Um Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen zu bieten, sollte auf ihre unterschiedlichen Bedürfnisse geachtet werden:
  • Standort: sonnig, schattig, windig, geschützt, ...
  • Boden: trocken, feucht, nährstoffreich, nährstoffarm, ...
  • Verträglichkeit der Pflanzen untereinander: generell sollte nicht innerhalb einer Pflanzenfamilie gemischt werden, ...
  • Wuchshöhe: höher wachsende Pflanzen sollten im Beet eher hinten und niedriger wachsende Pflanzen im Beet eher vorne gepflanzt werden
  • Dominanzverhalten einzelner Pflanzen: z.B. Minze wuchert und breitet sich schnell aus, daher sollte sie separat in einem Topf gepflanzt werden
  • Einjährige / Mehrjährige Pflanzen: Pflanzen im mehrjährigen Beet wie z.B. Schnittlauch sollten regelmäßig verjüngt werden (Pflanze aus dem Boden nehmen, in 2-3 Stücke teilen und an einem anderen Ort wieder einsetzen)

Fruchtwechsel, Fruchtfolge und Mischkultur

Bodenmüdigkeit entsteht, indem man dieselben Gemüsesorten immer wieder an der gleichen Stelle anpflanzt und den Boden damit auslaugt. Die Folgen sind ein niedriger Ertrag, schlechter entwickelte, kleinere Pflanzen, ein einseitiger Nährstoffentzug und -mangel, Verunkrautung sowie die Förderung von Schädlingen und Krankheiten.

Mit Fruchtwechsel (Gemüsesorten wechseln im jährlichen Rhythmus das Beet), Fruchtfolge (passende Vor-, Haupt- und Nachkultur) und Mischkulturen (positive / negative gegenseitige Beeinflussung verschiedener Pflanzen) kann man diesen negativen Effekten entgegenwirken.

Unterschiedliche Pflanzenarten haben einen unterschiedlichen Stickstoffbedarf:
  • Starkzehrer: entziehen dem Boden viel Stickstoff
z.B. Artischocke, Brokkoli, Chili, Gurke, Karfiol, Kohlarten, Kren, Kürbis, Melone, Rettich, Rhabarber, Sellerie, Spargel, Tomate, Weiß- und Rotkraut, Zucchini, Zuckermais
  • Mittelzehrer: haben einen mittleren Stickstoffbedarf
z.B. Chicorée, Chinakohl, Endivie, Erdbeere, Fenchel, Karotte, Kartoffeln, Knoblauch, Kohlrabi, Lauch, Liebstöckel, Mangold, Melanzani/Aubergine, Paprika, Pastinake, Petersilie, Radicchio, Rote Beete, Salate, Schnittlauch, Schwarzwurzel, Stangenbohnen, Spinat, Zuckerhut, Zwiebel, einjährige Blumen
  • Schwachzehrer: entziehen dem Boden wenig Stickstoff
z.B. Bärlauch, Buschbohne, Erbse, Feld-/Vogerlsalat, Kräuter, Kresse, Portulak, Radieschen, Rucola, Speiserübe

Außerdem müssen Nährstoffbedürfnisse und Verwandtschaftsgrad der einzelnen Pflanzenarten berücksichtigt werden:
  • Baldriangewächse: Feldsalat
  • Doldenblütler: Dill, Fenchel, Karotte, Pastinake, Petersilie, Sellerie
  • Gänsefußgewächse: Gartenmelde, Mangold, Spinat, Rote Rübe
  • Korbblütler: Artischocke, Chicorée, Endivie, Kopfsalat, Ringelblume, Salat, Schwarzwurzel
  • Kreuzblütler: Kresse, Kohlgewächse, Radieschen, Raps, Rettich, Senf
  • Kürbisgewächse: Gurken, Kürbis, Melonen, Zucchini
  • Lauch-/Liliengewächse: Knoblauch, Lauch/Porree, Zwiebeln
  • Nachtschattengewächse: Kartoffeln/Erdäpfel, Melanzani/Auberginen, Paprika, Tomaten/Paradeiser
  • Schmetterlingsblütler: Erbsen, Bohnen, Klee


