Thymian (lat. Thymus vulgaris), auch Gartenthymian oder Römischer Quendel genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjährige, meist winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Asien und enthält u.a. Zink, ätherische Öle (insb. Thymol), Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und Saponin. Es gibt über 200 verschiedene Arten, die als Gewürz- und Heilpflanzen sehr interessant sind. Es wird der oberirdische Teil der Pflanze verwendet.
Thymian hat eine antibakterielle, beruhigende, blutstillende, desinfizierende, entzündungshemmende, krampflösende, pilztötende, schleimlösende, schweißtreibende Wirkung. Er wird hauptsächlich in der mediterranen Küche eingesetzt, ist aber eine vielseitige Heilpflanze, die fast gegen das komplette Spektrum üblicher Beschwerden helfen kann, wie z.B. bei Beschwerden der Atemwege (Bronchitis, Husten, Erkältung, etc.), Verdauungsproblemen (Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, etc.), Rheuma, Gicht, Nierenentzündungen, Blasenentzündungen, Schlaflosigkeit, Verstauchungen, Gelenkschmerzen, schwer heilenden Wunden, Ekzemen, Pickel und in der Frauenheilkunde (Menstruationsprobleme, etc.). In der Schwangerschaft sollte er nicht in großen Mengen verwendet werden.
Außerdem soll Thymian Ameisen von der Terrasse fern halten.

Boden und Standort
Thymian ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen Standort. Er eignet sich ideal für Steingärten und Trockenmauern.
Er fühlt sich in einer sandigen, nährstoffarmen und durchlässigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mischen.
Thymian ist selbstunverträglich und benötigt daher eine 4-jährige Anbaupause zu sich selbst und anderen Lippenblütlern (z.B. Pfefferminze, Majoran).
Als schlechter Nachbar gilt Majoran.
Man kann Thymian auch hervorragend im Topf kultivieren.
Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Thymian kann in warmen Wohnräumen oder Wintergärten von März bis Mai vorkultiviert werden. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchtserde, bedeckt sie nur leicht mit Erde (Lichtkeimer) und hält sie mit Hilfe eines Wasserzerstäubers an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht.
Nach den Eisheiligen können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden. Dabei sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von mindestens 25 cm eingehalten werden.
Pflege
Thymian sollte man nur wenig gießen, Staunässe ist zu vermeiden.
Eine Kiesschicht um die Pflanze sorgt für eine ideale Wärmespeicherung. Eine Mulchschicht darf keinesfalls aufgebracht werden, weil dadurch zu viel Feuchtigkeit gespeichert wird und leicht Schimmel auftreten kann.
Thymian sollte, wenn überhaupt, nur wenig gedüngt werden (im Frühjahr etwas Kompost und Kalk untermischen). Ab Juli darf nicht mehr gedüngt werden, weil die Triebe sonst nicht mehr richtig ausreifen und frostgefährdet sind.
Thymian neigt zum Verholzen. Auf den verholzten Teilen wachsen keine frischen Triebe mehr und so verkahlt der Strauch nach einigen Jahren. Aus diesem Grund ist ein jährlicher, kräftiger Rückschnitt eine wichtige Pflegemaßnahme. Hierzu eignet sich der April, spätestens Mai, wenn sich die ersten neuen Triebspitzen zeigen und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Triebspitzen werden bis wenige cm über dem Holz zurückgeschnitten. Ins Holz sollte man nicht schneiden, denn verholzte Teile treiben nur schwer wieder aus. Das Auslichten ist unter anderem sehr wichtig, damit wieder genug Luft und Licht zur Pflanze kommt (schützt vor dem Befall mit Schädlingen und Pilzen). Im Herbst sollte kein Rückschnitt mehr erfolgen. Durch regelmäßiges Abernten, d.h. Abschneiden neuer Triebe, wächst die Pflanze buschiger aus und die Verholzung kann verzögert werden.
Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis September.
Geerntet werden kann bei Bedarf. Je nach benötigter Menge werden Triebspitzen oder ganze Stängel abgeschnitten. Thymian kann man sowohl frisch als auch getrocknet verzehren.
Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge oder Ausläufer.
Konservieren
Thymian eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.
Überwintern
Thymian kann im Freien überwintern, benötigt aber einen Frostschutz (z.B. Stroh, Tannenzweige.
Im Kübel gepflanzter Thymian sollte ins Haus an einen kühlen, aber frostfreien und möglichst hellen Platz geholt werden. Idealerweise bleibt er nur so kurz wie möglich im Haus (nur, wenn Frost droht). Im Haus werden die Pflanzen nämlich leicht geschwächt und anfälliger für Krankheiten.
Krankheiten und Schädlinge
Thymian ist grundsätzlich ziemlich robust. Krankheiten und Schädlinge treten meist bei Pflegefehlern auf (z.B. Grauschimmel bei Nässe).
Verwendung
Thymian kann sowohl frisch als auch getrocknet als Gewürz in der Küche verwendet werden, z.B. für Gulasch, Braten, Fisch, Muscheln, Suppen, Soße, Salate, Ratatouille, Kräuterbutter und Kräuterlikör.
Als Tee hilft er bei Erkrankungen der oberen Atemwege wie Reiz- und Keuchhusten, Bronchitis, Mandel- und Rachenentzündungen. Dazu 1 Teelöffel Thymian mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Zum Gurgeln kalt werden lassen.
Bei äußerlichen Verletzungen eignet sich eine Tinktur oder ätherisches Öl.
Bei Hautproblemen kommen Aufgüsse oder Kompressen zum Einsatz.
Ein Dampfbad desinfiziert die Atmungsorgane und hilft bei Hautunreinheiten. Es eignet sich besonders gut bei verstopfter Nase, weil die Wirkstoffe über den Dampf direkt an die Nebenhöhlen gelangen und die Schleimhaut gut durchfeuchtet wird. Außerdem werden die Poren geöffnet und die antibakteriellen Stoffe gelangen an die entzündeten Hautbereiche. Für ein Dampfbad kocht man 1l Wasser in einem großen Topf auf, stellt diesen mit einer entsprechenden Unterlage auf den Tisch, gibt 1/2 Esslöffel Kräuter hinzu und beugt sich, mit einem großen Handtuch über dem Kopf, darüber.
Vollbad: 10 Esslöffel getrockneten Thymian mit heißem Wasser übergießen, 1 Stunde ziehen lassen und abseihen, Sud zum Badewasser geben, 10-20 Min baden, danach mind. 1 Stunde Bettruhe einhalten.

