Kartoffeln (Erdäpfel)

Die Kartoffel (lat. Solanum tuberosum), auch Erdapfel genannt, zählt zur Familie der Nachtschattengewächse (lat. Solanaceae) und ist eine mehrjährige Pflanze, die bei uns aber einjährig kultiviert wird, da sie nicht winterhart ist. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika und hat seit dem 16. Jh. auch einen festen Platz auf den Speiseplänen in Europa. Kartoffeln bestehen zu 77 % aus Wasser und enthalten u.a. Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium sowie Vitamin C, B1, B2 und B6. Insbesondere in der Schale sind viele Inhaltsstoffe enthalten, daher empfiehlt sich eine Zubereitung ohne Schälen.

Boden und Standort
Kartoffeln sind nicht sehr anspruchsvoll und gedeihen an nahezu jedem Standort, auch im Eimer oder Sack. Ein sonniger, warmer Standort ist ideal für die Kultivierung.
Sie sind Stark- bzw. Mittelzehrer und freuen sich über eine Gabe Extra-Kompost oder eine Handvoll Hornmehl/-späne im Pflanzloch. Wir verwenden normale Gartenerde, die wir mit etwas Kompost verfeinern.
Als gute Nachbarn gelten z.B. Bohnen, Kamille, Kapuzinerkresse, Karotten, Knoblauch, Kümmel, Mais, Meerrettich, Pfefferminze und Spinat.
Als schlechte Nachbarn gelten hingegen z.B. Aubergine, Erbsen, Erdbeeren, Kohl, Rote Bete, Sellerie, Tomaten und Zwiebeln.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Kartoffeln können ab März vorgetrieben werden. Dazu legt man die mittelgroßen Knollen (Saatkartoffeln) an einen trockenen, hellen, kühlen Ort (15°C). Nach ca. 1 Woche sind die ersten Triebe sichtbar.
Tipp: Wir verwenden für die Anzucht normale Speisekartoffeln.
Nach ca. 1 Monat kann man sie dann in einen Eimer oder einen Sack geben. Zunächst werden ca. 10 cm Erde in den Eimer/Sack eingefüllt, dann werden die Kartoffeln im Abstand von je 5-10 cm draufgelegt (die Triebe sollten dabei nach oben zeigen). In weiterer Folge wird nach und nach Erde angehäufelt (geeignet ist normale Blumenerde) – immer so viel, dass die Kartoffeln bedeckt sind. So bilden sich immer mehr Wurzeln und Knollen und sie wachsen immer weiter nach oben. In einen 10 l Eimer passen 3-4 Knollen. Nach den Eisheiligen kann man die Kartoffeln ins Freilandbeet setzen.
Tipp: Wir kultivieren Kartoffeln in einem Gewebesack, weil das mehrere Vorteile mit sich bringt:
  • Kartoffeln sind so genügsam, dass sie auch im Gewebesack gut wachsen.
  • Man kann den Sack zu Beginn ganz nach unten stülpen, so kommt ausreichend Licht zu den Knollen und sie wachsen schneller. Mit der Zeit wird immer mehr Erde angehäufelt und man kann den Sack immer weiter nach oben stülpen.
  • Den Sack kann man, bei entsprechendem Wetter, schon vor den Eisheiligen ins Freie stellen, wo grundsätzlich alle Pflanzen besser gedeihen. Sollte nochmals Frost auftreten, kann der Sack einfach wieder ins Haus gestellt werden.
  • Man spart sich den Platz im Gemüsebeet für andere Pflanzen.

Pflege
Durch regelmäßiges Anhäufeln während der gesamten Wachstumsperiode steigert sich der Ertrag.
Kartoffeln sollte man regelmäßig gießen und gleichmäßig feucht halten, Staunässe muss unbedingt vermieden werden. Um nassen Füßen vorzubeugen, sollte man bei der Kultivierung im Eimer Löcher in den Boden bohren.
Sie benötigen keinen Dünger, aber über eine Gabe Kompost hier und da freuen sie sich.
Der Boden sollte immer wieder gelockert werden, damit sich kein Unkraut ausbreitet.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit ist in der Regel zwischen Juni und Anfang Juli. Zu diesem Zeitpunkt haben sich schon viele Knollen unter der Erde ausgebildet, die bis zum Absterben des Laubs noch kräftig wachsen. Dafür benötigen die Pflanzen jetzt ausreichend Wasser. Es kann aber auch vorkommen, dass die Kartoffeln nicht blühen und trotzdem gut gewachsen sind.
Erntereif sind im März gepflanzte Knollen ab Juni (3 Monate nach dem Pflanzen). Geerntet wird sobald das Laub abstirbt – das Kraut wird erst gelb, verbräunt dann und verdorrt. Die Ernte sollte an einem sonnigen und trockenen Tag erfolgen, und die Knollen sollten leicht von den Sprossen des Krauts ablösbar sein. Nachdem die größten Knollen entnommen wurden, kann man die Reihen wieder mit Erde anhäufeln, damit die restlichen Kartoffeln weiterwachsen.

Lagerung und Vermehrung
Kartoffeln sollte man zunächst ganz abtrocknen lassen. Nach 1 Tag sollte sich noch anhaftende Erde leicht abbröckeln lassen. An einem trockenen, kühlen, dunklen Ort (4-6°C) z.B. im Keller sind sie ca. 2-3 Wochen haltbar.
Die Vermehrung erfolgt mittels Knollen.

Krankheiten

Verwendung
Kartoffeln sind die ideale Beilage zu Hauptspeisen, können aber auch selbst als vegetarische Hauptspeise zubereitet werden. Zu unseren Favoriten zählen Rosmarinkartoffeln aus dem Backrohr, Kartoffelcremesuppe und Kartoffelauflauf.


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