Fruchtwechsel und -folge können am einfachsten durch eine Vielfelderwirtschaft umgesetzt werden.
Dazu wird das Beet in 4 Teile aufgeteilt:

1. Starkzehrer:
im Frühling mit Nährstoffen versorgen (Kompost und / oder Hornspäne oberflächlich 1-2 cm tief in Boden einarbeiten)
während der Wachstumszeit der Starkzehrer regelmäßig düngen, z.B. mit Brennnesseljauche
(3-5 l Kompost/m2/Jahr, Anfang Juni 30-50 g Hornmehl/m2)
2. Mittelzehrer:
im Frühling etwas Kompost in Boden einarbeiten
(2-4 l Kompost/m2/Jahr)
3. Schwachzehrer:
maximal 1,5 l Kompost/m2/Jahr

4. Gründünger:
Gründüngerpflanzen, z.B. Klee, Kresse, Ringelblume, Sonnenblumen, Spinat, werden bei stark ausgelaugten Böden gesät, damit sich diese wieder regenerieren (auch hierbei muss auf die Familien geachtet werden, d.h. niemals Gründüngerpflanzen vor jenen Kulturen wachsen lassen, die ihnen ähnlich sind)

Alle 3-4 Jahre im Jänner sollte der genaue Nährstoffgehalt des Bodens gemessen werden. Die meisten Gemüsegärten sind nämlich überversorgt mit Nährstoffen und benötigen daher geringere Kompostgaben.

Beispiel: In meinem Garten habe ich die Hochbeete im ersten Gartenjahr wie folgt eingeteilt.


Bei einer ordnungsgemäßen Fruchtfolge werden im ersten Jahr Starkzehrer, im zweiten Jahr Mittelzehrer und im dritten Jahr Schwachzehrer angebaut, im vierten Jahr folgt die Gründüngung. Somit können Pflanzen mit hohem Stickstoffbedarf auf den hohen Nährstoffgehalt zu Beginn der Bodennutzung zurückgreifen, während dieser mit den Jahren immer mehr abnimmt und so auch für Mittel- und Schwachzehrer ausreichend ist. Im vierten Jahr wird der Nährstoffvorrat durch die Gründüngung wieder aufgefüllt.

Außerdem sollten Pflanzen derselben Familie nicht nacheinander im selben Beet angebaut werden. Dies gilt insbesondere für Kreuzblütler, Erbsen, Lauch, Karotten, Petersilie, Sellerie und Zwiebeln. Schädlinge dieser Pflanzen können nämlich jahrelang im Boden überleben. Aus diesem Grund wird eine zumindest 3-jährige Fruchtfolge empfohlen, d.h. diese Pflanzen sollten maximal einmal in 3 Jahren an derselben Stelle angebaut werden.
Es gibt aber auch Ausnahmen: Tomaten können 2 Jahre hintereinander im selben Beet gepflanzt werden, Erdbeeren 3 Jahre lang, Grünspargel 8-10 Jahre und Rhabarber jahrelang.

Man sollte sich genau aufschreiben welche Pflanzen wann im Beet gestanden haben, um die Planung für das folgende Jahr zu erleichtern.

Zu guter Letzt ist noch auf eine geeignete Mischkultur zu achten.

