Ingwer


Ingwer (lat. Zingiber officinale), auch Ingber, Imber und Immerwurzel genannt, zählt zur Familie der Ingwergewächse (lat. Zingiberaceae) und ist eine mehrjährige, nicht winterharte Pflanze. Das Herkunftsgebiet ist heute nicht mehr genau feststellbar, man vermutet Südostasien. Die Pflanze enthält u.a. ätherische Öle, Zingiberol, Gingerol und Shogaol. Das Rhizom, der unterirdische Hauptspross der Pflanze, wird als Küchengewürz verwendet.
Ingwer wird z.B. bei Appetitlosigkeit, Magenproblemen, Reisekrankheit, Seekrankheit, Kopfschmerzen und Periodenkrämpfen eingesetzt und gilt als ideales Erkältungsmittel durch die Stärkung der Abwehrkräfte.

Boden und Standort
Ingwer bevorzugt einen halbschattigen und warmen Standort, geschützt vor Regen und Wind. Bei Temperaturen unter 20°C kommt es zum Wachstumsstopp. Durch direkte Sonneneinstrahlung entstehen Blattschäden, die sich nicht mehr regenerieren.
Er fühlt sich in einer nährstoffreichen, kalkfreien Erde wohl. Wir verwenden Qualitätsblumenerde.
Man kann Ingwer auch hervorragend im Topf kultivieren.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Mit der Anzucht startet man idealerweise im zeitigen Frühling bevor die Hauptvegetationszeit (März – August) beginnt. Schon 5 cm große Wurzelknollen sind ausreichend, diese legt man als Keimhilfe über Nacht in warmes Wasser ein. Am nächsten Tag füllt man einen Blumentopf zu 2/3 mit Blumenerde und setzt die Ingwerwurzel ein. Dann bedeckt man sie ca. 2 cm mit Erde oder Kompost und drückt die Erde leicht an. Anschließend mit einem Wasserzerstäuber befeuchten und mit Folie bedecken um einen Treibhauseffekt zu erzeugen. Täglich lüften um die Luftzirkulation zu fördern und Schimmel vorzubeugen. An einem hellen, warmen (24-30°C) Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung gleichmäßig feucht halten.

Pflanzung im Freien
Nach den Eisheiligen kann die Pflanze ins Freie gesetzt werden.

 

Pflege
Ingwer sollte man gleichmäßig feucht halten, aber Staunässe unbedingt vermeiden. Am besten gießt man erst, wenn die obersten 2 cm Erde spürbar trocken sind. Eingerollte Blätter und braune Triebspitzen weisen auf Wassermangel hin.
Gedüngt werden sollte nur, wenn sich an den Blättern gelbe Verfärbungen zeigen (weisen auf Nährstoffmangel hin) bzw. ab dem 2. Jahr im Sommer alle 4-6 Wochen.
Im Topf gepflanzter Ingwer muss je nach Topfgröße regelmäßig umgetopft werden.

 

Blüte und Ernte
Die Blütezeit ist im späten Frühling und sehr kurz (nur wenige Tage).
Die Ernte erfolgt idealerweise im Herbst. Dazu wird die Knolle mit einem scharfen Messer geteilt.

 

Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder über die Wurzel.
Die Blütezeit ist sehr kurz und die Gewinnung von Samen nicht einfach. Hobbygärtner sollten sich besser Samen aus dem Fachhandel besorgen.
Einfacher ist die Vermehrung über die Wurzel: Große Knollen kann man im Frühling teilen und separat wieder einsetzen.

Konservieren
Ingwer ist an einem kühlen, dunklen Ort einige Wochen haltbar.
In geschältem Zustand kann man ihn auch einfrieren.

Überwintern
Im September stellt die Pflanze ihr Wachstum ein. Sobald die Blätter und Triebe welken, sollte nicht mehr gedüngt und nur wenig gegossen werden.
Am besten überwintert man Ingwer im Haus an einem frostsicheren Ort bei rd. 10°C.

Krankheiten und Schädlinge
·         Wurzelfäule: Dieser Krankheit kann man durch mäßiges Gießen vorbeugen. Ist sie bereits aufgetreten, können Umtopfen und Trockenlegen als Maßnahmen helfen.
·         Trauermücken: Um die kleinen Quälgeister zu vertreiben, kann man Klebetafeln aufhängen, Nematoden über das Gießwasser verteilen oder eine dicke Sandschicht auslegen.

Verwendung
Wir verwenden Ingwer sehr gerne zum Schärfen von asiatischen Speisen und Suppen, wie z.B. Karotten-Ingwer-Suppe oder Kürbiscremesuppe mit Ingwer und Kokosmilch.
In der kalten Jahreszeit trinken wir außerdem gerne einen Ingwertee: Ein ca. 5 cm langes Ingwerstück und ½ Zitrone in feine Scheiben schneiden und beides mit ½ l kochendem Wasser übergießen. Je nach Belieben z.B. 2 Beutel Hagebuttentee mit ziehen lassen und zum Schluss mit Honig oder Zucker süßen. Desto länger man den Ingwer ziehen lässt, desto schärfer wird der Tee.
Bei Übelkeit und Reisekrankheit soll eine Scheibe frischen Ingwer gekaut werden.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen