Erdbeeren

Die Erdbeere (lat. Fragaria) zählt zur Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (lat. Rosaceae) und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus Amerika und enthält u.a. Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink sowie Vitamin A, C (mehr als Zitrusfrüchte), E und B-Vitamine. Erdbeeren wirken entgiftend, entwässernd, blutbildend, kräftigen Immunsystem und Stoffwechsel und fördern das Zellwachstum. Es können sowohl die Früchte als auch die Blätter verwendet werden, wobei streng genommen nur die Blätter der Walderdbeere als Heilmittel gelten.

Boden und Standort
Erdbeeren bevorzugen einen sonnigen, warmen Standort.
Sie sind Mittelzehrer und fühlen sich in einem lockeren, humosen und nährstoffreichen Boden wohl. Wir verwenden Gemüseerde oder Gartenerde, die wir mit Kompost verarbeiten. Der Boden sollte mindestens 2 Wochen vor der Pflanzung mit 4-5 l Kompost je m2 und 30g Hornmehl verarbeitet werden (oder mit 6-8 kg je 100 m2 eines Erdbeer-Volldüngers). Die gleiche Menge sollte jährlich verarbeitet werden.
Spätestens nach 3 Jahren sollten die Erdbeeren für 4 Jahre nicht mehr an der gleichen Stelle angebaut werden, um abnehmender Wuchskraft, abnehmendem Ertrag und kleinerer Beerengröße sowie Schädlingsvermehrung vorzubeugen.
Gute Vorkulturen sind Erbsen, Bohnen oder Frühkartoffeln.
Als gute Nachbarn gelten z.B. Borretsch, Knoblauch, Lauch, Radieschen, Salat, Schnittlauch, Spinat und Zwiebeln.
Als schlechte Nachbarn gelten z.B. Kohlarten.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Erdbeeren können zwischen Jänner und März in warmen Wohnräumen oder Wintergärten vorkultiviert werden. Man setzt die Samen in Saatkistchen mit Anzuchsterde. Die Lichtkeimer werden nur leicht angedrückt und an einen warmen, hellen Ort mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Nach 3-6 Wochen bilden sich die ersten Keimlinge.
Sobald die ersten 4 Blätter zu sehen sind, sollten die Pflänzchen pikiert werden.

Pflanzung im Freien
Erdbeeren können entweder Ende März bis April oder im August (für das Folgejahr) ins Freiland gepflanzt werden. Je früher gepflanzt wird (August), desto höher ist der Ertrag im 1. Jahr. In der Regel steigert sich der Ertrag im 2. und 3. Jahr.
Die Pflanzen werden mit den Wurzeln kurz in lauwarmes Wasser gestellt und dann sofort eingepflanzt. Es sollte ein Pflanzabstand von 25-30 cm und ein Reihenabstand von 50 cm eingehalten werden.
Das Herz sollte in Höhe der Erdoberfläche sein. Die Pflanzen werden fest angedrückt und kräftig angegossen.

Pflege
V.a. in der Periode des Anwachsens sollte viel gegossen werden (die ersten 10-14 Tage) und bei anhaltender Trockenheit morgens und abends.
Der Boden sollte immer wieder gelockert werden, damit sich kein Unkraut ausbreitet.
Durch eine 2-3cm dicke Mulchschicht aus Stroh kann einem Befall von Fruchtfäule vorgebeugt werden (Früchte bleiben so trocken und sauber), Unkraut wird unterdrückt und Schnecken werden ferngehalten.
Alte und kranke Blätter  sollten mit einer Schere entfernt werden (können Krankheiten wie Fäule übertragen).
Bei mehrjähriger Kultivierung sollten gleich nach Beendigung der Ernte die Ranken entfernt werden (mindern Ertrag) und der Boden gelockert werden (tiefes Umgraben vermeiden).

Blüte und Ernte
Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.
Die Ernte erfolgt von Anfang Juni bis Mitte Juli. Reife Erdbeeren erkennt man an ihrer vollroten Farbe (wenn keine weißgelben Ränder mehr zu sehen sind).
Geerntet wird im Idealfall bei Trockenheit (nass gepflückte Beeren verlieren Aroma) und am Morgen (die Beeren sollten vor der Ernte nicht zu lange der Sonne ausgesetzt sein). Dazu pflückt man die Erdbeeren inklusive der grünen Kelchblätter (verhindert Auslaufen des Safts).

Lagerung und Vermehrung
Frische Erdbeeren halten sich im Kühlschrank ungewaschen 2-3 Tage. Das Aroma geht aber bereits einige Stunden nach der Ernte verloren.
Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Ausläufer/Ableger:
  • Samen: Erdbeere trocknen, dann fliegen die kleinen, gelbgrünen Nüsschen von der Oberfläche der Erdbeere in der Regel von selbst ab und können in einer Papiertüte an einem trockenen, kühlen Ort aufbewahrt werden (<25°C). Je frischer das Saatgut bei der Anzucht, desto höher die Wahrscheinlichkeit für eine Keimung.
  • Ausläufer: Erdbeeren bilden während dem Wachstum lange Ranken aus. Die Ableger an diesen Trieben bilden bei Bodenkontakt ganz von alleine ein neues Wurzelsystem aus. Man kann aber auch einen kleinen Topf an dieser Stelle eingraben, mit Erde befüllen und den Ableger mittig hinein setzen, um sie später leichter umsetzen zu können. Durch das Abschneiden des Bodentriebs hinter dem Ableger bilden sich keine zusätzlichen Tochterpflanzen, die mit versorgt werden müssen. Im Spätsommer, nach der Ernte, bzw. sobald sich ausreichend Wurzeln gebildet haben, können die Ableger von der Mutterpflanze getrennt werden und in ein neues Beet gepflanzt werden. Man schneidet sie dazu einfach mit einer scharfen Gartenschere ab.

Überwinterung
Erdbeeren können im Freien überwintern, man sollte sie aber mit einer dünnen Lage Stroh oder angehäufeltem Mulch gegen Frost schützen.

Krankheiten
  • Mehltau
  • Erdbeerblütenstecher
  • Gnomonia-Fruchtfäule

Verwendung
Wir naschen Erdbeeren am liebsten direkt beim Pflücken, wenn sie noch ganz frisch sind. Sie passen perfekt zu Joghurt und Eis, können aber z.B. auch mit Schlag oder Zucker gegessen werden.
Es gibt zahlreiche leckere Erdbeer-Rezepte: Marmeladen, Gelees, Kuchen und Nachspeisen.
Die zerkleinerten, getrockneten Erdbeerblätter können als Tee getrunken werden: 1 Teelöffel mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und abseihen.

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