Thymian

Thymian (lat. Thymus vulgaris), auch Gartenthymian oder Römischer Quendel genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und...
Salbei (lat. Salvia officinalis), auch griechischer Tee, Salf, Zaffe oder Zahnblatt genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler und ist eine mehrjährige, bedingt winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist außer in Australien und der Antarktis fast weltweit verbreitet und eine der artenreichsten Gattungen. Es werden die Blätter verwendet.
Das Kraut enthält unter anderem Zink, Vitamine, ätherische Öle, Salvin, Bitterstoffe, Flavonoide, Östrogenartige Stoffe und Saponine. Das Kraut hat eine antibakterielle, blutstillende, entzündungshemmende, harntreibende, krampflösende und schweißhemmende Wirkung. Es wird hauptsächlich bei Halsschmerzen eingesetzt, aber z.B. auch bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Erkältungen, Fußschweiß, Gicht, Haarausfall, Magenbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Rheuma, Wunden und Zahnfleischentzündungen.
Die Tagesdosis von 6 g sollte nicht überschritten werden, weil seine ätherischen Öle einen Thujon-Gehalt aufweisen. Eine Überdosierung kann zu Herzrasen, Krämpfen und Lähmungserscheinungen führen. Stillende und Schwangere sollten auf Salbei verzichten.

