Löwenzahn


Löwenzahn (lat. Taraxacum officinialis), auch Butterblume, Pusteblume, Milchblume oder Kuhblume genannt, zählt zur Familie der Korbblütler (lat. Asteraceae). Er wird oftmals als lästiges Unkraut empfunden, dabei schmeckt er nicht nur lecker, sondern ist auch richtig gesund.
Zu seinen Inhaltsstoffen zählen u.a. Vitamin C, B-Vitamine, Kalium, Zink, Bitterstoffe, ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe. Er wirkt entwässernd, leberstärkend, gewebeaufbauend, entzündungshemmend, stoffwechselanregend, blutreinigend, hilft gegen Rheuma, Gicht, Haut-, Nieren-, Gallen-, Leber- und Magenleiden und fördert die Darmflora. Verwendet werden sowohl die Blätter, Blüten und Knospen als auch die Wurzeln. Jedoch Vorsicht: Der Milchsaft in den Stängeln kann in höheren Mengen gegessen zu Vergiftungserscheinungen führen. Außerdem kann er Flecken auf der Haut hinterlassen wie Gummi. Diese sind schwer zu entfernen, aber mit einer Wasser-in-Öl-Emulsion (Milch oder Hautcreme) gelingt dies leichter.
Auf Wiesen und am Wegrand findet man Löwenzahn beginnend mit März und dann den ganzen Sommer über. Die Erntezeit erstreckt sich in der Regel von März bis Oktober. Im Herbst und Winter kann man im Supermarkt Zucht-Löwenzahn kaufen. Dieser ist jedoch gelblicher und seine wertvollen Inhaltsstoffe sind nicht so gut ausgeprägt wie bei Löwenzahn vom Freiland.
Der Löwenzahn wird 10 bis 30 cm hoch. Die 10-30 cm langen, eiförmigen, gezähnten und tief eingeschnittenen Blätter stehen dicht in einer grundständigen Rosette. Auf den blattlosen Blütenstandstängeln stehen dicht spiralig verteilt abstehende Hochblätter. Darüber befindet sich die Blütenstandknospe aus Hüllblättern und vielen gelben Zungenblüten, die zu einem runden Körbchen von 3-5 cm Durchmesser zusammengefasst sind. Der Blütenstand schließt sich jeweils bei Nacht, Regen, Trockenheit und schließlich beim Verblühen. Nach mehreren Tagen öffnen sich die Hüllblätter letztmalig und entlassen die getrockneten, weißen Blüten.



Verwendung
  • Löwenzahn alleine schmeckt mir persönlich zu bitter, aber gemischt mit anderen Salaten, peppt er jeden Salat auf. Beim Sammeln bevorzuge ich junge, zartgrüne Blätter, weil diese noch nicht so viele Bitterstoffe enthalten wie ältere Blätter. Die zarten Blätter sind vitamin- und mineralreich (besonders reich an Kalium für Niere und Herz). Löwenzahnblüten peppen Salate zusätzlich optisch auf. Sie wirken stoffwechselanregend.
  • Man kann ihn auch in feine Streifen schneiden und unter Kräuterquark oder Kräuterbutter mischen. Größere Löwenzahnblätter können wie Spinat zubereitet werden.
  • Er kann auch als Tee getrunken werden. Dazu 2 TL Löwenzahn mit 250 ml kaltem Wasser übergießen, zum Kochen bringen und 1 Minute kochen lassen. Dann 15 Minuten ziehen  lassen und abseihen. Eine Frühjahrs- und Herbstkur (2-3 Tassen täglich über 3-4 Wochen) macht fit und gesund. Tee aus Blättern hilft besonders bei Kaliummangel (Heißaufguss), Tee aus Wurzeln bei allen Leberleiden und reguliert den Blutzuckerspiegel (Aufkochung).
  • Eine Löwenzahnlotion belebt trockene, fahle, müde Haut und hilft bei allen Hautleiden wie Akne, Ekzemen, unreiner Haut und Zellulitis. Dazu eine Handvoll Löwenzahn mit kochendem Wasser überbrühen und zugedeckt abkühlen lassen. Anschließend abfiltern und 1:1 mit Rosenhydrolat gemischt in Sprühflaschen abfüllen. Kühl und dunkel aufbewahren.
  • Löwenzahnblüten-Sirup als Alternative zu Honig lässt sich wie folgt herstellen: 1l-Gefäß mit Löwenzahnblüten füllen, mit 1 l Wasser kurz aufkochen, zugedeckt über Nacht stehen lassen, abgießen, Blüten fest ausdrücken, Flüssigkeit mit 1 kg Zucker und 3 in Scheiben geschnittenen Zitronen langsam erhitzen, mehrere Stunden bei schwacher Hitze einkochen lassen, regelmäßig umrühren. Wenn ein dicker, honigähnlicher Sirup entstanden ist, diesen in heiß ausgespülte Flaschen abfüllen.
  • Aus 3 Esslöffeln Löwenzahnwurzeln kann man einen Umschlag machen. Dazu mit kaltem Wasser übergießen, zum Kochen bringen und 5 Minuten kochen. Dann zu Mus stampfen, auf ein Leinentuch streichen und auf das schmerzende Gelenk legen. Mit einem Handtuch umwickeln.
  • Löwenzahn eignet sich außerdem für Kinder zum Basteln: Daraus lassen sich z.B. schöne Fingerringe und Blütengirlanden zaubern.


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