Bestimmte Kräuter können zwischen Gemüse gepflanzt werden, da sie vor Schädlingen schützen:
  • Schnittlauch kann Möhrenfliegen vertreiben
  • Ysop und Salbei können Kohlweißlinge vertreiben
  • Ringelblumen und Studentenblumen halten im Boden Drahtwürmer sowie Wurzel- und Stängelälchen (Nematoden) fern
  • Basilikum verringert die Gefahr von Mehltaubefall und sollte daher zu Tomaten, Paprika, Zucchini und Gurken gepflanzt werden
  • Kapuzinerkresse lockt Blattläuse an (zieht sie auf sich und somit weg von den umliegenden Pflanzen)
  • Borretsch fördert Widerstandsfähigkeit und Wachstum von Erbsen, Kohl und Erdbeeren
  • Majoran und Oregano fördern Wachstum, Duft und Aroma von benachbarten Kräuter- und Gemüsesorten
  • Kerbel hält Schnecken und Ameisen von Salat fern
  • Dill fördert Wachstum und Keimfähigkeit von Karotte und Kohl
  • Lauch hält Zwiebelfliegen von Karotten fern
  • Zwiebelgewächse bei Erdbeeren reduzieren Pilzkrankheiten und halten Blattläuse fern

Pflanzenbedürfnisse

Um Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen zu bieten, sollte auf ihre unterschiedlichen Bedürfnisse geachtet werden: Standort: sonnig, scha...

Aus einer alten Europalette lässt sich ganz einfach ein stylisches Kräuterbeet zaubern. Man benötigt dazu nur:
  • eine Europalette
  • Holzfarbe
  • Pinsel
  • eventuell Schleifpapier
  • eventuell Schrauben, Akku-Schrauber und ein Holzbrett für den Außenbereich
  • Töpfe und Pflanzen nach Belieben

Damit sie einen stabileren Stand hat und nicht an der Wand angelehnt werden muss, habe ich bei meiner Europalette „Füße“ angebracht. Dazu habe ich ein Holzbrett in 4 gleich lange Teile gesägt und diese am Boden des zukünftigen Kräuterbeets angeschraubt. Mit Hilfe eines Maßbands und einer Wasserwaage werden die Bretter ganz gerade und symmetrisch.


Je nach Belieben und je nachdem wie gut die Palette erhalten ist, kann man das Holz mit Hilfe von Schleifpapier schleifen. Dadurch werden lästige Späle entfernt und das Holz wird glatter und geschmeidiger.

Als nächstes wird die Palette mit einem breiten Pinsel und spezieller, wetterfester Holzfarbe bestrichen. Damit keine Flecken am Boden zurückbleiben, habe ich diesen zunächst großzügig mit Zeitungspapier und alten Kartonstücken ausgelegt. Bei entsprechender Witterung sollte die Farbe ca. 1 Tag lang trocknen.
Die Farbwahl ist jedem selbst überlassen, man kann auch Muster oder Beschriftungen anbringen.

Zu guter Letzt geht´s ans Bepflanzen. Ich habe mir im Gartencenter verschiedene bunte Hängetöpfe besorgt, die vor dem dunkelbraunen Hintergrund richtig gut zur Geltung kommen. Auch eine schicke Gießkanne durfte nicht fehlen. Auf der obersten Ebene habe ich zwischen den Brettern noch einige kleinere Töpfe eingeklemmt.

Hierbei gilt ebenfalls - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.


Ich habe auch eine zweite Europalette gestaltet, bei der die Pflanzen nicht draufgehängt, sondern zwischen den Reihen eingesetzt werden. Dazu werden die zwei Holzbretter zwischen Außenbrett und Mittelbrett herausgelöst und als Böden wieder angeschraubt. Ich habe aber gemerkt, dass die Pflanzen bei dieser Variante nicht so gut wachsen. Hier haben sie nämlich weniger Platz und in den unteren Reihen weniger Sonne.




Die Kräuterbeet-Paletten sind ein echter Blickfang auf jedem Balkon, jeder Terrasse und in jedem Garten. Die Pflanzen kommen auf ihnen viel besser zur Geltung, als wenn sie am Boden im Weg herum stehen. Der einzige Nachteil besteht darin, dass sie nur Platz für eher kleinere Töpfe bieten. Zu schwer würde ich sie nicht beladen, weil sie sonst vielleicht Übergewicht nach vorne bekommen und umkippen.