Erbsen

Die Gattung Erbsen (lat. Pisum) zählt zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütengewächse innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (lat. Fabaceae) und ist eine einjährige, nicht winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus Asien (erstmaliger Anbau in China) und enthält u.a. viel Eiweiß, Ballaststoffe, Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer und Zink sowie Vitamin B1 und B2. Erbsen haben eine cholesterinsenkende, antioxidative und krebshemmende Wirkung. Verzehrt werden nicht die ganzen Schoten, sondern nur die kugeligen grünen Samen.

Boden und Standort
Erbsen sind bezüglich ihres Standorts nicht sehr anspruchsvoll - egal ob Sonne oder Halbschatten, Windschutz oder nicht.
Sie sind Mittel- bzw. Schwachzehrer und fühlen sich in einem lockeren, feinkrümeligen, humusreichen Boden wohl. Wir verwenden normale Gartenerde, die wir mit etwas Kompost verfeinern. Wichtig ist, dass das Wasser gut abfließen kann, denn auf Staunässe regieren sie allergisch. Aus diesem Grund lockert man den Boden vor der Aussaat gründlich.
Spätestens nach 3 Jahren sollten die Erbsen für 8 Jahre nicht mehr an der gleichen Stelle angebaut werden. Die Selbstunverträglichkeit innerhalb der Familie fördert nämlich Pilzkrankheiten.
Als gute Nachbarn gelten z.B. Aubergine, Dill, Fenchel, Gurken, Karotten, Kohl, Kopfsalat, Mais, Radieschen, Rettich, Sellerie und Zucchini.
Als schlechte Nachbarn gelten hingegen z.B. Bohnen, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch, Tomaten und Zwiebeln.

Aussaat im Freien
Erbsen können, je nach Sorte, von Anfang März bis Mai ausgesät werden:
·    Pal-/Schalerbsen sind frostresistenter, daher kann man sie schon früher säen. Sie werden üblicherweise zum Trocknen verwendet (Trockenerbsen) und schmecken aufgrund des hohen Stärkegehalts eher herb als süß. Im Winter werden die gelben oder grünen, getrockneten Palerbsen für dicke Suppen verwendet. Jung geerntet und frisch verzehrt schmecken sie etwas süßer.
·    Markerbsen werden ab Anfang April gesät. Sie sind für den Sofortverbrauch oder zum Einfrieren geeignet und schmecken recht süß.
·    Zuckererbsen können ab Ende März gesät werden. Sie schmecken süß und können mit den Hülsen verzehrt werden.
Für die Aussaat der Dunkelkeimer zieht man mit einem Spaten eine ca. 3-5 cm tiefe Saatrille in die Erde und legt alle 3 bis 5 cm ein Korn. Anschließend wird alles mit Erde bedeckt und leicht angegossen. Zwischen den Reihen sollte ein Abstand von 30-40 cm eingehalten werden.
Tipp: Keimlinge von früh und tief gesäten Erbsen werden seltener von Vögeln abgefressen.
Alternativ können auch Saatbänder verwendet werden, bei denen der richtige Abstand zwischen den Saatkörnern bereits gegeben ist.
Die Schmetterlingsblütler erreichen, je nach Sorte, eine Höhe von bis zu 2 m und benötigen daher eine Rankhilfe. Am besten fixiert man diese gleich im Zuge der Aussaat im Boden.
Die Keimung erfolgt ab einer Mindestbodentemperatur von 5°C und dauert ca. 2 bis 3 Wochen. 20-24°C sind für die Keimung optimal (10-15°C Lufttemperatur).

Pflege
Sobald die Pflanzen 10 cm hoch sind, erhöht regelmäßiges Anhäufeln der Erde die Standfestigkeit im Beet, die Pflanzen bilden mehr Wurzeln und hinterlassen eine feinkrümelige, stickstoffreiche Erde für Nachkulturen.
Gießen muss man die Erbsen nur bei anhaltender Trockenheit.
Sie benötigen keinen Dünger.
Der Boden sollte immer wieder gelockert werden, damit sich kein Unkraut ausbreitet.

Blüte und Ernte
Die Blüte erfolgt zwischen Mai und Juni.
Die Reifezeit liegt, je nach Sorte, zwischen 3 und 4 Monaten, d.h. geerntet wird ab Mai. Je früher geerntet wird, desto süßer und saftiger sind die Erbsen. Palerbsen nicht zu lange hängen lassen, sonst werden sie mehlig. Markerbsen immer grün ernten. Zuckererbsen ernten, wenn die ersten Körner zu spüren sind.
Tipp: Die Wurzeln nach der Ernte nicht ausreißen, sondern nur die Ranken abhacken. So profitieren auch noch die folgenden Sommerkulturen, wie Tomaten und Paprika, von der Vorkultur.

Lagerung und Vermehrung
Frische Erbsen halten sich im Kühlschrank ca. 3 Tage und eignen sich hervorragend zum Einfrieren. Am besten sollte man sie sofort nach der Ernte einfrieren, damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht verloren gehen. Eventuell davor blanchieren.
Die Vermehrung erfolgt mittels Samen. Dazu belässt man einige Erbsenschoten bis zum Ende der Erntezeit an der Pflanze, trocknet die Erbsensamen und bewahrt sie in einer Papiertüte an einem trockenen, kühlen Ort auf (<25°C). Das Saatgut ist üblicherweise 3-4 Jahre haltbar.

Krankheiten
  • Mehltau
  • Minierfliege
  • Erbsenwickler
Verwendung
Wir naschen Erbsen am liebsten ganz frisch direkt bei der Ernte. Das Gemüse passt z.B. sehr gut als Beilage für Reis oder als Suppeneinlage.

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