Boden und Standort
Salbei ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen Standort.
Er fühlt sich in einer trockenen, humosen, kalkhaltigen und durchlässigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mischen.
Spätestens nach 5 Jahren sollte Salbei an einer anderen Stelle gepflanzt werden, weil er den Boden stark „verbraucht“.
Man kann Salbei auch hervorragend im Topf kultivieren.
Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Salbei kann in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab März vorkultiviert werden. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchtserde, bedeckt sie nur leicht mit Erde (Lichtkeimer) und hält sie mit Hilfe eines Wasserzerstäubers an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht. Die Keimdauer beträgt bei optimaler Keimtemperatur 7-21 Tage.
Nach den Eisheiligen können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden.
Aussaat im Freien
Eine Direktaussaat im Freien ist ab April möglich. Dabei sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von mindestens 30 cm eingehalten werden.
Pflege
Salbei sollte im ersten Jahr mehr gegossen werden, später nur mäßig und Staunässe muss unbedingt vermieden werden.
Eine Kiesschicht um die Pflanze sorgt für eine ideale Wärmespeicherung. Eine Mulchschicht darf keinesfalls aufgebracht werden, weil dadurch zu viel Feuchtigkeit gespeichert wird und leicht Schimmel auftreten kann.
Salbei sollte, wenn überhaupt, nur wenig gedüngt werden (im Frühjahr oder August mit organischem Dünger). Die Düngung kann zu verringerter Blütenbildung führen.
Salbei neigt zum Verholzen. Auf den verholzten Teilen wachsen keine frischen Triebe mehr und so verkahlt der Strauch nach einigen Jahren. Aus diesem Grund ist ein jährlicher, kräftiger Rückschnitt eine wichtige Pflegemaßnahme. Hierzu eignet sich der Frühling, wenn sich die ersten neuen Triebspitzen zeigen und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Triebspitzen werden bis ca. 10-15 cm über dem Boden bzw. bis wenige cm über dem Holz zurückgeschnitten. Ins Holz sollte man nicht schneiden, denn verholzte Teile treiben nur schwer wieder aus. Das Auslichten ist unter anderem sehr wichtig, damit wieder genug Luft und Licht zur Pflanze kommt (schützt vor dem Befall mit Schädlingen und Pilzen). Im Herbst sollte kein Rückschnitt mehr erfolgen, weil die Pflanze ab dieser Zeit Energie für die Überwinterung sammelt. Durch regelmäßiges Abernten, d.h. Abschneiden neuer Triebe, wächst die Pflanze buschiger aus und die Verholzung kann verzögert werden.
Verwelkte Blüten sollten entfernt werden, um Sämlinge im Garten zu vermeiden (Salbei neigt zur Selbstaussaat).
Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstrecht sich in der Regel von Juni bis August. Es gibt Sorten mit violett blauen Blüten, rosa Blüten, weißen Blüten, aber auch Sorten mit roten, gelbgrünen oder grünweißen Blättern.
Nach der Blüte verringert sich das Aroma in den Blättern und die Pflanze bildet weniger Grün aus. Die Blätter sollten daher mit Beginn der Blüte geerntet werden. Wenn man die Blüten frühzeitig entfernt, kann die Pflanze keine Samen bilden und wächst weiter. Frischer Salbei kann grundsätzlich aber ganzjährig portionsweise geerntet werden.

Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, Ableger/Absenker oder Samen.
Konservieren
Salbei eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Oder noch besser: Man zupft die Blätter nach der Ernte von den Stielen ab und breitet sie großzügig in einem Korb oder einer luftigen Kiste aus. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.
Überwintern
Manche Salbei-Arten können im Freien überwintern, benötigen aber einen Frostschutz (z.B. Reisig, Tannenzweige).
Im Kübel gepflanzter Salbei sollte ins Haus an einen kühlen, aber frostfreien Platz geholt werden. Idealerweise bleibt der Salbei nur so kurz wie möglich im Haus (nur, wenn Frost droht). Im Haus werden die Pflanzen nämlich leicht geschwächt und anfälliger für Krankheiten.
Krankheiten und Schädlinge
Salbei ist grundsätzlich sehr robust. Selten treten echter Mehltau oder Spinnmilben auf.
Verwendung
  • Salbei kann in der Küche verwendet werden z.B. für Speisen mit Kalb, Schwein, Lamm, Huhn, Kartoffeln und Kürbis.
  • Salbeitee wirkt u.a. gegen Halsentzündungen aller Art und Erkältungserscheinungen. Dazu 1 Esslöffel Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Abgekühlt als Gurgellösung verwenden.
  • Slabeimilch: 1 Teelöffel getrocknete Blätter mit 250 ml Milch aufkochen, 3 Minuten ziehen lassen und abseihen. Die Milch empfiehlt sich bei Husten u. v.a. abends vor dem Einschlafen.
  • Salbeibonbons: 200g Zucker im Topf schmelzen bis er dickflüssig wird aber nicht zu braun, 20 fein gehackte Salbeiblätter unterrühren, Zuckermasse als kleine Häufchen auf eingefettetem Pergamentpapier setzen und erkalten lassen.
  • Weiters kann man aus Salbei ätherisches Öl oder eine Tinktur herstellen.

Salbei

Salbei (lat. Salvia officinalis), auch griechischer Tee, Salf, Zaffe oder Zahnblatt genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler und ist ei...
Rosmarin (lat. Rosmarinus officinalis), auch Marienkraut genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjährige, bedingt winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und enthält unter anderem ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide und Saponine. Es werden die nadelförmigen Blätter verwendet.
Das Kraut hat eine antibakterielle, entspannende, entzündungshemmende, nervenstärkende und krampflösende Wirkung. Es wird hauptsächlich in der mediterranen Küche verwendet, ist aber eine vielseitige Heilpflanze mit breitem Wirkungsspektrum und wird z.B. bei Atembeschwerden, Blähungen, Verdauungsproblemen, Rheuma, Gicht, Herzproblemen, Kopfschmerzen, nervöser Unruhe, Menstruationsbeschwerden, Haarausfall und Ekzemen eingesetzt. In der Schwangerschaft sollte man Rosmarin nicht verwenden, weil dadurch Wehen ausgelöst werden können.

Boden und Standort
Rosmarin ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen Standort.
Er fühlt sich in einer sandigen, wenig humosen und wasserdurchlässigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mischen.
Als guter Nachbar gilt z.B. Salbei.
Man kann Rosmarin auch hervorragend im Topf kultivieren.
Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Rosmarin kann in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab März vorkultiviert werden. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchtserde, bedeckt sie nur leicht mit Erde (Lichtkeimer) und hält sie mit Hilfe eines Wasserzerstäubers an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht. Die Keimdauer beträgt 3-5 Wochen bei einer Keimtemperatur von 18-22°C.
Nach den Eisheiligen können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden. Dabei sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von mindestens 40-50 cm eingehalten werden.
Pflege
Rosmarin sollte im ersten Jahr mehr gegossen werden, später nur mäßig und Staunässe muss unbedingt vermieden werden.
Eine Kiesschicht um die Pflanze sorgt für eine ideale Wärmespeicherung. Eine Mulchschicht darf keinesfalls aufgebracht werden, weil dadurch zu viel Feuchtigkeit gespeichert wird und leicht Schimmel auftreten kann.
Rosmarin sollte, wenn überhaupt, nur wenig gedüngt werden (im Frühjahr oder August mit organischem Dünger).
Rosmarin neigt zum Verholzen. Auf den verholzten Teilen wachsen keine frischen Triebe mehr und so verkahlt der Strauch nach einigen Jahren. Aus diesem Grund ist ein jährlicher, kräftiger Rückschnitt eine wichtige Pflegemaßnahme. Hierzu eignet sich der April, spätestens Mai, wenn sich die ersten neuen Triebspitzen zeigen und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Triebspitzen werden bis wenige cm über dem Holz zurückgeschnitten. Ins Holz sollte man nicht schneiden, denn verholzte Teile treiben nur schwer wieder aus. Das Auslichten ist unter anderem sehr wichtig, damit wieder genug Luft und Licht zur Pflanze kommt (schützt vor dem Befall mit Schädlingen und Pilzen). Im Herbst sollte kein Rückschnitt mehr erfolgen, weil die Pflanze ab dieser Zeit Energie für die Überwinterung sammelt. Durch regelmäßiges Abernten, d.h. Abschneiden neuer Triebe, wächst die Pflanze buschiger aus und die Verholzung kann verzögert werden.
Vertrockneter Rosmarin ist ein Hinweis darauf, dass zu viel gegossen wurde. In diesem Fall sollte man die Pflanze ausgraben und die faulen Wurzeln mit einem scharfen, sauberen Messer wegschneiden (leicht schräge Schnittfläche).
Gelbe Nadeln sind ein erster Hinweis für zu hohe Feuchtigkeit.
Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstrecht sich in der Regel von April bis Juli.
Geerntet werden kann bei Bedarf. Je nach benötigter Menge werden Triebspitzen oder ganze Stängel abgeschnitten. Rosmarin kann man sowohl frisch als auch getrocknet verzehren.
Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, Teilung größerer Stöcke oder Samen.
Konservieren
Rosmarin eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.
Überwintern
Jungen Rosmarin und im Kübel gepflanzten Rosmarin sollte man im Haus an einem kühlen (5-10°C), aber frostfreien und möglichst hellen Ort überwintern. Während der Winterzeit sollte nur selten gegossen werden. Idealerweise bleibt er nur so kurz wie möglich im Haus (nur, wenn Frost droht). Im Haus werden die Pflanzen nämlich leicht geschwächt und anfälliger für Krankheiten.
Älterer, größerer Rosmarin (ab dem 3. Standjahr) kann auch im Freien überwintern, er benötigt aber einen Frostschutz: Den Boden im Wurzelbereich kann man mit Laub und Reisig bedecken und die Pflanze selbst mit Reisig oder isolierenden Matten. Eine ausreichende Luftzirkulation sollte möglich sein, der Schutz sollte luft- und lichtdurchlässig sein (Rosmarin ist immergrün und braucht auch im Winter Sonne).
Krankheiten und Schädlinge
Ein Schädlingsbefall am Rosmarin tritt meist nach einem zu trockenen Winter und einer unsachgemäßen Überwinterung auf. Um Läuse, Fliegen und Milben zu bekämpfen, taucht man den Rosmarin für ca. 15 Minuten unter Wasser (nicht die Wurzeln) und haltet die Luft für mehrere Tage möglichst feucht (z.B. indem man die Pflanze mit einer Klarsichtfolie abdeckt).
Verwendung
Rosmarin steht bei uns regelmäßig auf dem Speiseplan, z.B. bei Rosmarin-Kartoffeln, Zitronen-Rosmarin-Huhn mit Couscous, Lamm-, Schwein-, Rind-, Geflügel-, Fisch- und Blätterteiggerichten.
Das ätherische Öl hat eine belebende Wirkung, sollte aber nur äußerlich verwendet werden, weil es sonst den Magen reizen kann.
Rosmarintee hilft insbesondere bei Verdauungsbeschwerden.
Eine Rosmarin-Tinktur wirkt belebend und kann Gelenkschmerzen und Neuralgien lindern.
Aus Rosmarin und Salz kann man auch ein belebendes Fußbad herstellen.

Rosmarin

Rosmarin (lat. Rosmarinus officinalis), auch Marienkraut genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjäh...
Oregano (lat. Origanum vulgare), auch Dost, Brauner Dost oder Wilder Majoran genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und enthält unter anderem ätherische Öle, Bitterstoffe und Gerbstoffe. Es wird der oberirdische Teil der Pflanze verwendet.
Das Kraut hat eine antibakterielle, entzündungshemmende, appetitanregende, verdauungsfördernde Wirkung. Es wird z.B. bei Blähungen, Husten, Menstruationsbeschwerden, Cellulitis, Ekzemen und Verdauungsstörungen eingesetzt. Während der Schwangerschaft sollte Oregano nicht innerlich eingenommen werden.

Boden und Standort
Oregano ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen Standort.
Sie fühlt sich in einer sandigen, wenig humosen und wasserdurchlässigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mische.
Man kann Oregano auch hervorragend im Topf kultivieren.
Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Oregano kann man in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab Februar vorkultivieren. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchts- oder Blumenerde. Die Lichtkeimer werden nicht oder nur ganz leicht mit Erde bedeckt und an einem warmen, hellen Ort mit Hilfe eines Wasserzerstäubers gleichmäßig feucht gehalten. Die Keimzeit beträgt bei einer Keimtemperatur von 20°C ca. 4-7 Tage und kann durch eine Abdeckung mit Folie beschleunigt werden (erzeugt Treibhauseffekt).
Sobald die Pflänzchen eine Höhe von 5-10 cm erreicht haben, werden sie pikiert, vereinzelt und an die Mittagshitze gewöhnt.
Die Jungpflanzen können nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt werden. Dabei sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von mindestens 30-35 cm eingehalten werden.
Pflege
Oregano sollte regelmäßig gegossen werden, Staunässe ist zu vermeiden. Beim Anwachsen sollte er kräftiger gegossen werden.
Eine Kiesschicht um die Pflanze sorgt für eine ideale Wärmespeicherung. Eine Mulchschicht darf keinesfalls aufgebracht werden, weil dadurch zu viel Feuchtigkeit gespeichert wird und leicht Schimmel auftreten kann.
Das Kraut benötigt keinen oder nur wenig Dünger (eventuell einmal jährlich im April Kompost oder organischer Gemüsedünger).
Regelmäßiges Abernten und Schneiden fördert das Triebwachstum.
Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juli bis September.
Geerntet werden kann bei Bedarf. Das beste Aroma entfaltet der Oregano kurz vor der Blüte.


Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge oder Samen.
Konservieren
Oregano eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.
Überwintern
Eine Überwinterung im Garten ist möglich. Dazu sollte man das Kraut mit ein wenig Reisig, Mulch oder Vlies abdecken.
Im Kübel gepflanzter Oregano sollte ins Haus an einen kühlen, aber frostfreien und möglichst hellen Platz geholt werden. Idealerweise bleibt er nur so kurz wie möglich im Haus (nur, wenn Frost droht). Im Haus werden die Pflanzen nämlich leicht geschwächt und anfälliger für Krankheiten.
Krankheiten und Schädlinge
Oregano ist sehr robust. Krankheiten treten in der Regel nur durch Pflegefehler auf (zu feuchte Erde).
Verwendung
Oregano findet zahlreiche Anwendungsfelder in der Küche, z.B. in Kombination mit Tomaten (italienische Küche, Couscous, Blätterteig, Muffins) oder mit Hackfleisch (Moussaka, Lasagne, Lamm, Rind, Geflügel), bei Focaccia, Zucchinitörtchen, Pizza und Blätterteig.
Man kann Oregano auch als Tee trinken: 1 Teelöffel mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen (hilft bei Husten, Bronchitis, Kopfschmerzen und wirkt beruhigend), zum Gurgeln kalt werden lassen.
Dampfbad: 1 Esslöffel Oregano mit 1 Esslöffel Thymian und 2 Esslöffeln Kamille mischen, mit heißem Wasser übergießen, Gesicht über die Schüssel halten, ein großes Badehanduch über Kopf und Oberkörper legen und 10 Minuten bei geschlossenen Augen die Dämpfe inhalieren.
Weiters kann man aus Oregano eine Tinktur oder ätherisches Öl erzeugen.

Oregano

Oregano (lat. Origanum vulgare), auch Dost, Brauner Dost oder Wilder Majoran genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) ...
Minze (lat. Mentha) zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Es gibt sehr viele verschiedene Sorten, wie z.B.
  • Apfelminze (Mentha suaveolens): riecht nach Apfel, guter Ersatz für Zimtgewürz
  • Grüne / Spearmint Minze (Mentha spicata): berühmt von Spearmint-Kaugummis, wird gerne zu Sirup verarbeitet
  • Orangenminze (Mentha piperita var citrata): soll gut zu Erdbeerfrüchten passen
  • Schokominze (Mentha piperita var piperita): Typischer Minzschokoladen-Duft
  • Hugominze
  • u.s.w.



Die Pfefferminze (lat. Mentha piperita), auch Gartenminze oder Englische Minze genannt, ist die wohl populärste Minzsorte und enthält u.a. ätherische Öle (u.a. Menthol), Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide.
Sie hat eine antibakterielle, beruhigende, entzündungshemmende, krampflösende und schmerzstillende Wirkung und wird hauptsächlich bei Verdauungsbeschwerden und Magenproblemen eingesetzt, aber auch bei Erkältung, Grippe, Herzbeschwerden, Hexenschuss, Kopfschmerzen, Mundgeruch, Muskelkater und Schlaflosigkeit. Das enthaltene Menthol wirkt kühlend und schmerzlindernd.
In der Schwangerschaft sollte Minze nicht eingenommen werden, denn dies kann Fehlgeburten auslösen.

Boden und Standort
Die Minze bevorzugt einen sonnigen oder halbschattigen Standort, idealerweise einen luftigen Standort mit Morgen- und Abendsonne.
Sie fühlt sich in einer lockeren, humusreichen Erde wohl. Wir verwenden Qualitätsblumenerde.
Das Kraut braucht Platz u. Luft, am besten in einem eigenen Topf mit entsprechender Größe, weil es sehr zum Wuchern neigt. Wir haben einen normalen Plastik-/Blumentopf (mit Löchern im Boden) im Freien in die Erde eingegraben, so dass ca. 10-15 cm des Topfs über der Erde rausschaut, und dort die Minze eingepflanzt.
Die Pflanze sollte alle 3 Jahre an einen neuen Standort gepflanzt werden, weil sie dem Boden zu viele Nährstoffe entzieht. Bei im Topf gepflanzten Minzen sollte man jährlich im Frühjahr die Erde austauschen.
Man kann Minze auch hervorragend im Topf kultivieren.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Minze kann man in warmen Wohnräumen oder Wintergärten im Frühling vorkultivieren. Man legt die Samen in einen Topf mit Garten- bzw. Blumenerde, ohne sie mit Erde zu bedecken (Lichtkeimer) und hält sie mit Hilfe eines Wasserzerstäubers an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht. Die Keimdauer beträgt bis zu 3 Wochen.
Ab April können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden.

Aussaat im Freien
Eine direkte Aussaat im Freilandbeet ist ab April möglich.

Pflege
Minze benötigt viel Wasser und sollte regelmäßig gegossen werden.
Sie ist sehr genügsam und benötigt keinen Dünger.
Um das Wachstum zu fördern, sollte sie mehrmals im Jahr bei Bedarf geschnitten werden. Nach der Blüte sollte sie bodennah geschnitten werden.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis August.
Geerntet werden kann bei Bedarf, vor der Blüte schmeckt Minze allerdings besser. Zur optimalen Nutzung ihrer Wirkungsweisen sollte ab Austriebsbeginn (Anfang Februar/März) bis zur Blüte geerntet werden. Zu diesen Zeitpunkten ist der Gehalt an Inhaltsstoffen am höchsten.

 


Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Teilung der Wurzelstöcke oder Stecklinge.

Konservieren
Minze eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Oder noch besser: Man zupft die einzelnen Blätter von den geernteten Stielen ab und breitet sie großzügig in einem Korb oder einer luftigen Kiste aus. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. In luftdichten Dosen oder Gläsern an einem kühlen und trocknen Ort aufbewahrt, kann man das getrocknete Kraut ca. 1 Jahr verwenden.

Überwintern
Die meisten Sorten sind winterhart. Man sollte sie im Herbst kräftig zurückschneiden und mit etwas Laub bedeckt im Freien überwintern. Bei extremer Kälte empfiehlt sich außerdem eine Reisigabdeckung.
Töpfe im Freien sollten bei extremer Kälte mit einem Vlies eingewickelt und auf eine Styroporplatte gestellt werden.
Auch im Haus an einem kühlen und hellen Standort kann das Kraut überwintert werden.

Krankheiten und Schädlinge
Minze ist grundsätzlich sehr robust.
Dennoch können als Schädlinge z.B. Erdflöhe (insbesondere bei zu trockener Erde) und Zikaden auftreten.

Verwendung
Wir verwenden Minze am liebsten zum Erfrischen von Sommergetränken. Dazu geben wir entweder frische Triebspitzen ins Getränk oder stellen Eiswürfeln aus einer Mischung von Minzblättern, einer Himbeere und Wasser her.
Für einen Pfefferminztee wird 1 Teelöffel Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergossen und 5-10 Minuten ziehen gelassen. Den Tee kann man auch äußerlich verwenden durch Bäder, Waschungen und Kompressen.
Die Herstellung einer Tinktur erfolgt durch eine Mischung von 5 Teelöffeln Kraut mit 100 ml Schnaps, die man für 2 Wochen an einem warmen, dunklen Ort ziehen lässt. Danach abseihen, den Blätterrest gut ausdrücken und in einer dunklen Flasche aufbewahren. Mit dieser Tinktur kann man bei Kopfschmerzen die Schläfen massieren.
Auch das reine ätherische Minzöl kann auf diese Weise verwendet werden.
Oder man verwendet Minzöl, das auf Olivenöl-Basis hergestellt wurde: 6-10 Esslöffel frische Minze fein hacken und mit 100 ml Olivenöl mischen. 4 Wochen an einem warmen, dunklen Ort stehen lassen, abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.

Minze

Minze (lat. Mentha) zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjährige, winterharte Pflanze. Es gibt sehr viele ...
Lavendel (lat. Lavandula angustifolia), auch Nervenkräutli, Speik oder Zöpfli genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae) und ist eine mehrjährige, bedingt winterharte Pflanze. Sie stammt aus den Küstenregionen im Mittelmeerraum und enthält u.a. ätherische Öle, Flavonoide, Phytosterine und Gerbstoffe. In unseren Breiten wird sie gerne im Garten als Zierpflanze mit angenehmem Duft gepflanzt.
Das Kraut hat eine antibakterielle, entzündungshemmende, pflegende, wundheilende und beruhigende Wirkung. Es wird z.B. bei Verkrampfungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder nervöser Unruhe eingesetzt. Außerdem soll es Ameisen von der Terrasse fern halten.

Boden und Standort
Lavendel ist eine typische mediterrane Pflanze und bevorzugt daher einen sonnigen, warmen Standort, idealerweise mit etwas Wind und genügend Abstand zu anderen Pflanzen (mindestens 50 cm). Sie sollte nach Regen oder Tau immer gut abtrocknen können.
Das Kraut fühlt sich in einer nährstoffarmen, wasserdurchlässigen Erde wohl. Wir verwenden Kräutererde oder Gartenerde, die wir mit Sand und Kies im Verhältnis 1:1:1 mischen.
Man kann Lavendel auch hervorragend im Topf kultivieren.

Anzucht im Haus / Gewächshaus / Frühbeet
Lavendel kann in warmen Wohnräumen oder Wintergärten ab Februar vorkultiviert werden. Man legt die Samen in einen Topf mit Anzuchtserde, bedeckt sie nur leicht mit Erde (Lichtkeimer) und hält sie mit Hilfe eines Wasserzerstäubers an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht. Die Keimdauer beträgt 1-2 Wochen.
Nach den Eisheiligen können die Pflanzen ins Freie gesetzt werden.

Aussaat im Freien
Eine direkte Aussaat im Freilandbeet ist ab März möglich. Dabei sollte ein Pflanz- und Reihenabstand von mindestens 50 cm eingehalten werden.

