Frauenmantel

Frauenmantel (lat. Alchemilla vulgaris), auch Frauenhilf oder Taukraut genannt, zählt zur Familie der Rosengewächse (lat. Rosaceae) und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus Osteuropa und Asien und enthält u.a. Gerbstoffe, Flavonoide, Karotinoide, Bitterstoffe und Saponine. Es wird der oberirdische Teil der Pflanze verwendet, d.h. sowohl die Blätter als auch die Samen.
Frauenmantel hat eine beruhigende, zusammenziehende, entzündungshemmende, antibakterielle, blutreinigende, harntreibende und krampflösende Wirkung. Das Kraut wird hauptsächlich in der Frauenheilkunde eingesetzt, aber z.B. auch bei Erkältung, Fieber, Magenproblemen, Nierenschwäche, Herzschwäche, Schlaflosigkeit, Wunden und Ekzemen. In der Frauenheilkunde wirkt das Kraut gegen Menstruationsstörungen, Gelbkörperschwäche (die häufig Ursache für Unfruchtbarkeit ist), starke Blutungen, dem Prämenstruellen Syndrom (PMS), Fehlgeburten, kräftigend vor und nach der Geburt, zur Stärkung des Bindegewebes, zur raschen Rückbildung der Gebärmutter und schnellen Wundheilung der Geburtswege nach der Geburt, zur Milchbildungsförderung, bei Beschwerden in den Wechseljahren. In der Kosmetik wird Frauenmanteltee mit seinen zusammenziehend und reinigend wirkenden Eigenschaften als Gesichtswasser eingesetzt bei unreiner, großporiger Haut.
Die Pflanze enthält immer Tau. Diese Tropfen sind reiner Pflanzensaft – Wasser, das von den Wurzeln aus der Erde aufgesogen wird, durchs Pflanzengewebe gefiltert und morgens aus den Blattspitzen wieder ausgeschieden. Winzige Spaltöffnungen bei den Zähnen am Blattrand, durch die morgens und bei hoher Luftfeuchtigkeit Wassertröpfchen nach außen ausscheiden (Guttation) und sammeln sich im Laufe des Tages in Blattmitte.
Im Garten ist die Pflanze ein beliebter Bodendecker und schöner Kombinationspartner für eine Vielzahl von Stauden aller Farben und Formen mit denselben Standortansprüchen. Dank seines niedrigen Wuchs eignet er sich auch sehr gut als Beeteinfassung.


Boden und Standort
Frauenmantel ist anspruchslos bezüglich seines Standorts. Er gedeiht sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten, einige Arten sogar im Schatten.
Er fühlt sich in einer nährstoffreichen, durchlässigen und feuchten Erde wohl. Lehmhaltige Böden sollten mit Quarzsand gelockert werden. Wir verwenden normale Gartenerde, die wir mit Kompost verbessern.

Aussaat im Freien
Frauenmantel-Samen sind Frostkeimer, d.h. man kann mit der Aussaat im Freien bereits zwischen Oktober und Jänner beginnen. Man kann sie z.B. in einer Schale an einem geschützten Platz gleichmäßig feucht halten und im Frühling an den gewünschten Ort pikieren. Pro laufendem Meter sollten maximal 5 Pflanzen gepflanzt werden.

Pflege
Frauenmantel benötigt konstante Feuchtigkeit, d.h. man sollte ihn gleichmäßig feucht halten und Staunässe vermeiden.
Nach dem Ernten mit Kompost düngen.
Ein bodennaher Schnitt nach der Blüte verhindert die Selbstaussaat und regt einen frischen Neuaustrieb an.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Mai bis August.
In dieser Zeit können sowohl die Blätter als auch die Blüten geerntet werden.

Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Teilung.
Samen können nach der Blüte gesammelt, getrocknet und in einer Papiertüte aufbewahrt werden. Dazu wartet man am besten bis die Blüten vollständig getrocknet sind, denn zu diesem Zeitpunkt haben sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe vollständig in den Samen gespeichert.
Teilen: Der ideale Zeitpunkt für die Teilung ist das zeitige Frühjahr, bevor die Staude neu austreibt. Man teilt das Kraut am besten mit einem Spaten.

Konservieren
Frauenmantel eignet sich hervorragend zum Trocknen. Dazu die Blätter und/oder Samen auf einem mit Backpapier belegten Backblech ausbreiten und an einem dunklen, warmen Ort trocknen lassen.

Überwintern
Frauenmantel ist winterhart und benötigt keinen Frostschutz.

Verwendung
Als Tee getrunken lindert Frauenmantel nahezu alle Arten von Frauenbeschwerden. Dazu 1 Teelöffel getrockneter Frauenmantelblätter mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 7 Minuten ziehen lassen und abseihen. Zur Geburtsbegleitung 6 Wochen vor der Geburt bis 4 Wochen danach täglich 1-3 Tassen trinken.
Man sollte maximal 3 Tassen Frauenmanteltee pro Tag trinken, weil er in höheren Dosen zu einer Schädigung der Leber führen kann.
Frauenmanteltee kann auch als Gesichtswasser bei großporiger und pickeliger Haut verwendet werden. Jahrhundertelang nutze man das Tauwasser des Frauenmantels als Schönheitsmittel.
Schwangerschaftsöl kommt gegen Schwangerschaftsstreifen zum Einsatz: je 50 g Frauenmantelkraut und Duftrosen mit 300 ml Öl in ein Schraubglas füllen, 2 Wochen in der Sonne stehen lassen, regelmäßig schütteln, dann abfiltern und in ein dunkles Gefäß abfüllen. Regelmäßig damit den Bauch einmassieren.

Inhaltsstoffe im Detail
5-8% Gerbstoffe, Flavonoide, Karotinoide, Phytosterine, wenig Bitterstoffe, ätherisches Öl (Blüten), Saponine, Spuren von Salizylsäure, Kumarine, Pflanzensäuren (Chlorogen- und Kaffeesäure), Phenolcarbonsäure, Leukozyanidine (Blüten), Mineralien wie Eisen, Kalium, Kalzium, Kieselsäure und Magnesium
Nebenwirkungen/Gegenanzeigen: nicht bekannt


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