Basilikum

Basilikum (lat. Ocimum basilicum), auch Basilienkraut, Deutscher Pfeffer oder Königskraut genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine grundsätzlich einjährige, nicht winterharte Pflanze. Das Herkunftsgebiet ist heute nicht mehr genau feststellbar, man vermutet Nordwest-Indien. Die Pflanze enthält unter anderem ätherische Öle (Methylchavicol, Cineol, Linalool, Citral, Estragol, Eugenol), Gerbstoffe und Flavonoide. Es werden die Blätter verwendet.
Basilikum hat eine verdauungsfördernde, harntreibende, krampflösende, menstruationsfördernde, schleimlösende, schmerzstillende, schweißtreibende und immunstärkende Wirkung. Die ätherischen Öle und Gerbstoffe helfen gegen Blähungen und bei Magenverstimmung. Während der Stillzeit von Müttern wird die Bildung der Muttermilch durch Basilikum-Verzehr unterstützt. Außerdem sagt man, dass frischer Basilikum Insekten wie z.B. Wespen fern hält. Während der Schwangerschaft sollte Basilikum nicht in großen Mengen aufgenommen werden.

Boden und Standort
Basilikum bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort (optimal sind > 16°C), idealerweise geschützt vor Wind und Regen.
Er fühlt sich in einer lockeren, kompostreichen Erde wohl. Kräutererde ist in der Regel zu nährstoffarm. Wir verwenden Qualitätsblumenerde.
Die Pflanzen sollten maximal einmal in 3 Jahren an der gleichen Stelle angebaut werden, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Als gute Nachbarn gelten z.B. Fenchel, Gurke, Mangold, Tomaten und Zucchini.
Als schlechte Nachbarn gelten hingegen z.B. Bohnenkraut, Melisse, Salbei und Thymian.
Man kann Basilikum auch hervorragend im Topf kultivieren.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Basilikum kann man in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ganzjährig kultivieren. Wenn man eine Jungpflanze vorkultivieren möchte, die später ins Freiland gesetzt wird, sollte man diese ab März im Haus vorziehen. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchts- oder Blumenerde. Die Lichtkeimer werden nicht mit Erde bedeckt und an einem warmen, hellen Ort mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Die Keimzeit beträgt 2-3 Wochen und kann durch eine Abdeckung mit Folie beschleunigt werden (erzeugt Treibhauseffekt).
Sobald die Triebe eine Größe von 5-10 cm erreicht haben, werden jeweils 5-6 Triebe pikiert und in einen 25-30 cm Topf umgesetzt. Lange Wurzeln können gekürzt werden (regt Wurzelwachstum an) und die Triebe werden etwas tiefer eingesetzt als zuvor. Die Jungpflanzen können nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt werden.

Aussaat im Freien
Eine direkte Aussaat im Freilandbeet ist nach den Eisheiligen möglich. Dabei sollte ein Reihenabstand von 25 cm eingehalten werden.

Pflege
Basilikum benötigt konstante Feuchtigkeit, d.h. am besten öfters und dafür in Maßen gießen. Sehr gut eignet sich abgestandenes nicht zu kaltes Wasser.
Basilikum kann man bei Bedarf regelmäßig mit Kompost oder organischem Gemüsedünger düngen.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis September (kleine weiße Blüten). Nach der Blütenbildung ist Basilikum nicht mehr genießbar, d.h. für den Verzehr sollte Basilikum immer wieder geerntet werden bevor sich Blüten bilden.
Geerntet werden kann jederzeit bei Bedarf. Dabei sollten jeweils die Spitzen geerntet werden und 2-3 Blattpaare belässt man bestehen, die auch später nicht geerntet werden. Dadurch werden die Pflanzen kräftiger und treiben neue Seitentriebe aus, die Blütenbildung wird verhindert und die Pflanze wird buschiger.

Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge oder Samen.
Stecklinge: Man schneidet ca. 10 cm lange Triebe ab, entfernt die unteren Blätter (nur 2 Blattpaare bleiben bestehen) und stellt sie in ein Glas Wasser (leicht gefüllt, so dass der unterste Teil vom Stängel befeuchtet wird). Bei Zimmertemperaturen (ca. 20°C) bilden sich bereits nach wenigen Tagen Wurzeln. Nach der Wurzelbildung pflanzt man die Triebe in Erde und pflegt sie weiter wie ausgewachsene Pflanzen.
Samen können nach der Blüte gesammelt, getrocknet und in einer Papiertüte aufbewahrt werden. Dazu wartet man am besten bis die Blüten vollständig getrocknet sind, denn zu diesem Zeitpunkt haben sie ihre wertvollen Inhaltsstoffe vollständig in den Samen gespeichert.

Konservieren
Basilikum eignet sich zum Einfrieren und ist so ca. 1 Jahr haltbar. Dazu schneidet man die Blätter klein und friert sie portionsweise in Plastikbehältern oder Plastiktüten ein.
Man kann Basilikum auch trocknen und in luftdichten Gläsern ca. 1 Jahr kühl und trocken lagern, jedoch verliert er dabei an Aroma.

Überwintern
Basilikum ist grundsätzlich einjährig. Man kann ihn aber ab September (bei Temperaturen < 12°C) ins Haus holen und auf der Fensterbank weiterpflegen. Hier sollte er regelmäßig gegossen werden und ab und zu sollten auch die Blätter besprüht werden (gegen Heizungsluft). Bei uns im Haus nerven bei dieser Variante in kürzester Zeit viele kleine Mücken, daher ziehen wir das Einfrieren vor.

Krankheiten und Schädlinge
Der größte Feind von Basilikum sind Schnecken.

Verwendung
Wir verwenden Basilikum am liebsten ganz frisch für einen Salat Caprese. Auch von Nudeln mit Basilikumpesto können wir nicht die Finger lassen.
Man kann Basilikum auch als Tee trinken. Eine Tasse nach jeder Mahlzeit wirkt verdauungsfördernd. Dazu 1 Teelöffel getrocknetes Basilikum mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Um chronische Blähungen zu behandeln, werden 1 Woche lang täglich 2 Tassen Basilikum-Tee getrunken, dann 2 Wochen Pause eingelegt und noch 1 Woche Basilikum-Tee getrunken.
Ätherisches Öl aus Basilikumblättern hilft gegen Insektenstiche, nervöse Schlaflosigkeit und Migräne.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen