Kürbis

Kürbis (lat. Cucurbita ssp.), auch Kerbs oder Kerwes genannt, zählt zur Familie der Kürbisgewächse (lat. Cucurbuitaceae) und ist eine einjährige, nicht winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus Amerika und enthält u.a. Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium sowie Vitamin A, C, E, Vitamine der B-Familie, Beta-Carotin und essentielle Fettsäuren. Kürbis fördert die Verdauung und die Sehkraft, wirkt gegen Diabetes, antioxidativ, cholesterinsenkend und ist ein vorbeugendes Antidepressivum (ist an der Produktion des Glückshormons Serotinin beteiligt).
Verzehrt wird grundsätzlich das Fruchtfleisch, bei manchen Sorten wie z.B. dem Hokkaidokürbis kann aber auch die Schale mitgegessen werden. Bei der Verarbeitung wird der Kürbis zunächst geviertelt, anschließend werden mit einem Löffel die Kerne und das faserige Innere entfernt. Auch die Samen können verwendet werden. Diese enthalten Vitamin E, Selen, Phytosterole, ätherische und fette Öle.

Boden und Standort
Kürbis ist sehr kälteempfindlich und benötigt daher einen sonnigen, warmen Standort. Die optimale Temperatur liegt bei 16-24°C. Fallen die Temperaturen unter 10°C, findet kein Wachstum statt. Bei Bedarf sollte man ihn mit einem Vlies oder einer Mulchschicht aus Stroh abdecken. Außerdem benötigt er sehr viel Platz (1-2 m2 je Kürbispflanze). Um Platz zu sparen, kann man ihn auch an einem stabilen Holzgerüst ranken lassen.
Er ist ein Starkzehrer und fühlt sich in einem humusreichen Boden wohl. Wir verwenden Gemüseerde oder Gartenerde, die wir vor dem Auspflanzen mit Kompost verbessern.
Man kann die Kürbispflanze auch direkt auf einem Komposthaufen anbauen. Das hat den Vorteil, dass die Pflanze somit ausreichend mit Dünger versorgt ist und der Komposthaufen optisch verdeckt und von Sonne geschützt wird.
Als schlechte Nachbarn gelten z.B. Dill und Zucchini. Der ideale Standort liegt abgesondert von direkten Pflanzennachbarn.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Kürbis kann man in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab Mitte April im Topf vorkultivieren. Man setzt je 2 Kürbissamen mit der Spitze nach unten in einen Topf mit Anzuchtserde. Die Dunkelkeimer werden ca. 3 cm tief in die Erde gedrückt und an einem warmen, hellen Ort (20-25°C) mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Nach ca. 1 Woche bilden sich schon die ersten Keimlinge.
Nach weiteren 2-3 Wochen, wenn 1-2 Laubblätter zu sehen sind, werden die Pflanzen in einzelne Töpfe umgesetzt und können nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt werden.

Aussaat im Freien
Kürbissamen können Anfang Mai auch direkt ins Freilandbeet gesät und mit einer Plastikhaube vor Kälte geschützt werden. Dazu gibt man 4 Samen ca. 3 cm tief in die Erde und lässt später nur die stärkste Pflanze entstehen. Die Vorteile der Direktsaat sind eine bessere Wurzelausbildung und eine bessere Hitzebeständigkeit. Bei dieser Variante sollte man von Beginn an für einen Schneckenschutz sorgen.

Pflege
Kürbisse sollte man regelmäßig gießen und Staunässe vermeiden.
Der Starkzehrer benötigt viel Dünger. Im Juni und Anfang Juli sollte wöchentlich eine Stickstoffdüngung erfolgen.

Blüte und Ernte
Die Blüte erfolgt in der Regel im Juni. Dabei öffnen sich die Blüten am frühen Morgen und sind bis Mittag schon wieder verwelkt. Um eine ertragreiche Ernte zu fördern, kann bei der Bestäubung nachgeholfen werden, indem man die Schutzhüllen von den Blüten entfernt, die männlichen Blüten abbricht (diese haben keine Verdickung am Stängel) und deren Blüten auf die Narbe der weiblichen Blüten  verreibt (diese haben einen Mini-Kürbis am Stiel). Das Laub am Fruchtstiel kann man abzupfen, weil es unnötig viel Energie verbraucht. Bei erfolgreicher Bestäubung beginnt der Fruchtansatz nach 2-3 Tagen zu wachsen. Je größere Kürbisse man ziehen will, desto weniger Blüten sollten bestäubt werden, weil dann die ganze Energie für nur einen oder zwei Kürbisse aufgebracht wird.
Für den Sofortverbrauch können auch unausgereifte Früchte geerntet werden. Somit wird in weiterer Folge auch mehr Energie der Pflanze für die übrigen Kürbisse aufgebracht. Die Ernte für die Lagerung erfolgt zwischen September und Oktober, vor dem ersten Frost. Man trennt die Kürbisse mit einem scharfen Messer von der Pflanze ab.

Lagerung und Vermehrung
Kürbisse können mehrere Monate lang an einem trockenen, kühlen Ort bei 12-17°C z.B. im Keller gelagert werden. Die Schale muss intakt und der Fruchtstiel vorhanden sein. Angeschnittene Kürbisteile sind im Kühlschrank nur einige Tage haltbar. Kürbisse eignen sich auch hervorragend zum Einfrieren. Am besten schneidet man sie sofort nach der Ernte in kleine Würfel und friert sie portionsweise ein.
Die Vermehrung erfolgt mittels Samen. Dazu wäscht man die mit einem Löffel entfernten Kürbiskerne gründlich mit Wasser ab, lässt sie trocknen und bewahrt sie in einer Papiertüte an einem trockenen, kühlen Ort auf (<25°C). Das Saatgut ist üblicherweise 3-4 Jahre haltbar.

Krankheiten
  • Mehltau
  • Viruserkrankungen aufgrund falscher Nachbarschaftspflanzen

Verwendung
Kürbis gilt als leckere Zutat sowohl für Hauptspeisen als auch für Suppen.
Unser Lieblings-Kürbis-Rezept ist Kürbiscremesuppe. Insbesondere im Herbst, wenn die Temperaturen wieder sinken, freuen wir uns über diese wärmende Mahlzeit.
Auch die Kürbiskerne sind essbar und liefern viele gesunde Inhaltsstoffe. Ideal eignen sie sich als Salatbeigabe oder als salziger Snack für Zwischendurch.

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