Brombeeren

Die Brombeere (lat. Rubus fructicosus), auch Bramel oder Feldschwarzbeere genannt, zählt zur Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (lat. Rosaceae) und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Die Früchte werden als Obst verwendet, die Blätter als Arzneimittel. Die Früchte enthalten u.a. Vitamin C und E sowie Kalzium, Kalium, Magnesium und Flavonoide. Die Blätter enthalten u.a. Vitamin C, Gerbstoffe, Flavonoide und organische Säuren. Sie haben eine leicht zusammenziehende Wirkung und werden bei leichtem Durchfall, Menstruationsbeschwerden und entzündeten Schleimhäuten verwendet.

Boden und Standort
Brombeeren bevorzugen einen sonnigen, warmen Standort.
Hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit sind sie nicht sehr anspruchsvoll und wachsen grundsätzlich überall. Sie sind aber Mittelzehrer und fühlen sich in einem lockeren, humosen und nährstoffreichen Boden besonders wohl. Wir verwenden Gemüseerde oder Gartenerde, die wir mit Kompost verarbeiten.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Brombeeren über Samen zu ziehen ist sehr schwierig, daher empfiehlt sich entweder der Kauf eines Brombeerstrauchs im Gartencenter oder eine Vermehrung über Stecklinge, Ausläufer oder Absenker.

Pflanzung im Freien
Brombeeren werden idealerweise im September oder Oktober ins Freiland gepflanzt.
Vor der Pflanzung sollten sie kurz in einen Wassereimer getaucht werden, damit sich der Erdballen vollsaugen kann.
Es sollte ein Pflanzabstand von 60-80 cm und ein Reihenabstand von 150 cm eingehalten werden. Die  Basisknospen sollten ca. 5 cm mit Erde bedeckt werden.
Brombeeren benötigen eine Rankhilfe. Am besten sollte gleich bei der Pflanzung ein Spalier aufgestellt werden, an dem die neuen Triebe (Ruten) durchgeleitet werden können. Es eignen sich z.B. ca. 1,5 m hohe Holzpfähle zwischen denen im Abstand von ca. 30-40 cm Drähte mit Kunststoffummantelung angebracht werden.

Pflege
Um eine ertragreiche Beerenernte zu fördern, sollte jährlich im Frühling (Ende März bzw. Anfang April) eine Düngung erfolgen. Hierzu können sowohl spezieller Beerendünger als auch einfach Braunkorn verwendet werden.
Im März bzw. April sollte man die Seitentriebe auf 1-3 kräftige Knospen zurückschneiden und bei den jungen Ruten die Spitzen entfernen (wenn die Ruten ca. 1,5-2 m lang sind).
Unmittelbar nach der Ernte sollte ein Herbstschnitt erfolgen, bei dem die abgetragenen Ruten ebenerdig abgeschnitten werden.
In Summe sollten immer die 5-7 kräftigsten Brombeertriebe erhalten bleiben und fächerförmig durch den Spalier geleitet werden. Die Triebe tragen erst im 2. Jahr Früchte und sterben danach normalerweise ab.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August.
Die Ernte erfolgt von Ende Juli bis Oktober.

Lagerung und Vermehrung
Brombeeren halten sich im Kühlschrank ungewaschen 2-3 Tage und eignen sich hervorragend zum Einfrieren.
Brombeersträucher können über Stecklinge, Ausläufer und Absenker vermehrt werden.

  • Stecklinge: Es werden die obersten 5-10 cm von einjährigen, belaubten Trieben mit mindestens 2-3 Knospen im Sommer (bis in den September hinein) abgeschnitten. Die Stecklinge werden in einen Topf mit Anzuchtserde gesteckt und an einem hellen, warmen Standort gleichmäßig feucht gehalten. Um den Treibhauseffekt zu fördern, werden sie mit einer Folie abgedeckt. Nach 3-4 Wochen haben sich die ersten Wurzeln gebildet und man erkennt die ersten frischen Blätter. In dieser Phase muss viel gegossen werden. Im Herbst können die Pflänzchen an die gewünschte Stelle ins Freie gesetzt werden.
  • Ausläufer: Brombeeren können unterirdische Ausläufer bilden, die an anderen Stellen aus dem Boden austreten und dort einen neuen Strauch bilden.
  • Absenker: Brombeeren können auch Absenker bilden. Das sind Triebe, die sich zur Erde neigen und bei Kontakt mit dem Boden Wurzeln bilden.

Überwinterung
Brombeeren können im Freien überwintern, man sollte sie aber mit angehäufeltem Mulch gegen Frost schützen.

Krankheiten
Brombeeren sind sehr robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Dennoch können folgende auftreten:
  • Blattläuse
  • Rost
  • Mehltau
  • Grauschimmel

Verwendung
Im Sommer zählen Beeren im Allgemeinen - und damit auch Brombeeren - zu unserem Lieblingsobst. Schon zum Frühstück können sie ins Müsli oder über die Pancakes gegeben werden. Außerdem passen sie zu vielen Nachspeisen und peppen normales Leitungswasser oder Soda auf.
Für einen Tee übergießt man 1 Teelöffel getrockneter Brombeerblätter mit 250 ml heißem Wasser und lässt ihn 10 Minuten ziehen.
Eine leckere Teemischung lässt sich aus Brombeer-, Himbeer- und Pfefferminzblättern im Verhältnis 2:2:1 herstellen.

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