Bohnenkraut

Die Gattung Bohnenkraut (lat. Satureja spec.) zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und umfasst ca. 40 verschiedene Arten. Sommer-Bohnenkraut (lat. Satureja hortensis) und Winter-Bohnenkraut (lat. Satureja montana) sind die bekanntesten Sorten. Sie unterscheiden sich nur geringfügig im Geschmack, dafür aber in der Pflege und Lebensdauer. Sommer-Bohnenkraut ist eine einjährige Pflanze, die aus dem östlichen Mittelmeergebiet stammt und etwas milder schmeckt als das Winter-Bohnenkraut. Winter-Bohnenkraut, auch Berg-Bohnenkraut genannt, ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze, die ursprünglich aus Südeuropa stammt.
Die Pflanze enthält unter anderem ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Sitosterin und Ursolsäure. Es wird das ganze blühende Kraut ohne Wurzel verwendet. Sie hat eine antibakterielle Wirkung und wird vorwiegend bei Verdauungsproblemen, aber auch bei Husten eingesetzt. Sie hilft bei Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Krämpfen in Magen und Darm und Durchfall.

Boden und Standort
Bohnenkraut ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen Standort.
Es fühlt sich in einer durchlässigen, leicht kalkhaltigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mischen.
Die Pflanzen sollten maximal einmal in 4 Jahren an der gleichen Stelle angebaut werden, um Pilzkrankheiten in der Familie vorzubeugen.
Man kann Bohnenkraut auch hervorragend im Topf kultivieren.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Bohnenkraut kann ab April in warmen Wohnräumen oder Wintergärten vorkultiviert werden. Man legt jeweils 3 Samen in einen Topf mit Anzuchts- oder Blumenerde. Die Lichtkeimer werden nicht mit Erde bedeckt und an einem warmen, hellen Ort mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Die Keimzeit kann durch eine Abdeckung mit Folie beschleunigt werden (erzeugt Treibhauseffekt). Am Ende belässt man den stärksten Trieb bestehen.

Aussaat im Freien
Eine direkte Aussaat im Freilandbeet ist nach den Eisheiligen möglich. Dabei sollte ein Reihenabstand von 25-30 cm bei Sommer-Bohnenkraut und 40-50 cm bei Winter-Bohnenkraut eingehalten werden.

Pflege
Bohnenkraut ist sehr pflegeleicht. Es hat einen eher geringeren Wasserbedarf und sollte daher, außer in Trocken-/Hitzeperioden, nur mäßig gegossen werden.
Wenn überhaupt, sollte nur wenig gedüngt werden (eventuell zu Beginn der Vegetationsphase im Frühling).
Bohnenkraut neigt zum Verholzen. Auf den verholzten Teilen wachsen keine frischen Triebe mehr und so verkahlt der Strauch nach einigen Jahren. Aus diesem Grund ist ein jährlicher, kräftiger Rückschnitt eine wichtige Pflegemaßnahme. Hierzu eignet sich der Frühling, wenn sich die ersten neuen Triebspitzen zeigen und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Triebspitzen werden bis wenige cm über dem Holz zurückgeschnitten. Ins Holz sollte man nicht schneiden, denn verholzte Teile treiben nur schwer wieder aus. Das Auslichten ist unter anderem sehr wichtig, damit wieder genug Luft und Licht zur Pflanze kommt (schützt vor dem Befall mit Schädlingen und Pilzen). Im Herbst sollte kein Rückschnitt mehr erfolgen, weil die Pflanze ab dieser Zeit Energie für die Überwinterung sammelt. Durch regelmäßiges Abernten, d.h. Abschneiden neuer Triebe, wächst die Pflanze buschiger aus und die Verholzung kann verzögert werden.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis Anfang Oktober.
Geerntet wird bei Bedarf, idealerweise vor und während der Blütezeit, weil das Bohnenkraut dann sein würzigstes Aroma entfaltet. Dazu schneidet man die Zweige mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere knapp über dem Boden ab.

Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, Teilung (Winter-Bohnenkraut) oder Samen.

Konservieren
Bohnenkraut eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.

Überwintern
Winter-Bohnenkraut kann im Freien überwintern. Reisig, Laub oder Stroh eignen sich als Frostschutz.
Im Kübel gepflanztes Bohnenkraut sollte ins Haus an einen kühlen, aber frostfreien und möglichst hellen Platz geholt werden. Idealerweise bleibt es nur so kurz wie möglich im Haus (nur, wenn Frost droht). Im Haus werden die Pflanzen nämlich leicht geschwächt und anfälliger für Krankheiten.

Krankheiten und Schädlinge
  • Falscher Mehltau
  • Grauschimmel
  • Rost
  • Schildkäfer
  • Zikaden
Verwendung
Wie der Name schon sagt, werden Bohnengerichte, aber auch Erbsen-, Kartoffel- und Linsengerichte durch Bohnenkraut fein aromatisiert. Es harmoniert auch mit anderen mediterranen Kräutern wie Lavendel, Oregano oder Salbei. Nebenbei hilft es bei der Verdauung.
Aufgrund seines kräftigen Aromas, sollte das Kraut nur sparsam verwendet werden.
Bohnenkraut kann auch als Tee getrunken werden: 1 Teelöffel getrocknetes Bohnenkraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Tee hat einen krampflösenden Effekt und hilft aufgrund seines Gerbstoffanteils gegen Durchfall. Das Gurgeln von ausgekühltem Tee hilft bei Husten.

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