Japanische Weinbeere

Die Japanische Weinbeere (lat. Rubus phoenicolasius), auch Rotborstige Himbeere genannt, zählt zur Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (lat. Rosaceae) und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus Ostasien (China, Korea und Japan) und enthält u.a. Vitamin A, B, C, E sowie Kalium, Kalzium und Magnesium. Die Früchte werden als Obst verwendet, die Blätter als Arzneimittel. Als Sammelfrucht besteht die Japanische Weinbeere aus vielen kleinen Einzelbeeren, die sich leicht klebrig anfühlen und süßsäuerlich schmecken.
Hierzulande ist die Beere noch recht unbekannt, obwohl sie unseres Erachtens sogar noch besser schmeckt als Himbeeren und Brombeeren, denen sie beiden sehr ähnelt. Vorsicht ist geboten bei der Ernte oder beim Rückschnitt, weil sie sehr stachelig ist. Ohne dicke Gartenhandschuhe sollte man sich den Sträuchern nicht nähern.

Boden und Standort
Japanische Weinbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort.
Hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit sind sie nicht sehr anspruchsvoll und wachsen grundsätzlich überall. Sie sind aber Mittelzehrer und fühlen sich in einem nährstoffreichen und kalkhaltigen Boden wohl. Wir verwenden Gemüseerde oder Gartenerde, die wir mit Kompost verarbeiten.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Japanische Weinbeeren über Samen zu ziehen ist sehr schwierig, daher empfiehlt sich entweder der Kauf eines Japanischen Weinbeerstrauchs im Gartencenter oder eine Vermehrung über Stecklinge oder Absenker.

Pflanzung im Freien
Die Beerensträucher werden idealerweise im September oder Oktober ins Freiland gepflanzt. Vor der Pflanzung sollten sie kurz in einen Wassereimer getaucht werden, damit sich der Erdballen vollsaugen kann.
Es sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von 1,5 m eingehalten werden. Die  Basisknospen sollten ca. 5 cm mit Erde bedeckt werden.
Sie benötigen nicht zwingenderweise eine Rankhilfe, da die einzelnen Triebe (Ruten) recht kräftig sind, allerdings breiten sie sich dann schneller über Absenker aus.

Pflege
Um eine ertragreiche Beerenernte zu fördern, sollte jährlich im Frühling (Ende März bzw. Anfang April) eine Düngung erfolgen. Hierzu können sowohl spezieller Beerendünger als auch einfach Braunkorn verwendet werden.
Nach der Ernte sollten abgetragene Triebe ebenerdig zurückgeschnitten werden. Sehr lange Neutriebe sollten eingekürzt werden, weil sie nicht bis zum Ende hin fruchten und die Anfälligkeit für die Rutenkrankheit besteht. Die Triebe wachsen sehr schnell nach, daher sollte besser zu viel als zu wenig zurückgeschnitten werden.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli.
Die Ernte erfolgt ab dem zweiten Pflanzenjahr von Mitte Juli bis Anfang September.

Lagerung und Vermehrung
Japanische Weinbeeren halten sich im Kühlschrank ungewaschen 2-3 Tage und eignen sich hervorragend zum Einfrieren.
Sie können über Stecklinge und Absenker vermehrt werden.
  • Stecklinge: Es werden die obersten 5-10 cm der Triebe mit mindestens 2-3 Knospen im Sommer (bis in den September hinein) abgeschnitten. Die Stecklinge werden in einen Topf mit Anzuchtserde gesteckt und an einem hellen, warmen Standort gleichmäßig feucht gehalten. Um den Treibhauseffekt zu fördern, werden sie mit einer Folie abgedeckt. Nach 3-4 Wochen haben sich die ersten Wurzeln gebildet. In dieser Phase muss viel gegossen werden. Im Herbst können die Pflänzchen an die gewünschte Stelle ins Freie gesetzt werden.
  • Absenker: Japanische Weinbeeren bilden sehr leicht Absenker, wenn die Triebe mit dem Boden in Kontakt kommen.
Überwinterung
Japanische Weinbeeren sind erstaunlich frosthart und können ohne Frostschutz im Freien überwintern.

Krankheiten
Japanische Weinbeeren werden in unseren Breitengraden kaum von Krankheiten und Schädlingen befallen.

Verwendung
Im Sommer zählt die Japanische Weinbeere zu unserem Lieblingsobst. Schon zum Frühstück können die Beeren ins Müsli oder über die Pancakes gegeben werden. Außerdem passen sie zu vielen Nachspeisen und peppen normales Leitungswasser oder Soda auf.

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