Gartenkresse

Gartenkresse (lat. Lepidium sativum), auch einfach Kresse genannt, zählt zur Familie der Kreuzblütler (lat. Brassicales) und ist eine einjährige, nicht winterharte Pflanze. Sie stammt vermutlich aus Zentral- oder Westasien und enthält u.a. Vitamin B, C, Eisen, Kalzium, Folsäure sowie ätherische Öle und Senfölglykoside.
Kresse hat eine Stoffwechselanregende, harntreibende Wirkung und hilft gegen Asthma, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Blasenentzündung und Nierenbeckenentzündung.
Die Art des Anbaus nennt sich „Grünkraut“, weil die Pflänzchen so lange wachsen dürfen, bis sie deutlich grüne Blättchen haben (im Vergleich zu Sprossen). Zum Verzehr wird der obere Teil abgeschnitten und gegessen.

Boden und Standort
Der Anbau von Kresse ist unkompliziert.
Sie bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort, wächst aber auch im Schatten (hier dauert es länger).
Sie fühlt sich in jeder Erde wohl. Wir verwenden normale Gartenerde.
Die Pflanzen sollten maximal einmal in 3 Jahren an der gleichen Stelle angebaut werden, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Grundsätzlich benötigt man nur ganz wenig Erde und kann es z.B. auch auf feuchtem Küchenrollenpapier, Watte oder Vlies versuchen. In kleinen Behältern mit einer dünnen Schicht Erde wachsen die Pflänzchen sogar schneller als im Gemüsebeet, weil sich die Pflanzen umso mehr auf die Wurzelausbildung konzentrieren, je tiefer die Erde.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Im Haus an der Fensterbank ist eine Anzucht jederzeit möglich. Man streut die Samen in einen Topf mit Erde. Die Lichtkeimer werden nicht mit Erde bedeckt und mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Die Keimzeit beträgt nur wenige Tage und kann durch Abdeckung mit einer Folie beschleunigt werden.

Aussaat im Freien
Eine Aussaat im Freien sollte erst nach den Eisheiligen erfolgen, da Kresse frostempfindlich ist.

Pflege
Kresse ist sehr genügsam und benötigt keine spezielle Pflege. Einzig auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit sollte geachtet werden. Beim Gießen sollte der Wasserstrahl nicht zu fest eingestellt sein, da man die kleinen Keimlinge sonst um drückt.

Blüte und Ernte
Die Ernte erfolgt sobald die Gartenkresse etwa eine Handbreite hoch ist und mehrere Blätter entwickelt hat. Am besten verwendet man dazu eine Küchenschere und schneidet die Kresse ca. 1 cm über dem Boden ab.
Auch die Blüten sind essbar. Um Blüten und in weiterer Folge Samen zu erhalten, darf man die kleinen Kresse-Pflänzchen nicht abernten, sondern muss sie stehen lassen bis sie sich zu einer ca. 50 cm hohen Pflanze mit üppigem Blütenstand entwickelt hat.

Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Samen. Indem man die Blüten reifen und verwelken lässt, bilden sich Schoten/Kapseln, in denen neue Kressesamen heranreifen. Man erntet diese Schoten/Kaspeln, wenn sie hellgelb bzw. beige getönt sind und ein wenig herunterhängen. Die Samen lassen sich ganz leicht aus den Kapseln herausschütteln.

Konservieren
Kresse lässt sich nicht lange aufbewahren. Die Blätter werden schnell welk und verlieren an Geschmack. Sie eignet sich auch schlecht zum Einfrieren oder Trocknen.
Am besten verzehrt man Kresse also ganz frisch. Im Normalfall dauert es von der Anzucht bis zur Ernte ohnehin nur 1-2 Wochen und durch regelmäßige Folgesaaten sichert man sich eine laufende Ernte.

Überwintern
Gartenkresse ist nicht winterhart und muss bei Frostgefahr ins Haus geholt werden.

Verwendung
Wir verwenden Kresse am liebsten frisch auf dem Brot, in Salaten oder Kräuterquarks.

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