Pflege
Lavendel sollte nur mäßig gegossen werden und Staunässe muss unbedingt vermieden werden. Im Freien gepflanzter Lavendel sollte nur bei andauernder Hitze gegossen werden, im Topf gepflanzter Lavendel sollte regelmäßig gegossen werden, am besten morgens.
Eine Kiesschicht um die Pflanze sorgt für eine ideale Wärmespeicherung. Eine Mulchschicht darf keinesfalls aufgebracht werden, weil dadurch zu viel Feuchtigkeit gespeichert wird und leicht Schimmel auftreten kann.
Wenn man den Lavendel ernten will, sollte man ihn während der Blüte fast nicht gießen, weil die Ölbildung sonst reduziert wird.
Der Boden sollte immer wieder gelockert werden, damit sich kein Unkraut ausbreitet.
Einmal jährlich im Frühling (April) sollte eine Düngung mit wenig Kompost oder Kalidünger erfolgen.
Lavendel neigt zum Verholzen. Auf den verholzten Teilen wachsen keine frischen Triebe mehr und so verkahlt der Strauch nach einigen Jahren. Aus diesem Grund ist ein jährlicher, kräftiger Rückschnitt eine wichtige Pflegemaßnahme. Hierzu eignet sich der Frühling, wenn sich die ersten neuen Triebspitzen zeigen und keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Die Triebspitzen werden bis wenige cm über dem Holz zurückgeschnitten. Ins Holz sollte man nicht schneiden, denn verholzte Teile treiben nur schwer wieder aus. Das Auslichten ist unter anderem sehr wichtig, damit wieder genug Luft und Licht zur Pflanze kommt (schützt vor dem Befall mit Schädlingen und Pilzen). Im Herbst sollte kein Rückschnitt mehr erfolgen, weil die Pflanze ab dieser Zeit Energie für die Überwinterung sammelt. Durch regelmäßiges Abernten, d.h. Abschneiden neuer Triebe, wächst die Pflanze buschiger aus und die Verholzung kann verzögert werden.

Blüte und Ernte
Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis August.
Die Ernte erfolgt am besten kurz vor dem kompletten Aufblühen der Blüten (zu diesem Zeitpunkt sind die meisten ätherischen Öle vorhanden), wenn einige kleine Blüten bereits geöffnet sind und andere noch geschlossen bleiben, um die Mittagszeit, wenn die Pflanze bereits vom Morgentau getrocknet ist.
Die Blüten werden per Hand abgepflückt oder mitsamt den Blütenstängeln ca. 10 cm unterhalb der Blütenrispe abgeschnitten.

Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge, Teilung größerer Stöcke, Ableger oder Samen.

Konservieren
Lavendel eignet sich zum Trocknen. Dazu werden die Stiele zusammengebunden und kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort getrocknet. Idealerweise erfolgt die Ernte hierfür an einem regenfreien, trockenen Tag, damit der Trockenprozess nicht zu lange dauert und keine wertvollen Inhaltsstoffe verloren gehen. Nach ca. 1-2 Wochen ist der Trockenprozess zu Ende, sobald man die Blüten einfach von den Stängeln lösen kann. Sie werden in einem dunklen Papierkarton oder vakuumiert in einer durchsichtigen Plastik-Gefriertüte an einem dunklen Ort aufbewahrt. Man sollte keinen Kunststoff- oder Metallbehälter verwenden, weil dabei chemische Reaktionen erfolgen.

Überwintern
Lavendel im Freien wird mit Stroh oder einem Vlies abgedeckt und so gegen Frost geschützt. Reisig und Laub helfen gegen Austrocknen.
Im Kübel gepflanzter Lavendel sollte ins Haus an einen kühlen, aber frostfreien und möglichst hellen Platz geholt werden. Idealerweise bleibt er nur so kurz wie möglich im Haus (nur, wenn Frost droht). Im Haus werden die Pflanzen nämlich leicht geschwächt und anfälliger für Krankheiten.

Krankheiten und Schädlinge
Die Pflanze ist ziemlich robust. Meistens treten Krankheiten wie Schimmel und Wurzelfäule durch falsche Pflege auf (Staunässe).

Verwendung
  • Lavendelöl: 1 Hand voll getrocknete oder frische Lavendelblüten in ein Schraubglas geben und mit ¼ l Olivenöl übergießen. An einem sonnigen und warmen Ort 3 Tage durchziehen lassen. Dann abseihen, den Blütensatz gut ausdrücken und in einer dunklen Flasche aufbewahren.
  • Badezusatz: 100 g Blüten mit 1l heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und den Sud ins Badewasser geben.
  • Kräuterkissen: Getrocknete Lavendelblüten in ein kleines Kissen füllen und zunähen.
  • Tee: 1 Teelöffel getrocknete Blüten mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee beruhigt bei Nervosität und hilft beim Einschlafen sowie Spannungskopfschmerzen. Außerdem hilft er bei Völlegefühl, Blähungen, Herzklopfen und Schwindel. Für einen Migränetee mischt man Lavendel und Rosmarin zu gleichen Teilen und trinkt täglich 1-3 Tassen für 4 Wochen.
  • Man kann essbare Lavendelsorten außerdem in der Küche verwenden, z.B. für Eintopf, Fisch, Geflügel, Lamm, Soßen und Suppen.
  • Eine Tinktur hilft bei Kopfschmerzen, Depressionen und Unruhezuständen.

Lavendel

Lavendel (lat. Lavandula angustifolia), auch Nervenkräutli, Speik oder Zöpfli genannt, zählt zur Familie der Lippenblütler (lat. Lamiaceae...