Heidelbeeren


Heidelbeeren (lat. Vaccinium), auch Blaubeeren, Schwarzbeeren, Wildbeeren oder Waldbeeren genannt, zählen zur Familie der Heidekrautgewächse (lat. Ericaceae) und sind mehrjährige, winterharte Pflanzen. Sie stammen ursprünglich aus Nordamerika und enthalten u.a. Gerbstoffe, Ballaststoffe, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium sowie Vitamin A, C, E und Folsäure. Heidelbeeren wirken entzündungshemmend insbesondere im Mund- und Rachenbereich, wundheilend und lindern Verdauungsbeschwerden.
In freier Natur findet man Heidelbeeren in lichten Wäldern, Moor- und Heidegebieten sowie im Gebirge auf kalkfreien Böden. Wer Heidelbeeren im eigenen Garten anbauen will, kann dafür auf Kulturheidelbeeren zurückgreifen. Diese wachsen als größere Sträuche und haben ein helles Fruchtfleisch, nur die Schale ist blau.




Boden und Standort
Der Heidelbeer-Anbau erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Schon die Wahl des richtigen Standorts und des entsprechenden Pflanzsubstrats entscheiden, ob sich kräftige Pflanzen mit reichlich Ertrag entwickeln.
Heidelbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort, idealerweise geschützt vor extremer Witterung und Wind.
Sie fühlen sich in einer lockeren, durchlässigen, feuchtigkeitsspeichernden, kalkarmen und sauren Erde mit einem pH-Wert von 4,0-5,5 wohl. Ich verwende spezielle Moorbeeterde aus dem Gartencenter. Da wir einen schweren Lehmboden haben, habe ich außerdem ein größeres Pflanzloch ausgehoben und die unterste Schicht mit Sand befüllt. Somit kann Wasser gut abfließen und es entsteht keine Staunässe.
Heidelbeeren sind grundsätzlich selbstfruchtend. Durch das Setzen mehrerer Pflanzen nebeneinander wird jedoch eine bessere Befruchtung und somit ein reicherer Ertrag gefördert. Dabei sollte ein Pflanzabstand von 1-1,5 m eingehalten werden.
Eine Kultivierung im Topf ist ebenfalls möglich.


Pflanzung
Beim Einpflanzen von Heidelbeeren sollte man sehr vorsichtig vorgehen. Sie zählen zu den Flachwurzlern und benötigen daher keinen tiefgründigen Boden. Das Pflanzloch sollte doppelt so breit und so tief wie der Wurzelballen sein. Die Pflanzen sollten nicht zu tief, sondern flach und oberflächlich eingesetzt werden und nur locker mit Substrat ummantelt werden. Andernfalls gelangt kein Sauerstoff mehr zu den Wurzeln und die Pflanze stirbt ab.
Idealer Zeitpunkt zum Einpflanzen ist der Frühling, nach dem letzten Frost.
Tipp: Heidelbeeren benötigen im ersten Jahr viel Kraft um Wurzeln auszutreiben. Daher sollten Blüten entfernt werden, weil eine Ernte der langfristigen Gesundheit der Pflanze schaden würde.


Pflege
Am wichtigsten für Heidelbeeren ist konstante Feuchtigkeit. Daher sollte regelmäßig gegossen werden, Staunässe ist jedoch zu vermeiden. Am besten eignet sich dazu Regenwasser, weil Heidelbeeren empfindlich gegenüber Kalk sind.
Sie freuen sich auch über eine Mulchschicht, z.B. aus Holzschnitzeln oder Rindenmulch.
Gedüngt werden sollte im April und im Juni mit einer geringen Menge Beerendünger.
Ab dem 4. oder 5. Standjahr können alte Äste zurückgeschnitten werden, um das Wachstum neuer Triebe zu fördern. Dazu werden im Herbst alte, dichtstehende Triebe bodennah entfernt.


Blüte und Ernte
Die Blüte erfolgt zwischen Mai und Juni.
Die Erntezeit erstreckt sich von Juli bis September.


Lagerung und Vermehrung
Frische Heidelbeeren halten sich im Kühlschrank bis zu 5 Tage. Sie eignen sich hervorragend zum Einfrieren.
Die Vermehrung erfolgt über Samen und Stecklinge.
Für die Stecklings-Vermehrung werden ca. 10-15cm lange Triebe einer gesunden Pflanze abgeschnitten und in eine feuchte, kalkarme Erde gesetzt (gleiche Erde wie für Mutterpflanze). Dann werden sie an einem warmen, hellen Ort gleichmäßig feucht gehalten und mit Folie bedeckt, um den Treibhauseffekt zu fördern. Jetzt ist Geduld angebracht - Wurzeln bilden sich in der Regel erst nach zwei oder mehr Monaten. Jungpflanzen werden erst ins Freie gesetzt, wenn sie mehrere neue Blätter aufweisen.


Überwintern
Heidelbeeren können im Freien überwintern, benötigen dazu aber einen entsprechenden Frostschutz. Für den Wurzelbereich eignen sich z.B. Stroh, Grasschnitt, Rindenmulch und Tannenschnitt, für den oberen Teil der Heidelbeeren ist das Einwickeln in Matten oder Vlies ideal.
Im Topf kultivierte Heidelbeeren sollten in ein kühles, frostfreies Winterquartier umgesiedelt werden und auch in den Wintermonaten gleichmäßig feucht gehalten werden.


Krankheiten
Heidelbeeren sind grundsätzlich robust und wenig krankheitsanfällig.
  • Fäulnis kann man durch angemessenes Gießen und durchlässiges Pflanzsubstrat vorbeugen.
  • Vögel können durch Vogelschutznetze oder reflektierende Gegenstände wie CDs ferngehalten werden.
  • Frostspanner
 
Verwendung
Meiner Meinung nach schmecken Heidelbeeren am besten ganz frischt gepflückt, z.B. gemeinsam mit Joghurt, Eis, Schlag oder Zucker.
Man kann sie auch zu Marmeladen, Gelees, Likör, Kuchen oder Desserts verarbeiten.
Das Kauen von getrockneten Heidelbeeren lindert Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.

 

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