Karotten (Möhren)

Die Karotte (lat. Daucus carota), auch Wilde Möhre, Mohrrübe, Gelbe Rübe oder Wurzel genannt, zählt zur Familie der Doldenblütler (lat. Apiaceae) und ist eine zweijährige Pflanze, die bei uns aber einjährig kultiviert wird, da sie nicht winterhart ist. Sie stammt ursprünglich aus Südeuropa und Asien, und enthält u.a. Vitamin B6, B1 und B2, Vitamin C, Vitamin E sowie Carotin, eine fettlösliche Vorstufe von Vitamin A, ätherische Öle und Flavonoide.
Karotten haben eine antioxidative, immunstärkende Wirkung und können u.a. die Verdauung fördern. Der hohe Carotin-Anteil fördert eine verbesserte Sehleistung, allerdings nur, wenn die Karotten mit Fett zusammen aufgenommen werden. Die Inhaltsstoffe wirken am besten, wenn die Karotte roh und stark zerkleinert aufgenommen wird. Karottenbrei wird z.B. in der Säuglingsernährung empfohlen, weil er Verstopfungen und Blähungen lindert.

Boden und Standort
Karotten bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort.
Sie sind Mittel- bzw. Schwachzehrer und fühlen sich in einem lockeren, nährstoffreichen Boden wohl. Wir verwenden normale Gartenerde, die wir mit etwas Kompost verfeinern. Man kann auch Hornspäne beifügen und eine Mulchschicht aus Stroh ausbreiten. Jedenfalls sollte der Boden vor der Aussaat gründlich gelockert werden.
Es ist ein dreijähriger Fruchtwechsel anzustreben, d.h. die Pflanzen sollten maximal einmal in 3 Jahren an der gleichen Stelle angebaut werden. Die Selbstunverträglichkeit innerhalb der Familie fördert nämlich Pilzkrankheiten. Außerdem können Larven und Puppen von Möhrenfliegen im Boden überwintern.
Als gute Nachbarn gelten z.B. Erbsen, Knoblauch, Lauch, Mangold, Radieschen, Rettich, Salat, Salbei, Schnittlauch, Schwarzwurzel, Tomaten und Zwiebeln. Insbesondere durch eine Mischkultur mit Allium-Gewächsen (Zwiebel, Lauch) werden Karotten robuster gegen Schädlinge.
Als schlechte Nachbarn gelten hingegen z.B. Petersilie, Rote Bete und Sellerie.

Aussaat im Freien
Tipp: Samen vor der Aussaat 2 Tage lang in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser einweichen. So keimen sie später leichter.
Man unterscheidet frühe Sorten, die bereits früh gesät werden und für den Sofortverzehr bestimmt sind, und späte Sorten, die für die Lagerung bestimmt sind. Grundsätzlich erfolgt die Aussaat ab Ende März bis Mitte Juli.
  • Frühe Karotten können ab Ende März gesät werden. Wer schon früher - ab Februar - aussäen möchte, sollte eine Vliesabdeckung verwenden. Die Samen vertragen niedrige Temperaturen, aber keinen Frost. Spätere Aussaaten entwickeln sich schneller.
  • Späte Karotten sollte man von April bis Juni säen, damit sie im Herbst reif sind für die Ernte. Mit einem Vlies oder Reisig geschützt, können sie aber auch bei leichten Minustemperaturen stehenbleiben und bei Bedarf geerntet werden.
Für die Aussaat der Dunkelkeimer zieht man mit einem Spaten eine ca. 3 cm tiefe Saatrille in die Erde und legt alle 3 bis 5 cm ein Korn. Anschließend wird alles mit Erde bedeckt und leicht angegossen. Zwischen den Reihen sollte ein Abstand von 20-25 cm eingehalten werden.
Alternativ können auch Saatbänder verwendet werden, bei denen der richtige Abstand zwischen den Saatkörnern bereits gegeben ist.
Tipp: Um die Aussaat zu markieren, kann man z.B. Radieschen oder Kresse unter das Saatgut mischen. Bis die Karotten beginnen zu wachsen, sind Radieschen oder Kresse schon längst geerntet.
Nach ca. 3 Wochen erfolgt die Keimung. 22°C Bodentemperatur (10-15°C Lufttemperatur) ist für die Keimung optimal. Sobald die ersten 3 Blätter zu sehen sind, sollte auf einen Abstand von 5 cm ausgedünnt werden. Dazu werden vorrangig die schwächeren Pflanzen aussortiert.

Pflege
Karotten sollte man regelmäßig gießen und gleichmäßig feucht halten, sonst drohen sie zu platzen. Staunässe muss unbedingt vermieden werden. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt sorgt dafür, dass der Boden nicht zu schnell austrocknet und gleichmäßig feucht bleibt.
Die Doldenblütler benötigen keinen Dünger, aber über eine Gabe Kompost hier und da freuen sie sich.
Der Boden sollte immer wieder gelockert werden, damit sich kein Unkraut ausbreitet. Insbesondere deshalb, weil Karotten eine lange Kulturdauer haben und nur bedingt konkurrenzstark sind. Außerdem kann das Wasser so besser ablaufen und es besteht nicht die Gefahr, dass sich die Pflanzen an der Spitze verzweigen oder spalten.

Ernte
Die Reifezeit von frühen Karotten liegt bei rund 12 Wochen, jene von mittelfrühen zwischen 15 und 20 Wochen und jene von späten Sorten sogar bis zu 25 Wochen. Späte Karotten erntet man so spät wie möglich. Solange kein Frost droht, kann man sie nach Bedarf aus der Erde ziehen.
Man lockert zunächst den Boden seitlich mit einem Spaten und zieht dann die Karotte an dem Grün heraus.

Lagerung und Vermehrung
Nachdem das Grün entfernt wurde, werden die Karotten ungewaschen (Gefahr von Pilzen) gelagert. Sie halten sich im Kühlschrank ca. 14 Tage. An einem trockenen, kühlen, dunklen Ort z.B. im Keller können v.a. Herbstkarotten monatelang gelagert werden. Am besten legt man sie dazu in eine Sandkiste. Sie eignen sich aber auch zum Einfrieren. Dazu sollte man sie vorher blanchieren und schneiden.
Tipp: Durch Einwickeln in Folie bzw. in einen Plastiksack trocknen die Karotten nicht so schnell aus.
Blütenstände bilden sich erst im 2. Kulturjahr. Wer also nicht so lange auf frische Samen warten will, kauft sie im Gartencenter. Die Samen bleiben 2-3 Jahre keimbar.

Krankheiten
Möhrenfliege

Verwendung
Bei uns kommen Karotten meist ganz frisch auf den Tisch als Salatbeigabe. Oder als Suppeneinlage, gemeinsam mit anderem Suppengemüse wie Lauch, Knollensellerie und Wurzelpetersilie.
Ein Karottensaft lässt sich herstellen, indem man das Gemüse wascht, putzt und mit einer Saftpresse auspresst. Pro Glas rührt man 3-4 Tropfen Pflanzenöl ein. Sofort getrunken, ist der Vitamingehalt am größten. Je nach Belieben können Äpfel, Orange, Ananas oder Zitrone beigemengt werden.
Einen Karottenbrei für Säuglinge wird aus 2-4 Karotten gezaubert, die 15-20 Minuten mit 250 ml Wasser weich gekocht und dann püriert werden. Dann wird noch ¼ Teelöffel Pflanzenöl untergerührt. Der Brei kann gut verschlossen 1 Tag im  Kühlschrank aufbewahrt werden, sollte aber nochmals aufgekocht werden, um eventuell entstandene krankmachende Keime abzutöten.

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