Minze

Minze (lat. Mentha) zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Es gibt sehr viele verschiedene Sorten, wie z.B.
  • Apfelminze (Mentha suaveolens): riecht nach Apfel, guter Ersatz für Zimtgewürz
  • Grüne / Spearmint Minze (Mentha spicata): berühmt von Spearmint-Kaugummis, wird gerne zu Sirup verarbeitet
  • Orangenminze (Mentha piperita var citrata): soll gut zu Erdbeerfrüchten passen
  • Schokominze (Mentha piperita var piperita): Typischer Minzschokoladen-Duft
  • Hugominze
  • u.s.w.



Die Pfefferminze (lat. Mentha piperita), auch Gartenminze oder Englische Minze genannt, ist die wohl populärste Minzsorte und enthält u.a. ätherische Öle (u.a. Menthol), Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide.
Sie hat eine antibakterielle, beruhigende, entzündungshemmende, krampflösende und schmerzstillende Wirkung und wird hauptsächlich bei Verdauungsbeschwerden und Magenproblemen eingesetzt, aber auch bei Erkältung, Grippe, Herzbeschwerden, Hexenschuss, Kopfschmerzen, Mundgeruch, Muskelkater und Schlaflosigkeit. Das enthaltene Menthol wirkt kühlend und schmerzlindernd.
In der Schwangerschaft sollte Minze nicht eingenommen werden, denn dies kann Fehlgeburten auslösen.

Boden und Standort
Die Minze bevorzugt einen sonnigen oder halbschattigen Standort, idealerweise einen luftigen Standort mit Morgen- und Abendsonne.
Sie fühlt sich in einer lockeren, humusreichen Erde wohl. Wir verwenden Qualitätsblumenerde.
Das Kraut braucht Platz u. Luft, am besten in einem eigenen Topf mit entsprechender Größe, weil es sehr zum Wuchern neigt. Wir haben einen normalen Plastik-/Blumentopf (mit Löchern im Boden) im Freien in die Erde eingegraben, so dass ca. 10-15 cm des Topfs über der Erde rausschaut, und dort die Minze eingepflanzt.
Die Pflanze sollte alle 3 Jahre an einen neuen Standort gepflanzt werden, weil sie dem Boden zu viele Nährstoffe entzieht. Bei im Topf gepflanzten Minzen sollte man jährlich im Frühjahr die Erde austauschen.
Man kann Minze auch hervorragend im Topf kultivieren.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Minze kann man in warmen Wohnräumen oder Wintergärten im Frühling vorkultivieren. Man legt die Samen in einen Topf mit Garten- bzw. Blumenerde, ohne sie mit Erde zu bedecken (Lichtkeimer) und hält sie mit Hilfe eines Wasserzerstäubers an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht. Die Keimdauer beträgt bis zu 3 Wochen.
Ab April können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden.

Aussaat im Freien
Eine direkte Aussaat im Freilandbeet ist ab April möglich.

Pflege
Minze benötigt viel Wasser und sollte regelmäßig gegossen werden.
Sie ist sehr genügsam und benötigt keinen Dünger.
Um das Wachstum zu fördern, sollte sie mehrmals im Jahr bei Bedarf geschnitten werden. Nach der Blüte sollte sie bodennah geschnitten werden.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis August.
Geerntet werden kann bei Bedarf, vor der Blüte schmeckt Minze allerdings besser. Zur optimalen Nutzung ihrer Wirkungsweisen sollte ab Austriebsbeginn (Anfang Februar/März) bis zur Blüte geerntet werden. Zu diesen Zeitpunkten ist der Gehalt an Inhaltsstoffen am höchsten.

 


Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Teilung der Wurzelstöcke oder Stecklinge.

Konservieren
Minze eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Oder noch besser: Man zupft die einzelnen Blätter von den geernteten Stielen ab und breitet sie großzügig in einem Korb oder einer luftigen Kiste aus. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.

Überwintern
Die meisten Sorten sind winterhart. Man sollte sie im Herbst kräftig zurückschneiden und mit etwas Laub bedeckt im Freien überwintern. Bei extremer Kälte empfiehlt sich außerdem eine Reisigabdeckung.
Töpfe im Freien sollten bei extremer Kälte mit einem Vlies eingewickelt und auf eine Styroporplatte gestellt werden.
Auch im Haus an einem kühlen und hellen Standort kann das Kraut überwintert werden.

Krankheiten und Schädlinge
Minze ist grundsätzlich sehr robust.
Dennoch können als Schädlinge z.B. Erdflöhe (insbesondere bei zu trockener Erde) und Zikaden auftreten.

Verwendung
Wir verwenden Minze am liebsten zum Erfrischen von Sommergetränken. Dazu geben wir entweder frische Triebspitzen ins Getränk oder stellen Eiswürfeln aus einer Mischung von Minzblättern, einer Himbeere und Wasser her.
Für einen Pfefferminztee wird 1 Teelöffel Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergossen und 5-10 Minuten ziehen gelassen. Den Tee kann man auch äußerlich verwenden durch Bäder, Waschungen und Kompressen.
Die Herstellung einer Tinktur erfolgt durch eine Mischung von 5 Teelöffeln Kraut mit 100 ml Schnaps, die man für 2 Wochen an einem warmen, dunklen Ort ziehen lässt. Danach abseihen, den Blätterrest gut ausdrücken und in einer dunklen Flasche aufbewahren. Mit dieser Tinktur kann man bei Kopfschmerzen die Schläfen massieren.
Auch das reine ätherische Minzöl kann auf diese Weise verwendet werden.
Oder man verwendet Minzöl, das auf Olivenöl-Basis hergestellt wurde: 6-10 Esslöffel frische Minze fein hacken und mit 100 ml Olivenöl mischen. 4 Wochen an einem warmen, dunklen Ort stehen lassen, abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

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