässt man einige Paprika bis zum Ende der Erntezeit an der Pflanze vollrot reifen, trocknet die Samen und bewahrt sie in einer Papiertüte an einem trockenen, kühlen Ort auf (<25°C). Das Saatgut ist üblicherweise 3-4 Jahre haltbar.

Krankheiten

Verwendung
Paprika passt schon zum Frühstück als knackige Beilage. Auch für Salate, Suppen, Hauptspeisen und Aufstriche ist er hervorragend geeignet. Zu unseren Favoriten zählen griechischer Salat, gefüllte Paprika und Paprikaaufstrich.

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